Die Baustelle des Flughafen Berlin Brandenburg (Quelle: imago/rbb)
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13 Eisbärbabys austragen, 32 Mal um die Welt radeln... - Was man in 2.500 Tagen ohne BER-Eröffnung schaffen könnte

Vor 2.500 Tagen hätte der BER eigentlich eröffnet werden sollen - stattdessen gab es Rücktritte, Entlassungen und Milliarden Euro geschätzte Mehrkosten. Ein paar Ideen, was man in diesen 2.500 Tagen alles hätte erreichen können. Von Frank Preiss

Marc Beaumont (Quelle: imago/rbb)
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In 80 Tagen ließ Jules Verne seine Helden schon im 19. Jahrhundert die Welt umrunden. Im Jahr 2017 zeigte der Brite Mark Beaumont, dass es sogar mit dem Fahrrad schneller geht: Er brauchte nur knapp 79 Tage. In 2.500 Tagen hätte er also locker nahezu 32 Mal die Erde umfahren können – und das auch noch ganz ohne nervige Aufsichtsratssitzungen.

Tierpark Berlin, Eisbär-Mädchen und Eisbärin Tonja, Streit um ein Stöckchen (Quelle: Matthias Koch/rbb)
Bild: Matthias Koch/rbb

Juchuuuu – Berlin hat seinen neuen Star: Hertha! Der Tierpark hofft auf Besucherströme in Richtung Eisbärgehege. Wenn wir davon ausgehen, dass Eisbärinnen zwischen 195 und 265 Tage lang ihre Babys austragen, dann hätte Herthas Mutti Tonja im Laufe der BER-Pleite schon zwischen zehn und 13 weitere putzige Eisbärchen bekommen können.

Eliud Kipchoge (Quelle: imago/rbb)
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Der Jubel war riesig, als der kenianische Läufer Eliud Kipchoge im September 2018 beim Berlin-Marathon mit 02:01:39 Stunden einen neuen Weltrekord aufstellte. Nehmen wir einfach mal an, er würde seine Wahnsinnsgeschwindigkeit 2.500 Tage am Stück durchhalten, dann käme er auf eine Gesamtstrecke von unglaublichen 1.259.701,5 Kilometern – und würde damit fast 31 Mal die Erde umrunden.

RUNDFUNK BERLIN-BRANDENBURG "Unser Sandmännchen" (Quelle: rbb)
Bild: rbb Presse & Information

Wenn das Sandmännchen seinen Schlafsand auf dem Mond abholen würde und die Reise mit einem Auto anträte, das wenigstens Tempo 100 fährt, dann wäre das Sandmännchen 160 Tage unterwegs. Würde also in den 2.500 Tagen BER-Nichteröffnung für fast acht Hin- und Rückreisen zum Mond genügen – ob nun mit oder ohne Bart.

Game of Thrones (Quelle: imago/rbb)
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Früher hat Peter Lustig sein Publikum zum "Abschalten" aufgefordert, inzwischen ist man schon fast hip, wenn man sich als Serien-Junkie outet. Während des BER-Desasters hätte man zum Beispiel alle bisher gesendeten "Game of Thrones"-Folgen 1.000 Mal am Stück genießen können.

1 Stadion bauen (Quelle: Hertha BSC/rbb)
Bild: Hertha Bsc/rbb

Hertha BSC stellte im Mai 2018 erstmals Pläne für ein neues Stadion vor und geht seitdem unbeirrt von maximal sieben Jahren bis zur Eröffnung aus. Wenn Hertha schon beim BER-Eröffnungstermin im Juni 2012 den ersten Spatenstich für das neue Stadion gesetzt hätte, dann würde dort schon in 55 Tagen der Ball rollen.  

1 Brücke zwischen Berlin und Hamburg bauen (Quelle: imago/rbb)
Bild: imago/rbb

Die Chinesen sind wahre Baumeister - sie haben die längste Brücke der Welt erschaffen: Die Danyang-Kunshan-Brücke ist Teil der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Peking-Shanghai und misst stolze 164,8 Kilometer. Für den Bau wurden schlappe vier Jahre benötigt. In 2.500 Tagen hätten die Chinesen also locker eine Brücke bauen können, die mit 282 Kilometern von Berlin bis nach Hamburg reichen würde.

Zwei bemannte Marsmissionen (Quelle: dpa/rbb)
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Seit der Nichteröffnung des Flughafens in Schönefeld hätten es die Verantwortlichen gleich fünf Mal zu unserem Nachbarplaneten und zurück geschafft: Eine bemannte Marsmission dauert schätzungsweise 450 bis 500 Tage. Voraussetzung ist allerdings, dass auch die Gruppendynamik stimmt.

63 Mal Brandenburg umwandern (Quelle: dpa/rbb)
Bild: dpa/rbb

1.366 Kilometer misst die Brandenburger Außengrenze. Wären die BER-Betreiber vor 2.500 Tagen nach getaner Arbeit losgewandert, dann hätten sie bei einer Schrittgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde jetzt schon ihre 158. Runde hinter sich.

460 Mal die Spree entlang schwimmen (Quelle: dpa/rbb)
Bild: imago/rbb

Über 400 Kilometer erstreckt sich die Spree - von der Quelle in Ebersbach/Neugersdorf bis zur Havel-Mündung in Berlin-Spandau. In 2.500 Tagen hätte man die Strecke 1.150 Mal schwimmen können - sofern man sie in der Weltrekordzeit für 100 Meter Freistil schafft.

6050 Mal Brandenburg durchqueren (Quelle: dpa/rbb)
Bild: dpa/rbb

Der westlichste Punkt in Brandenburg ist Lenzerwische in der Prignitz, der östlichste Neiße-Malxetal im Landkreis Spree-Neiße. Google Maps berechnet für die Brandenburg-Durchquerung mit dem Auto knapp vier Stunden - Zeit genug also für 15.125 Fahrten von Ost nach West durch Brandenburg.

15918 Runden auf dem Berliner Ring (Quelle: dpa/rbb)
Bild: dpa-Zentralbild

Wem die BER-Baustellen ans Herz gewachsen sind, der kann auf dem Berliner Ring sein Glück versuchen. Bei freier Strecke und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde schafft man darauf sogar 39.795 Runden.

51428 Mal die Abendschau einschalten
Bild: rbb

Wer "Game of Thrones" nichts abgewinnen kann, hätte in den 2.500 Tagen seit der Nichteröffnung auch 128.570 Ausgaben der rbb-Abendschau anschauen können - oder von Brandenburg aktuell.

456177 Mal das Park Inn hinauf laufen (Quelle: dpa/rbb)
Bild: dpa/rbb

Sich ein bisschen Überblick zu verschaffen, hätte in den vergangenen 2.500 Tagen sicherlich nicht geschadet. Gut geht das vom Park Inn am Alexanderplatz: Die 37 Etagen bewältigte der schnellste Läufer beim Sky Run 2009 in 3:09 Minuten. Der Treppencrack hätte also seit der Nicht-Eröffnung des BER 1.140.442 Mal das Park Inn erklimmen können.

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Antwort auf [Fußgänger] vom 07.04.2019 um 20:14
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18 Kommentare

  1. 18.

    Niemand hat die Absicht einen Flughafen zu errichten!

  2. 17.

    Ein FLUGHAFEN??? Welcher FLUGHAFEN?? *LOL*

    Im Ernst: bis da gewisse Probleme beseitigt sind, fällt der doch schon wieder zusammen. Was für ein Milliardengrab. Wowereit dürfte die Eröffnung nicht mehr erleben, wenn sich Untersuchungsausschuß an Untersuchungsausschuß reiht.

  3. 16.

    Hauptsache jeder hält die Hand auf ! Fließt genug Geld , hält jeder die Füße von denen still !!!

  4. 15.

    Sollte der BER jemals zu schaffen gewesen sein?

  5. 14.

    Ob BER oder Stuttgart 21. Noch teurer als die versenkten Milliarden kommt uns die weltweite Rufschädigung der deutschen Ingenierskunst. Bewundernswert ist freilich das Stehvermögen der Politikerkaste,die in der Lage ist, den Kollaps dieser Murksprojekte seit Jahren auf Kosten der Allgenmeinheit zu verschleppen.

    BER: hätte man die Bauruinie vor 5 Jahren abgerissen, könnte da längst der neue Berliner Flughafen stehen.
    S21: Stop und die Seitenflügel des (eigentlich) denkmalgeschützten Kopfbahnhofs wieder aufbauen. U.U die den Vorschlag von Geisler aus der Schlichtung aufgreifen - Fernzüge unten, Nahverkehr bleibt oben.

  6. 13.

    Ist Ihnen entgangen das der Flughafen in Brandenburg liegt und das ausserdem das Land Brandenburg und der Bund zu je einem Drittel Miteigentümrr sind? Warum also ist Herr Wowereit alleine schuld? Unsere Schwarzen Nullen als Verkehrsminister haben in den letzten Jahren ja gar nix geschafft- zumindest nicht für den Bürger. Die Autoindustrie sieht es wahrscheinlich anders.

  7. 12.

    Zum normalschnellen Aussprechen von "Engelbert Lütke Daldrup" braucht man in Berlin 2,6 Sekunden, 86.400 Sekunden hatten diese 2500 Tage jeweils, das heißt, dass man in dieser Zeit 83.076.923,1 Mal den Namen des neuen Flugkapitäns hätte aussprechen können, doch der hätte immer noch nicht nicht die Passagiere begrüßt. Offenbar hört er einfach nicht. Woran das wohl liegt - an seinen Fenstern?

  8. 11.

    Müller hat es auch nicht besser gemacht.

  9. 10.

    2500 Tage. Viel zu wenig Zeit um für die abertausende Fehler abertausende Ausreden zu erfinden.

  10. 9.

    Oder: Zwei intakte BER errichten.

  11. 8.

    Once upon a time, there was a badly planned BER ...

  12. 7.

    Man sollte das nicht so negativ sehen:
    Am Kölner Dom haben die über 630 Jahre gebaut - da bleibt dem BER noch ein bißchen Zeit, diesen Rekord zu brechen.

  13. 6.

    "bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h auf dem Berliner Ring..."
    Da wäre pro Runde aber bestimmt mindestens 3x der Führerschein weg...
    Nichts gegen Rechenexempel, aber ein bißchen Hand und Fuß sollten sie schon haben.

  14. 5.

    Da werden bestimmt noch mal so viele Tage vergehen, da hätte man lieber Wohnungen für das Geld was da verpulvert worden ist bauen können.
    Ein sehr, sehr trauriges Armutszeugniss für den Senat unter Wowereit für Berlin. Nicht mal das bekommt Berlin hin.

  15. 4.

    Sollte sicher ein humoristischer Beitrag zum BER sein. Leider ist aber den Berlinern und Brandenburgern der Humor bei diesem Thema komplett vergangenen.
    Vielleicht ist es möglich mit journalistischer Qualität aufzuzählen, was man mit den Milliarden an Steuergeldern hätte besser machen können.

  16. 3.

    Ein Fehler: die Abendschau kommt einmal am Tag. Ergo in 2500 Tagen auch nur 2500 Mal. Aber ich hab mal Verständnis, dass ich euch auch irgendwie unterbringen wolltet - aber sei das Programm auch noch so gut: 24std-Dauerschleife die gleiche Abendschau muss nicht sein! Der Berliner Ring hingegen steht immer zur Verfügung, wenn auch selten staufrei ;)

  17. 2.

    .....vor allem ein Stadion bauen...
    Für eine (leider nur) mittelmäßige Mannschaft...und dafür Mieter eines intaktes Wohnumfelds aus deren Wohnungen schmeißen. Super Idee RBB 24!

  18. 1.

    Es werden bestimmt noch viele tausend Tage vergehen....

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