Teile des Gerüstes liegen vor einem Schild des BER, Schönefeld (Bild: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: rbb Aktuell | 20.06.2018 | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Eineinhalb Jahre auf Bewährung - Unternehmer im BER-Betrugsprozess schuldig gesprochen

Das Chaos vor der - später geplatzten - BER-Eröffnung muss erheblich gewesen sein: Ein Bauunternehmer nutzte das aus, um im großen Stil falsche Rechnungen zu stellen. Der Betrug fiel erst später auf. Nun wurde er dafür in Cottbus verurteilt.

Ein Bauunternehmer, dessen Firma auf der BER-Baustelle tätig war, ist vom Landgericht Cottbus wegen Abrechnungsbetruges schuldig gesprochen worden. Er wurde am Mittwoch zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Damit folgte das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Zudem muß der 52-Jährige 158.000 Euro zurückzahlen.

Arbeitsstunden teilweise doppelt abgerechnet

Dem Mann wurde vorgeworfen, er habe 2012 für Arbeiten am Fluggastterminal falsche Rechnungen gestellt – und auf diese Weise 250.000 Euro ergaunert. Der damalige Inhaber einer Berliner Baufirma soll bewusst die letzte Phase vor der später geplatzten Eröffnung des Airports genutzt haben. Damals wurden kurzfristig Aufträge für zusätzliche Bauaufträge erteilt – so genannte Rohbaurestleistungen.

Der Angeklagte beschäftigte damals über Subunternehmen mehr als 70 Mitarbeiter. Er hatte Arbeitsstunden teilweise doppelt abgerechnet – für unterschiedliche Tätigkeiten, aber im gleichen Zeitraum. Diese Doppelabrechnung fiel einem externen Prüfer auf, der die Information an die Flughafenrevision weitergab.

Die Baufirma überarbeitete die Rechnungen daraufhin – trotzdem sollen weiterhin Doppelabrechnungen aufgetaucht sein.

BER erfasste damals keine Arbeitsstunden

Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Arbeitsstunden entweder gar nicht oder nur teilweise geleistet wurden. 21 solcher falschen Abrechnungen soll es gegeben haben. Eine Zeiterfassung für Bauarbeiter am BER gab es damals nicht.   

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Vollkommen zutreffend die Problematik erkannt. Allerdings führt an dem BER wohl kein Weg vorbei!
    Abgesehen vom ÖPVN...
    Leider gibt es hier im Großraum Berlin noch reichlich dieser genannten Verantwortlichen:
    Schüler, die nur rudimentäres Deutsch sprechen, werden jahrelang in verschimmelte Schulen mit unterbezahlten Lehrkräften verschickt, wenn denn Lehrer überhaupt anwesend sind.
    Beamte, insbesondere Polizisten, werden für eine schlechte Bezahlung einem besonders gefährlichen Alltagsleben ausgesetzt.
    Erwerbstätige, die wegen der katastrophalen Wohnungsbaupolitik dieses Bundeslandes immer weitere Arbeitswege bewältigen müssen, sind die Umweltschweine in den Augen von Rot-Rot-Grün, wenn nicht die Einrichtung von Fahrradwegen auf bisherigen Hauptverkehrsstrassen und Zone-30- & Umweltzonen-Ausweitungen bedingungslos begrüßt werden.
    Es wird von einem positiven Landeshaushalt, 1 Mrd, gesprochen trotz der 4 Mrd Länderhilfe aus BW, BY u Hessen usw.

  2. 5.

    Das für mich Schlimme ist: Es regt mich nicht mehr auf. Dieser Betrug passt zur Unfähigkeit der Politik und zum Versagen der mittlerweile geschassten Großverdiener in der Geschäftsführung des Projektes BER. Nagelt diese Drecksbude BER bitte endlich zu und hofft, dass der ganze Wahnsinn irgendwann vergesssen sein wird. Hauptsache es wiederholt sich nicht, dass Nieten in Nadelstreifen zusammen mit Nichtskönnern am Planbrett ihren Fähigkeiten völlig freien Lauf lassen und einen solchen zig-Milliarden-Euro-Schaden hinlegen.

  3. 4.

    Bei diesen "Strafen" nicht verwunderlich, dass das Taschenvollstopfen auf dieser Baustelle immer weiter geht.
    Wenn man mal überschlägt, braucht man auch nur rund 100000 € weniger zurûckzahlen ...
    Keiner ist Schuld - alle haben alles richtig gemacht und trotzdem funktioniert nichts (oder sehr wenig).

  4. 3.

    158.000...und wer zahlt den "Rest" der Schlampereien der wahren Schuldigen in Milliardenhöhe?


  5. 2.

    Bei den "Strafen" ja nur nachahmenswert - es werden sich schon noch genügend Firmen, Planer u. Gutachter die Taschen vollstopfen...

  6. 1.

    250.000 € ergaunert, 158.000 zurückzahlen, dafür1,5 Jahre auf Bewährung, das hat sich gelohnt.

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