Archivbild: Noch nicht in Dienst gestellter Flughafen Berlin Brandenburg BER, Zufahrt zum Terminal, Schönefeld. (Quelle: dpa/Schulten)
Audio: Inforadio | 11.03.2019 | Dominik Lenz | Bild: dpa/Schulten

Bessere Anbindung gefordert - Kommunalpolitiker warnen vor Verkehrskollaps am BER

Es drohe ein Verkehrsinfarkt, sollte der Flughafen BER wie geplant im Herbst 2020 öffnen. Darin sind sich Kommunalpolitiker einig, die am Montag zum Gespräch im BER- Sonderausschuss geladen waren. Sie fordern einen schnellen Ausbau des Verkehrsnetzes.

Angesichts deutlich wachsender Fluggastzahlen haben Brandenburger Kommunalpolitiker den Ausbau der Verkehrswege rund um den künftigen Flughafen BER gefordert.

Dringend notwendig sei vor allem der Ausbau der Autobahn 113 und der Bau weiterer Anschlussstellen, sagte der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), am Montag im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtages.

Mehr Regionalbahnen, Verlängerung der U7

Die Bürgermeister der Flughafengemeinden forderten zudem ein System von Anschlussstellen, Zu- und Ableitungen zum BER sowie die Verlängerung der U7. Auch der Regionalbahnverkehr nach Südbrandenburg müsse verstärkt werden. Dazu gehöre besonders der zweigleisige Ausbau der Strecke Königs Wusterhausen/Cottbus. Unterstützt wurden die Forderungen von der Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke).

Zuvor hatte der Verkehrsexperte Bertram Teschner sein Gutachten zu erwarteten Verkehrsengpässen in der Flughafenregion im Ausschuss vorgestellt. Neben einer Steigerung der Fluggastzahlen auf 55 Millionen jährlich bis zum Jahr 2050 sei auch ein Anwachsen der Einwohnerzahl rund um den Flughafen um 33.000 Menschen zu erwarten, so Teschner. Darum sei ein Ausbau von Autobahnen, Bus- und Bahnverkehr dringend notwendig.

Lütke Daldrup räumt Fehler ein

Der Zeitplan für die geplante Eröffnung im Herbst 2020 gerät allerdings weiter unter Druck. Die Kabeltrassen auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER werden voraussichtlich erst im Juli fertiggestellt. Und dabei gebe es noch etliche Risiken, räumte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ein. Bei der immer noch unfertigen Brandmeldeanlage hofft Lütke Daldrup auf eine Fertigstellung mit Prüfergebnis bis zum April. "Auch dabei gibt es noch einen möglichen Risikozuschlag", sagte der Flughafenchef.

Erst nach der Fertigstellung können die gefürchteten Wirkprüfungen beginnen, die zeigen müssen, dass alle Anlagen im Zusammenspiel funktionieren. Und bis zum Herbst muss den Baubehörden die komplette Fertigstellung angezeigt werden, damit der Flughafen ein Jahr später starten kann.

Lütke Daldrup räumte auch Fehler bei der Planung des Terminals 2 ein, in dem wegen steigender Fluggastzahlen nach der Inbetriebnahme des Hauptterminals jährlich sechs Millionen Passagiere vornehmlich der Billigflieger abgefertigt werden sollen. Dieses Terminal solle im Sommer 2020 im Rohbau fertig sein.

Kommentar

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Antwort auf [Ulrich Petzinna] vom 12.03.2019 um 10:07
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23 Kommentare

  1. 23.

    Stellt Euch vor, der Flughafen eröffnet und keiner kommt hin.

    Findet den Fehler ;-) ...

  2. 22.

    Jetzt, wo der Bau noch in aller Seelenruhe fertiggestellt wird, frage ich mich, warum die U-Bahn-Verbindung von Schönefeld nach Rudow nicht in Angriff genommen wird oder wurde. Durch die bereits eingetretenen Verzögerungen für die Eröffnung hätte man doch die Zeit für diesen Verkehrsanschluss bestens nutzen können, oder? Ich denke, auch der Autobahnanschluss dürfte für die anvisierten Fluggastzahlen nicht ausreichen. Die zweispurigen Zu- und Ausfahrten sind eindeutig viel zu wenig. Andere Flughäfen in Europa beweisen, welche Verkehrsanbindungen dafür notwendig sind....

  3. 21.

    Wo ist das veröffentlichte Konzept der Verkehrsverbindungen zwischen BER und Berlin?

  4. 20.

    Eine recht merk-würdige Diskussion, bei der derjenige, der sich jeden hingeschaltenen Schuh anzieht, aus der Rolle des Buhmanns schließlich nichts mehr herauskommt.

    Würde der Staat die Verantwortung für einen gleichmäßig stattfindenden Regen und gleichmäßig stattfindenden Wind übernehmen, die Vorwürfe gegenüber staatlichen Stellen wären ein Hundertfaches höher als heute.

    Es herrscht Verhaltensfreiheit, nicht aber zentral versuchte Steuerung mensclichen Verhaltens. Dazu gehört auch das Mobilitätsverhalten. Es gibt keinen Anspruch, dass es da, wo es voll geworden ist, dem auf techn. Weise abgeholfen werden muss. Nur da, wo flächen- und umweltschonende Verkehrsmittel gefördert werden sollen, ist es klug, sie im Sinne eines VerhaltensANREIZES auszubauen.

    Wenn schon 10 vollgelaufene Eimer im Bad stehen, ist es kaum klug, auch noch den 12., 13 und 14. hinzustellen, sondern überschwappendes Wasser nicht mehr als "Grad des Wohlstands" zu definieren.

  5. 19.

    Es hat x nicht haltbare "Eröffungstermine" gegeben und daran wird sich nichts ändern, solange da weiter so herumgewurschtelt wird und die Halle nicht entkernt wird. Also ist das für die nächsten Jahre ein fiktives Thema.
    Interessant sit, dass der mal angedachte Wohnungsbau in TXL ja auf unbestimmte Zeit flach liegt und sich niemand von den Politikern Sorgen darum macht.

  6. 18.

    Guten Morgen liebe Politiker, endlich ausgeschlafen???
    Ihr macht Euch einfach nur lächerlich.

  7. 17.

    Made in Germany...
    Made in Berlin ........
    Slogan unserer Berliner Regierung:
    Wir ebnen den Bürgerinnen und Bürgern den Weg zu einem "Milliarden Grab"
    Eintritt frei........

  8. 16.

    Die Anbindung der U-Bahn an den BER wird nach meiner Ansicht zwingend notwendig. Es ist leider nicht nachvollziehbar weshalb viele Jahre später erst wieder darüber gesprochen wird. Die Vorbereitungen (Planungen) der Streckenführung sowie Bahnhöfe hätte schon längs erfolgt sein müssen. Baumaßnahmen erst mit der möglichen Eröffnung des BER zu beginnen lässt das entstehende Chaos bereits heute erahnen.

    Fazit: Werdet wach. Fangt endlich an, die Anbindung der Außenbezirke von Rudow mit dem angrenzenden Schönefeld und damit Entlastung der Straßen voran zu bringen! Ein U-Bahnzug schafft mehr als das 100 Taxis bzw. PKWs schaffen würden.

  9. 15.

    "rund um den künftigen Flughafen BER" - Die Sichtweise von Kommunalpolitikern!

  10. 14.

    Na immerhin wird der BER deutlich besser angebunden sein als der vom KFZ-Verkehr zu 100% abhängige TXL. Merkt man immer wieder wenn in Berlin auf der innerstädtischen Autobahn Stau ist, dann geht NICHTS mehr. Daher S- und U-Bahn zum BER und Regionalverkehr deutlich erweitern, dann klappt das. Wenn der BER endlich mal eröffnet und dann ENDLICH #tegelschliessen eine großartige Stadtentwicklung auf 5 qkm direkt in wirtschaftlich lukrativer Nähe neben der Siemens-Stadt starten kann. Mit Wohnen und Bildung sowie StartUps und großen Parkflächen, die im Gegensatz zum Tempelhofes Feld auch sinnvoll und maßvoll teil-bebaut werden können.

  11. 13.

    Vor einem Kollaps haben schon vor einigen Jahren etliche Experten gewarnt, ist also absolut nichts Neues. Die Autobahn und die Zubringerstraßen werden überlastet sein. Hilft also nur den Regio oder die S-Bahn zu nehmen wenn, ja wenn es mal zu einer Eröffnung kommen sollte. Aber da wird bestimmt noch viel Wasser die Spree herunter fließen. Ich persönlich fliege von z.Zt. TXL oder Leipzig.

  12. 12.

    Er wird -leider- eröffnen und auch funktionieren. Warum sollten die Zufahrten nicht ausreichen, es verteilt sich doch über den Tag, anders als beispielsweise bei einer Großveranstaltung...

  13. 11.

    Wieso Verkehrs-Kollaps, wenn es keinen Flughafen gibt ?
    es besteht doch schon der BER-Kollaps
    und sollte er wirklich Herbst 2020 eröffnet werden-
    -2 Tage später wird er wegen irgendwelcher Mängel sowieso geschlossen

  14. 10.

    Wie schön dass denen 1 Jahr vor der Eröffnung auffällt, dass die Infrastruktur rund um den BER lückenhaft ist. Haben denn Rote an der Regierung schon jemals etwas richtig gemacht? Geld verschleudern ist wohl das Einzige.

  15. 9.

    Brauchen wir alles nicht ! Der BER wird ja doch nie fertig .

  16. 8.

    Wenn man wissen möchte wie große Flughäfen verkehrstechnisch erschlossen werden muss man nur mal ins Ausland fliegen. Selbst sogenannte Entwicklungs- oder Schwellenländer machen uns da einiges vor. Die jetzigen Verantwortlichen werden sich bei Eröffnung des BER zurückziehen und wie üblich betonen das sie von nichts gewusst haben bzw. Das man mit einer solchen Verkehrsentwicklung nicht rechnen konnte. Mein Gott sind wir erbärmlich.

  17. 7.

    Für diese Feststellung muss ich kein hochbezahlter Kommunalpolitiker sein, da reicht das tägliche Autofahren!!! Aber keine Bange, das Ding macht sowieso nicht auf :))

  18. 6.

    Jeder der mal dort war, um sich dieses Architektur-Monster anzuschauen, hat sofort sehen können, das die Zufahrt niemals ausreichen wird !
    Es gibt nur EINE Zu und abfahrt zu diesem Flughafen. Und die ist nur zweispurig... (auch zu sehen auf MAPS)
    Das Ding kann gar nicht funktionieren. Ich werde auch nie verstehen, warum man Tegel schließen will. Der Funktioniert und ist gut erreichbar.
    Manchmal denkt man, da hat jemand gewettet, das er Tegel zu kriegt- koste es was es wolle- Ist ja nicht sein Geld...

  19. 5.

    Die Anbindung ist doch viel besser als in Tegel. Schönefeld und LDS wollen nur weitere Subventionen bekommen, was echt überflüssig ist.

  20. 4.

    Das nenne ich mal Planung mit Weitblick. *Kopfschüttel*

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