Ein Stop-Schild steht am 10.12.2017 vor dem Flughafen BER (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Audio: Abendschau | 27.02.2018 | Boris Hermel | Bild: imago/Jürgen Ritter

Keine weiteren öffentlichen Gelder - Berlin dreht dem BER vorerst den Geldhahn ab

770 Millionen Euro zusätzlich braucht der BER, um fertiggebaut zu werden: Der Koalitionsausschuss aus SPD, Linken und Grünen will dafür jedoch keine weiteren öffentlichen Gelder locker machen.

Berlin will vorerst kein weiteres öffentliches Geld in den neuen Flughafen BER investieren. Das hat am Dienstag der Koalitionsausschuss aus SPD, Linken und Grünen beschlossen.

In der vergangenen Woche wurde offiziell, dass die Flughafengesellschaft 770 Millionen Euro zusätzlich benötigt, um den BER bis 2020 fertigzustellen und eröffnen zu können. Das Unternehmen müsse die Summe noch einmal gründlich prüfen und den Bedarf hinterfragen, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Dienstag. Diskutiert wird ein Mietkauf-Finanzierungsmodell für das zusätzliche Terminal T2. Damit könnte der zusätzliche Geld-Bedarf für den BER möglicherweise auf 500 Millionen Euro sinken.

Flughafengesellschaft soll erstmal selber ran

Die Koalition entschied, die Flughafengesellschaft solle zunächst versuchen, die Summe am Kapitalmarkt selbst zu besorgen. Bisher sei das noch nicht geschehen, sagte Pop. Erst danach seien die Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg wieder gefragt.

Auch der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wird sich am 2. März mit dem Problem beschäftigen.

Bis zum Sommer soll Finanzspritze abgesichert sein

Bis zum Sommer will Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup die neue Finanzspritze absichern, fließen soll das Geld erst nach der BER-Eröffnung. Bis dahin soll ein schon laufender Milliardenkredit, der eigentlich für notwendige Erweiterungen des Flughafens vorgesehen war, den Airport über Wasser halten.

Mit den zusätzlichen 770 Millionen Euro würden die Kosten für den Flughafen BER knapp 7,3 Milliarden Euro erreichen - beim ersten Spatenstich 2006 war von zwei Milliarden Euro die Rede gewesen. Fehlplanungen, Verzögerungen, Baumängel und Erweiterungen des Baus treiben seither jedoch die Kosten in die Höhe.

Dass sich weitere Mehrkosten ergeben würden, war klar, seit die Eröffnung des Flughafens im Dezember ein weiteres Mal verschoben wurde - dieses Mal von 2018 auf 2020. Ursprünglich sollten im neuen Terminal in Schönefeld 2011 die ersten Passagiere einchecken.

Lütke Daldrup hatte im Januar erklärt, für das Terminal würden 300 bis 400 Millionen Euro benötigt. Zudem sei Geld nötig, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    Selten so gelacht, weil die Ironie des Pudels Kern trifft!!! Die Basta-Kanzler-Partei hat den ersten Spatenstich getan und was ist bis jetzt daraus geworden? Eine Steuergeldverschwendungsmachinerie perversen Ausmaßes. In der Haupstadt Deutschlands ist aus Kostengründen für die Ärmsten der Armen keine warme Mahlzeit finanzierbar und unfähiges BER-Projektpersonal bekommt öffentliche Gelder händevoll hinterher geworfen.

  2. 21.

    The never ending story!
    Es scheint aber eine neue Problem-Baustelle in Deutschland zu geben, diesmal auf dem Wasser!
    https://www.welt.de/wirtschaft/article174024465/Schifffahrt-Europas-groesste-Wasserbaustelle-verzoegert-sich-auf-Jahre.html

  3. 20.

    Ein guter Versuch, nur leider ein untauglicher!
    Selbst bei einer Umwidmung des Geländes und anderweitiger Nutzung müssten die Brandschutzvorschriften eingehalten werden;-)
    Wenn die Brandschutzanlage des BER aber funktionieren sollte, kann man den Flughafen auch nutzen!

    Zudem müssten bei einer Umwidmung die Kredite, also die Mrd. die bis jetzt verbaut wurden, bedient werden und das will keiner.

  4. 19.

    Nein dann eher G.Schröder anrufen, damit dieser mit seinen russischen Oligarchen as Zepter in die Hand nimmt -) Satire Ende.

  5. 18.

    Man könnte eine Flüchtlingsunterkunft daraus machen, oder einen Abschiebeknast. Das spart die Diskussion um die hässlichen Container in guten Wohnvierteln.

  6. 17.

    Die fingierte Planfeststellung des Flughafens Tegel meinen sie damit hoffentlich nicht.
    Diese Planfeststellung nach alliiertem Besatzungsrecht erfüllt wohl kaum die europäischen Sicherheits-
    Und Lärmschutzbestimmungen.
    Während der Übergangsphase bis der BER in Betrieb geht, mag das noch geduldet werden.
    Falls der BER nicht eröffnet werden sollte, wird es garantiert massenweise Klagen der TXL-Anwohner geben.
    Und das zurecht;-)

  7. 16.

    China hilf uns.

    Wo bleiben die Chinesen?

    Sollen die den doch kaufen......

    Ob da nun an irgendeinem verbauten Teil Made in China steht oder gleich BER China steht ist doch mittlerweile och wurscht

  8. 15.

    Baut eine Mauer um den Flughafen das ist Billiger.

  9. 14.

    Politisches Versagen!
    Sie können einfach keine Fehler eingestehen!
    Schämt Euch!
    H.B.

  10. 13.

    Politisches Versagen! Keiner wagt das Licht auszumachen am BER!
    Es doch Gründe: Lärm und Ultrafeinstaubbelastung? Weil Stadtflughafen!
    H.B.

  11. 12.

    Ich kann den Frust und die Wut sehr vieler Bürger gut nachvollziehen. Klar kann von einem Abriss nicht die Rede sein. Ich könnte ja jetzt auch noch nachlegen und vorschlagen, macht ein Riesen Eventgelände daraus oder doch gleich ein neues Messezentrum. Vorschläge gäbe es massenhaft.

  12. 11.

    Finde ich gut. Macht ein Hostel mit Scaterbahn draus, könnte kultig werden.
    Für 1 Euro an einen Hostelinvestor verkaufen, macht man doch so.

  13. 10.

    Aufhören. Einfach aufhören. Keine weiteren Belebungsversuche. Exitus amtlich feststellen. Ein Elefant fliegt nicht und ein Kamel schwimmt nicht. Geht nicht. Das Monster einebene. Vergessen. Abschreiben. Gnadentot. Und dann eine Sondergruppe bei der Staatsanwaltschaft einrichten - viel Arbeit wartet!

  14. 9.

    So isses! Es ist nicht bloß zum Händeraufen, sondern schlichtweg dass Armutszeugnis dieser Stadt und des Bundes schlechthin.
    An Peinlichkeit einfach nicht mehr zu Toppen.

  15. 8.

    Nun, eines haben berliner Schulen und der BER gemeinsam: es tropft von den Decken, es schimmelt, und es wird nix dazugelernt...

  16. 7.

    @ednew: "Und einem Bauamt eines Landkreises das Genehmigungsverfahren durchführen zu lassen, das für jedes popelige Gewerbegebiet schon Jahre bis zur Genehmigung braucht,.."

    Nun, wer unbedingt einen Flughafen in Brandenburg haben will, der muss damit leben :-))
    In Berlin ist ja ein Flughafen... der das nicht mehr braucht...

  17. 6.

    Wer bezahlt den Abriß, Sie?
    Der Abrìß würde auch eine Menge Geld kosten, die staatlicheb Bürgschaften für die Kredite wären fällig, was
    noch mehr Geld kosten würde.
    Dann hätten wir immer noch zwei zu kleine Flughäfen;-)
    Aber polemisieren lässt es sich leicht, zumal bei dem Thema...

  18. 4.

    Es ist einfach nicht zu fassen wie hier mit den Steuergeldern geschlust bzw umgegangen wird.
    nicht zu fassen.

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