Engelbert Lütke Daldrup, Flughafenchef, zeigt auf einer Karte den BER
Video: Abendschau | 21.11.2018 | Agnes Taegner / Eva-Maria Lemke | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

BER-Chef erneuert Kritik an Bauvorschriften - "Wir werden im Oktober 2020 sicher eröffnen"

Er habe nie eine Lockerung von TÜV-Kriterien gefordert, um die Fertigstellung des BER zu sichern. Das hat Flughafenchef Lütke Daldrup am Mittwochabend im rbb bekräftigt - genau wie den Eröffnungstermin. Langfristig sollten die Bauvorschriften jedoch geändert werden.

Der Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, Engelbert Lütke Daldrup, sieht die Arbeiten am neuen Flughafen BER in Schönefeld voll im Zeitplan. "Wir werden im Oktober 2020 sicher eröffnen", sagte der Flughafenchef am Mittwochabend in der Abendschau des rbb. Man habe die Baustelle im Griff, so Lütke Daldrup.

Eine Lockerung der TÜV-Kriterien bei der Abnahme der Großbaustelle habe er nicht gefordert, so Lütke Daldrup. Es habe mit den zuständigen Behörden nur Gespräche über den Ablauf der Prüfung gegeben und darüber, wie die Brandenburger Prüfkriterien auszulegen seien. "Andere Länder haben andere Kriterien", darüber habe man gesprochen. Aber den BER werde er 2020 "nach Brandenburger Regeln ans Netz bringen".  

Rechtliche Vorgaben sollten aufgeweicht werden

Der rbb hatte zuvor exklusiv berichtet, dass die Flughafengesellschaft angeregt hatte, den Umfang der Kontrollen auf der Baustelle durch den TÜV zu reduzieren. So heisst es in einer behördeninternen E-Mail: "Der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft erwartet von allen Beteiligten Unterstützung, um den BER zum Oktober 2020 fertig zu stellen. Unter anderem sehe er eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen als Möglichkeit zur Einhaltung des Termins." Für Beobachter war das ein Zeichen, dass der Termin schon wieder wackele und die bestehenden Mängel ansonsten nicht rechtzeitig beseitigt werden könnten.

BER-Chef beklagt erneut komplexes Baurecht

"Ich habe die Mail nicht geschrieben", entgegnete Lütke Daldrup auf Nachfrage der Abendschau. Man habe intensive Gespräche mit allen beteiligten Behörden geführt und die üblichen Fragen gestellt. Aber, so Lütke Daldrup: "Wir halten uns an die Regeln", zumal der BER strenger kontrolliert werde als andere Baustellen.

Die Vorgaben durch das Baurecht jedoch seien sehr kleinteilig, kritisierte Lütke Daldup erneut, die Zahl der gesetzlichen Vorgaben hätten sich in den vergangenen Jahren vervierfacht. "Wenn wir so weitermachen in Deutschland, werden wir demnächst überhaupt keine Großprojekte mehr ans Netz bringen."

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    "Wir werden im Oktober 2020 sicher eröffnen" - Ham wa da jelacht.

  2. 13.

    Funktionen bekommt man durch Wahlen... Demokratie geht über Parteien, ja. Aber wenn Sie politkverdrossen sind, ist die Diskussion unnötig. Das Problem liegt nicht in einer Partei, sondern am fehlenden Generalunternehmer. Auf den wurde beim Start des BER verzichtet. Leider.

  3. 12.

    Die veraltete Technik wurde doch schon ausgetauscht.
    Deswegen doch unter anderem die 750 Monitore erneuert..

  4. 11.

    Na mal abwarten..was der Probebetrieb alles ans Licht bringt.....bei der teilweise über die Jahre veralterte Technik......

  5. 10.

    Wie wahr, wie wahr! Leider! Die echten Leistungsträger haben schon lange Berlin und Brandenburg ihren Rücken gekehrt. Schon komisch dass etwa zeitgleich zum Bau des BER in Kopenhagen und Leipzig begonnen wurde und beide schon lange in Betrieb sind. Kopenhagen wurde mittlerweile das Luftdrehkreuz, was Berlin gern wäre und Leipzig ist ein gutes Drehkreuz in Sachen Frachtflug geworden. Berlin bleibt nun mit und ohne BER nur die Rolle des Regionalflughafens vergleichbar des Flugplatzes Altenburg Nobitz.

  6. 9.

    Und Funktionen bekommt man meistens mit einem passenden Parteibuch! Da kommt nur darauf an, wo man beheimatet ist! In einer Gegend ist das eine Parteibuch wichtig und in einer anderen Gegend kann das andere Parteibuch einer anderen Partei von Vorteil sein! Und das ist nicht nur in diesem Fall so!

  7. 7.

    Was bitte qualifiziert(e) denn Wowereit, Platzeck, Müller usw. dazu, einer Flughafengesellschaft vorzustehen? Ihre Erfahrung im Geld-ausgeben?
    Lass mich raten, das Parteibuch!

  8. 5.

    Was er wohl mit demnächst meint?

    Soweit ich weiß, wird schon seit Jahren kein Großprojekt mehr rechtzeitig und innerhalb der geplanten Kosten oder auch nur halbwegs wie geplant fertig gestellt.

    Und auch wenn die grundsätzliche Kritik an den überbordenden Vorschriften als Standortnachteil berechtigt ist, liegt die Ursache doch wohl eher bei den (Um)Planern, illusorischen Vorstellungen und der selbstgefälligen Herangehensweise der steuerfinanzierten Auftraggeber..

    Was bitte qualifiziert(e) denn Wowereit, Platzeck, Müller usw. dazu, einer Flughafengesellschaft vorzustehen? Ihre Erfahrung im Geld-ausgeben?

  9. 3.

    und Basta. ;-)

  10. 2.

    Wirklich? Da sollte er sich nicht zu sicher sein! Wer weiß, welche negative Tatsachen noch zu Tage kommen?

  11. 1.

    100%, außer ...

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