Terminal A, Flughafen Schoenefeld, Brandenburg (Quelle: imago)
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Widerstand der Anwohner - Klage gegen Weiterbetrieb von "Schönefeld alt"

Anwohner des Flughafens Schönefeld klagen dagegen, dass der frühere DDR-Airport parallel zum BER weiterbetrieben werden soll. Der geänderte Planfeststellungsbeschluss erlaubt das bis Ende 2023 - ohne neue Umweltverträglichkeitsprüfung.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Freitag bestätigt, dass eine Klage gegen den Weiterbetrieb des alten Flughafens Schönefeld eingegangen ist. Laut Bürgerverein Berlin-Brandenburg, der von der Friedrichshagener Bürgerinitiative unterstützt wird, richtet sich die Klage gegen die 26. Änderung des Planfeststellungsbeschlusses von Mai 2017.

Schönefeld kann bis Ende 2023 weiterlaufen

Die Änderung sieht vor, den alten Flughafen Schönefeld (SXF) mitsamt seinen Ergänzungsbauten bis zum 31.12.2023 offenzuhalten. Eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung ist demnach nicht vorgesehen. Die Kläger verweisen dagegen auf den ursprünglichen Planfeststellungsbeschluss für den BER. Demnach müssen die alten Flughäfen in Schönefeld und Tegel geschlossen werden, wenn der BER in Betrieb ist. Wegen der steigenden Passagierzahlen wurde die Planfeststellung aber geändert.

Schon jetzt ist nämlich bekannt, dass der BER in seiner ursprünglich geplanten Form deutlich zu klein sein wird. Das galt für etwaige Eröffnungstermine 2017 oder 2018 - und es gilt erst recht, seitdem die Flughafengesellschaft am Freitag das neue Eröffnungsdatum auf Oktober 2020 gesetzt hat.

Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtbar?

Außerdem sieht der geänderte Planfeststellungsbeschluss die Möglichkeit einer weiteren Fristverlängerung über 2023 hinaus vor. Die Kläger kritisieren das und sehen "in der unbestimmten Formulierung der Befristungsverlängerung eine Möglichkeit, die gesetzlich verankerte Prüfung von Umwelteinflüssen bei geplanten Erweiterungen des Flughafens über das planfestgestellte Ziel hinaus, absichtlich zu vermeiden". Außerdem warnen sie davor, dass Schönefeld (alt) sogar unbefristet in Betrieb bleiben könnte.

Das Fluggastaufkommen am alten Schönefelder Flughafen war in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag 2016 bei 11,6 Millionen Passagieren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.12.2017, 14 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Jetzt zeigt sich, wer in den letzten Jahren nach Friedrichshagen gezogen ist, uns würde sowas nicht einfallen. Die denken erst Mal an sich, dann wieder an sich und dann sehen sie niemand sonst noch.

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