Hauptgebäude vom Flughafen Tegel (Quelle: imago/Stefan Boness)
Audio: Inforadio | 12.10.2018 | Holger Hansen | Bild: imago/Stefan Boness

Streit mit Flughafenchef - BER-Untersuchungsausschuss darf doch Tegel besichtigen

Der Streit um die Frage, ob der BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses den Flughafen Tegel besichtigen darf, ist beigelegt: Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup lud die Mitglieder des Ausschusses bei dessen Sitzung am Freitag offiziell für November zu einem TXL-Besuch ein. Es wird der erste Außentermin des neuen BER-Untersuchungsausschusses sein.

Das Gremium des Berliner Abgeordnetenhauses soll eigentlich das Debakel um den Bau des BER in Schönefeld untersuchen. Bei der Einsetzung des neuen Ausschusses hatte das Landesparlament aber beschlossen, auch Mängel und Verschleißerscheinungen in Tegel unter die Lupe zu nehmen. Der Flughafen sollte eigentlich schon 2012 schließen, muss seitdem aber länger durchhalten, weil in Schönefeld ein Eröffnungstermin nach dem anderen platzte.

Flughafenchef sträubte sich

Am Freitag wurde Lütke Daldrup nun erstmals als Zeuge im neuen Untersuchungsausschuss angehört - und stimmte einem Besuch zu.

Bisher hatte der Flughafenchef den Besuch des U-Ausschusses in Tegel stets abgelehnt - mit der Begründung, Tegel sei "kein Bestandteil des Untersuchungsgegenstandes". Es bestehe kein "Recht zur Sonderbesichtigung von Flughäfen". Stattdessen lud er nach Schönefeld-Alt ein. Das kritisierten die Abgeordneten - schließlich finanziere das Land Berlin den BER-Bau.

Der SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter begründete den Ersuch des geplanten Tegel-Besuch: "Je länger ich Tegel offenhalte, desto länger habe ich dort Probleme." Und die seien nun einmal auch eine Folge der verspäteten Eröffnung des BER. Flughafenchef Lütke Daldrup bestätigte: "Wir haben altersbedingte Ausfallrisiken, die wir nicht komplett ausschließen können." Die Heizkessel in Tegel seien störanfällig, ebenso die Kühlung, die Notstromaggregate aus den 1970er Jahren sowie die Schmutz- und Regenwasseranlagen.

Sendung: Abendschau, 12.10.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Geht es nur mir so, dass ich das Verhalten vom Flughafen Chef anmaßend finde? Im übrigen finanziert nicht das Land Berlin oder Brandenburg die Flugplätze - sondern der Steuerzahler. Wenn Abgeordnete sich einen Eindruck verschaffen wollen, so sollte ihnen dieses Recht unabdingbar eingeräumt werden. So verstehe ich Demokratie?!

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