Ein Gepäckband im Terminal des künftigen Flughafens BER. (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Video | rbb AKTUELL | 12.02.2017 | Bild: imago/Bernd Friedel

"Kathedrale des Luftverkehrs" - Flughafenchef hält BER-Hauptterminal für unwirtschaftlich

Drei Milliarden Euro wird wohl allein das Terminal des BER kosten - drei Mal so viel wie ursprünglich geplant. Und nun räumt Flughafenchef Lütke Daldrup ein: Das Terminal ist am heutigen Bedarf vorbei gebaut. Der Grund sind Billigflieger.

Der Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, hat eingeräumt, dass das Hauptterminal am BER in Schönefeld dem eigentlichen Bedarf nicht mehr gerecht wird.

Vor Unternehmern der Berliner Industrie- und Handelskammer bezeichnete er die Abfertigungshalle am Montag als "Kathedrale des Luftverkehrs", die viel zu teuer und unwirtschaftlich sei. Lütke Daldrup begründete das damit, dass - nach der Pleite von Air Berlin - Billig-Airlines den Großteil des Flugverkehrs in Berlin ausmachten. Das bedeute, dass die klassische Gepäckabfertigung nur noch von etwa jedem fünften Passagier genutzt wird.

Kritiker bezweiflen Wirtschaftlichkeit schon länger

Deshalb sei das BER-Hauptterminal zu großzügig konzipiert. Zudem ist das Terminal wesentlich teurer als zunächst geplant. Rund eine Milliarde Euro hätte es kosten sollen, so Lütke Daldrup, am Ende würden es wohl drei Milliarden. "Das ist auch nicht okay."

Kritiker des BER haben mehrfach die Wirtschaftlichkeit des künftigen Flughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) angezweifelt. So befürchtet die Opposition im Brandenburger Landtag, dass der laufende Betrieb des BER sich für die drei Gesellschafter – Berlin, Brandenburg und der Bund – zu einem Zuschussgeschäft entwickelt.

Sendung: Inforadio, 12.02.2018, 16.20 Uhr

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 22.

    Und vor Kurzem las man noch, dass er zu klein wäre... und das Thema Billigflieger und Handgepäck kann sich doch genauso schnell wieder ändern. Die ersten Billigheimer rudern doch schon wieder zurück was die Maß-, Zahl- und Gewichtsbeschränkungen angeht - sie haben erkannt, dass es unterm Strich teurer wird, wenn sich der Einsteigevorgang in die Länge zieht.
    Mein Rat wäre: Bringt das Ding endlich zum Laufen, die zukünftige Entwicklung kann doch sowieso keiner planbar voraussagen!

  2. 21.

    Den Humor habe ich schon reichlich, danke schön;-).
    Nur in Bezug zum BER nicht mehr!
    Dafür, dass öffentliche Gebäude in Berlin vor sich hin gammeln, dauert mir das Bauen am BER viel zu lange!
    Da hilft auch Humor nicht mehr weiter.
    Konstruktive Vorschlägen liest man selten, wenn es um den BER geht.

  3. 20.

    Ich mein ja nur, dass da noch erhebliches Konfliktpotential schlummert. Der BER ist ja eher mit einem Atomkraftwerk, denn mit der Elbphilharmonie zu vergleichen. Am Ende gibt´s dann keine schöne Musik sondern ordentlich Krach. Es wird wohl nie eine Versöhnung geben.

  4. 19.

    Wenn die Flugzeuge über den wohlhabenden Süden Berlins fliegen werden aber nicht die Dezibel erreicht, damit die Anwohner einen Anspruch auf Lärmschutz haben, da die Flugzeuge dann schon höher fliegen;-)

  5. 18.

    Ich sage einfach nur: "Sprengen!"

  6. 17.

    Leider kann man für das Desaster am Ende niemanden verantwortlich machen, auch wenn das einem aufstößt. Wäre der BER ein Erfolg geworden, hätten mehrere Stimmen diesen Erfolg für sich verbuchen wollen. Aber andersherum duckt sich jeder Gesellschafter, jedes Aufsichtsratsmitglied, die Geschäftsführung, verantwortliche Politiker, das Ministerium der Finanzen (MdF)und weitere weg - und der Steuerzahler ist der Depp.

    Ich stimme übrigens auch zu, dass der Daldrup ne coole Socke ist, dass er bei 2 Mrd. Euro einfach sagt: "Das ist auch nicht okay."

  7. 16.

    Fehlplanung an allen Ecken und Enden, technisches Unvermögen, falsche Konzeptionierung, unfähige und profilneurotische Politiker, beratungsresistente Vorstand- und Aufsichtsratsmitglieder, verschwendete Steuermilliarden... und, und, und. Die Liste könnte man beliebig weiterführen. Kein Verantwortlicher in Sicht. Nur Firmen die es sich im öffentlichen Speck gut gehen lassen so lange es geht. Die Fehlplanungen, Fehleinschätzungen und falschen Wirtschaftlichkeitsberechnungen sind doch bereits seit Jahren bekannt. Aber so etwas gibt man nur zu, wenn es nicht mehr anders geht.

    Der Ruf Deutschlands als Ingenieursland im Ausland ist erheblich beschädigt worden. Auf meinen Urlaubsreisen in den letzten Jahren habe ich mitbekommen, das man diese Desaster (BER, Elbphilharmonie, Stuttgart21) sehr wohl interessiert verfolgt. Nicht nur in Europa, auch in Übersee.

  8. 15.

    Schade Herr/Frau Steppenwolf. Ein bisschen Humor täte Ihnen auch gut.
    Wenn es keine Umwidmung geben darf, dann eben die Unvollendete.
    Wenn auch nicht, dann können Sie gern die weitere Finanzierung des BER übernehmen. Vielleicht bekommen Sie ja den BER im jetzigen Zustand geschenkt. Viel Glück damit.

  9. 14.

    Der Flughafen wird zwar irgendwann eröffnen, aber dieser wird nie fertig werden und die Welt lacht über uns. Desaster made in Germany.

  10. 13.

    Bei diesem "Abschreckenden Schuppen des Luftverkehrs" kann man jeglichen Glauben an vernünftiger Politik verlieren.

  11. 12.

    Ja, ja Herr Daldrup, der Hauptterminal ist unwirtschaftlich. Wenn sie rechnen könnten würden Sie schnell wissen, daß der gesamte BER unwirtschaftlich ist! Bei einem jährlichen Gewinn von 100 Mio. (nach Steuern), kommt der BER erst nach mehr als 60 Jahren in die Gewinnzone.

  12. 11.

    Artikelzitat: "Das ist auch nicht okay." Gehts noch dreister?

  13. 10.

    Diese Erkenntnis hat der normale Bürger doch schon seit Jahren. Wie soll ein Flughafen denn rentabel sein, der 1. ein Nachtflugverbot (von 22:00 bis 6:00!) hat, 2. Schwierigkeiten mit den Flugrouten (der Ärger geht doch erst los, wenn die Maschinen wirklich über den wohlhabenden Berliner Süden donnern) und 3. die Kosten für den Lärmschutz der Anwohner noch gar nicht auf der Rechnung stehen (m.W. sind nicht mal 50% der zu bewilligenden Anträge abgearbeitet).
    Zum Lärmschutz: Ist denn bekannt, ob die Kostenrechnung dafür auch die neuen Flugrouten mit berücksichtigt? Wenn nicht, kommen da ja noch mal ein paar Milliarden dazu.

  14. 9.

    Wenn in der Abfertigungshalle Veranstaltungen stattfinden sollen, muss der Brandschutz aber auch funktionieren;-)
    Zudem müssten bei der Umwidmung die Kredite, die durch staatliche Bürgschaften abgesichert sind, zurückgezahlt werden.
    Der Vorschlag ist wirklich nicht sonderlich gut durchdacht.

  15. 7.

    Hört endlich auf an den BER weiterzubauen. Kostet doch nur sinnlos viel Geld. Wenn der einmal fertig werden sollte, gibt es sowieso keine Flieger mehr.
    Widmet den BER zu einem Berliner Mahnmal des Unvermögens um. In der großen Abfertigungshalle könnten dann zukünftig Kabarett-Veranstaltungen durchgeführt werden.

  16. 6.

    Die Tendenz ist klar: Von der "Kathedrale des Luftverkehrs" zur Wellblech-Einhausung. Vielleicht tun es ein paar Sperrholz-Flugkartenschalter ja auch. Rudi´s Airline lässt grüßen.

  17. 5.

    Dann müssten ja alle zukünftigen Airports auch anders gebaut werden. Oder fehlt dem BER eine grosse Heimatairline. Das ist es doch wohl eher. Herr Daldrup?

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