Eine Boeing 767 der Delta Airlines steht in Berlin-Tegel (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 19.09.2018 | Martin Küper | Bild: dpa

"Status eines Entwicklungslands" - Initiative fordert mehr Langstrecken für Berliner Flughäfen

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion ist zuletzt deutlich gewachsen. Doch Wirtschafts- und Unternehmensverbände sehen weiter Luft nach oben. Dafür müsse es aber mehr als aktuell sechs Langstrecken-verbindungen geben, um die Region besser zu vernetzen.

Eine Initiative aus Wirtschafts- und Unternehmensverbänden in Berlin und Brandenburg sowie dem deutschem Gewerkschaftsbund hat eine bessere internationale Fluganbindung für die Region gefordert. Auf seiner Auftaktpressekonferenz am Mittwoch forderte das Bündnis die Bundesregierung auf, bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau von Langstreckenverbindungen nach Berlin und Brandenburg zu schaffen.

Hoffnung auf gut bezahlte Arbeitsplätze

Langstreckenflüge stärkten die Basis einer Wirtschaftsregion, so das Argument der Initiative. Sie seien die Voraussetzung für die Ansiedlung "international ausgerichteter Wirtschaftsunternehmen mit hoher Wertschöpfung und gut bezahlten Arbeitsplätzen".  In den vergangenen Jahren habe sich die Region wirtschaftlich stark entwickelt, liege mit seinen sechs direkten Langstreckenverbindungen aber deutlich hinter Metropolen wie London (155) oder Paris (137).

Dem Bündnis gehören die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg, der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Tourismusmarketingagentur visitBerlin und die Unternehmensverbände der Region an.

"Auf dem Niveau eines Entwicklungslandes"

"Berlin spielt im Tourismus und bei den Kongressen und Messen in der gleichen Liga wie London, Paris oder New York, im interkontinentalen Luftverkehr jedoch auf dem Niveau eines Entwicklungslandes", sagte etwa Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. Spätestens mit der für 2020 geplanten Eröffnung des neuen Flughafens BER könne sich das positiv ändern – Voraussetzungen seien jedoch erweiterte Verkehrsabkommen, insbesondere mit China und der Golfregion.

Neben der Ansiedlung internationaler Unternehmen sieht das Bündnis auch Vorteile für die Tourismuswirtschaft, außerdem gebe es mit neuen Langstreckenverbindungen auch direkte Arbeitsplatzeffekte am Flughafen.

CDU fordert verbindlichen Öffnungstermin für BER

Den Appell für mehr Langstreckenverbindungen richtet die Initiative an die Bundesregierung, weil Luftverkehrsbeziehungen zwischen den Staaten überwiegend durch bilaterale Abkommen geregelt würden, wie es hieß. Diese legten fest, welche Flughäfen angeflogen werden und wie oft.

Unterstützt wird die Forderung des Bündnisses von der Berliner CDU. In einer Mitteilung vom Mittwoch fordert der wirtschaftspolitische Sprecher, Christian Gräff, den Berliner Senat auf, endlich einen verbindlichen Termin für die Eröffnung des BER zu nennen. "Solange der BER-Eröffnungstermin Ende 2020 unsicher bleibt, wird es schwer werden, bei den großen Playern in der Luftfahrindustrie das Interesse an der Bundeshauptstadt zu wecken", so Gräff.

Sendung: Abendschau, 19.09.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 6.

    Nu verlegt erstmal die Strippen richtig!

  2. 5.

    Die Forderung ist absolut richtig und extrem wichtig. Hessen und Bayern schöpfen mit Hilfe der Bundesregierung den interkontinentalen Flugverkehr nach Deutschland ab und unterdrücken Berlin. Beim Länderfinanzausgleich wollen sie dann alles für sich behalten. Hier muss unbedingt mehr Gerechtigkeit rein und Interkontinentalflüge von der LH nach Berlin verlegt werden. Dann sinkt auch den Länderfinanzausgleich weil Berlin selbst Geld erwirtschaften darf, was aktuell von der Bundesregierung verhindert wird.

  3. 4.

    Ich fodere weniger sinnlosen Flugverkehr.

  4. 3.

    Der Verlgleich der Metropolen hinkt ziemlich, denn immerhin sind Paris und London auch die Hubs (Flug-Drehkreuze) im Land, was Berlin geschichtlich bedingt nicht sein konnte. Zudem: Die Besucher- und Übernachtungszahlen von Berlin liegen weit über denen anderer deutscher Städte. Von daher würde es schon Zeit werden, mal Flug bezogen das abzubilden, was die Reisenden als Ziel wollen. Solage aber BER nicht einmal in klein fertig wird und die Lufthansa mal von FRA und MUC umpriorisiert, wird das schwieriger; es sei denn man spricht große ausländische Airlines an. Die Idee ist also schon ganz richtig. Ob wir das umwelttechnisch wollen, ist eine zweite Frage.

  5. 2.

    So eine unsinnige Forderung. Langstreckenflüge sind so ziemlich das Umweltschädlichste, was man sich vorstellen kann. Ganz im Gegenteil zu den Forderungen muss endlich eine Kerosinsteuer her, um das künstlich billig gehaltene Fliegen massiv zu verteuern. Die Folgekosten des Fliegens sind nämlich enorm! Gefördert werden muss statt Langstreckenverbindungen der lokale Tourismus und nicht der internationale Massentourismus! Fahrradtourismus gehört etwa zu den umweltverträglichen Reisemöglichkeiten und wird in Brandenburg stark genutzt. Das schafft nachhaltige Arbeitsplätze.

  6. 1.

    Berlin ist auch keine Metropole wie Paris oder London sondern eher ein größeres Dorf. Das ist doch schon X mal durchgespielt worden. Direkt nach Berlin fliegt keiner und somit lohnt sich das für die Fluggesellschaften nicht. Die fliegen Frankfurt, München und Hamburg an. Von dort geht's per ICE oder Flugzeug weiter nach Berlin. Den meisten reicht das und ein Flugzeug kriegt man nicht voll.

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