Vorsitzender der Geschäftsführung der FBB Engelbert Luetke Daldrup waehrend eines Termins zum Start der Sommerflüge an dem Flughafen Tegel in Berlin (Quelle: imago/Emmanuele Contini)
Audio: Inforadio | 28.09.2018 | Thomas Rautenberg | Bild: imago stock&people

Keine Tegel-Führung für Kontrollgremium - Lütke Daldrup muss erneut vor BER-Untersuchungsausschuss

Berlins Flughagenchef Engelbert Lütke Daldrup wird erneut als Zeuge vor den parlamentarischen BER-Untersuchungsausschuss geladen. Grund ist seine Weigerung, den Ausschuss zu einer Besichtigung des Flughafens Tegel einzuladen.

Lütke Daldrup hatte dem Gremium in einem Schreiben, das dem rbb vorliegt, mitgeteilt, dass der Betrieb des Flughafens Tegel "kein Bestandteil des Untersuchungsgegenstandes" sei. Es bestehe kein "Recht zur Sonderbesichtigung von Flughäfen". Eine Besichtigung dieses Flughafens sei für die Mitglieder des Untersuchungsausschusses somit nicht angezeigt. Er lud die Mitglieder stattdessen nach Schönefeld ein.

Gremium nennt Entscheidung "unfassbarer Vorgang"

Fraktionsübergreifend wurde die Entscheidung als unfassbarer Vorgang und als inakzeptabel für das Parlament kritisiert. Der FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja sagte, dass das Parlament die wichtigste Brücke zwischen dem teuersten Infrastrukturprojekt Berlins und den Steuerzahlern sei, die dafür aufkommen müssen.

Am 12. Oktober soll Lütke Daldrup vor dem Kontrollgremium seine Entscheidung erläutern. Anfang des Monats hatte der Flughafenchef bereits als erster Zeuge vor dem Gremium ausgesagt.

Bereits der dritte BER-Ausschuss

Eingesetzt wurde der Untersuchungsausschuss mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD. Schon in der vergangenen Legislaturperiode hatte es im Berliner Abgeordnetenhaus einen BER-Untersuchungsausschuss gegeben. Das neue Gremium begründen die Oppositionsfraktionen damit, dass auch weiterhin einiges intransparent sei, etwa im Hinblick auf den zusätzlichen Finanzbedarf für die Baustelle.

Zuvor hatte bereits in den 1990er Jahren ein Untersuchungsausschuss den Kauf von Grundstücken zur Erweiterung des Schönefelder Flughafens unter die Lupe genommen.

Sendung: Inforadio, 28.09.2018, 17:20 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Wieso sind sie so fixiert auf ihr Auto?
    Zum BER wird man auch ganz bequem mittels ÖPNV anreisen können;-)
    (Fern-/Regional-S-Bahn)

  2. 3.

    Diese Probleme werden sich lösen, wenn die sogenannte DUH die dem Schadstoffausstoß angemessene Besteuerung von Kerosin durchgesetzt hat. Ich habe allerdings Zweifel, daß Toyota irgendein wirtschaftliches Interesse daran hat...

  3. 2.

    Herr Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup wird sicherlich allen Fluggästen nach der Eröffnung des BER erklären können, weshalb die Infrastruktur B-B für eine problem- bzw. reibungslose An- und Abreise zum BER ungeeignet ist. Wer einmal im Stau auf Berlins Stadtautobahnen stand und/ oder den Pendelverkehr von Berlin nach Brandenburg oder umgekehrt kennt, braucht nicht viel Vorstellungsvermögen um die reichlich kommenden Stressmomente zu erahnen.

  4. 1.

    Beim BER wurde bisher gelogen und betrogen. Alles unter Der Herrschaft von Wowereit und Platzeck. Warum werden diese beiden Aufsichtsratsvorsitzenden nicht zur Verantwortung gezogen. Haben hier bisher die zuständigen Brandenburger Stasi-Staatsanwaltschaften Beihilfe zum Betrug geleistet?

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