Bildcombo: Der Berliner FDP-Politiker Sebastian Czaja (l.) und FBB-Chef Engelbert Lütke Daldrup (r.) (Quelle: DPA/Paul Zinken & Burkhard Fraune)
Audio: Radioeins | 12.04.2019 | Interview mit Engelbert Lütke Daldrup | Bild: DPA

"Notorischer Lügner" - Lütke Daldrup geht juristisch gegen FDP-Chef Czaja vor

Der Vorsitzende der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, geht mit einer Unterlassungserklärung gegen den Chef der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja vor.

"Der Herr Czaja hat von meinem Anwalt eine Unterlassungserklärung bekommen", sagte Lütke Daldrup am Freitag dem rbb, "weil er eine unzutreffende Tatsachenbehauptung in die Welt gestellt hat, die zugleich einen beleidigenden Charakter hat."

Czaja habe in den entsprechenden Gremien wiederum kein Interesse am BER gezeigt, sondern lediglich Fragen zum Flughafen Tegel gestellt. "Man muss als Politiker vielleicht auch ein bisschen über den Horizont hinaus denken", so Lütke Daldrup in der rbb-Welle Radioeins.

Bis zum Abend hat Czaja Zeit die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Sonst muss der Fall vor Gericht verhandelt werden.

Lütke Daldrup: Nur Auszüge von Tüv-Bericht öffentlich

Czaja hatte zuvor schwere Vorwürfe erhoben: "Flughafen-Chef Lütke Daldrup hat sich als notorischer Lügner erwiesen, von dem die Steuerzahler keine Wahrheit über den BER erwarten können." Es kämen nur so viele Informationen zum Bau des Flughafens ans Tageslicht, wie man Lütke Daldrup Fragen stelle, so Czaja.

Am Freitag war bekannt geworden, dass der zuständige TÜV den Eröffnungstermin des zukünftigen Berliner Flughafens im Oktober 2020 in einem Zwischenbericht als unrealistisch einschätzt. Laut Lütke Daldrup stelle der Bericht des Tüv insgesamt nicht den Fortschritt an der Baustelle infrage.

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Doch kann er, er hätte nur die bisherigen seltendämlichen "Bau-Buden" verknacken, und drei Anrufe tätigen müssen:
    Kuala Lumpur
    Peking/Daxing
    Istanbul
    und sagen müssen: Bitte helft mir, ich bin vom Steuerzahler bezahlt worden, einen BER zu Ende zu bringen!!! HELP!!!

  2. 18.

    " Gast " Selbstverständlich weiß ich wann der ersten " Spatenstich " Baubeginn am BER war. Wenn Sie es auch wissen möchten, Google Sie mal.

    Herr Daldrup, hat im März 2017 als Vorsitzender der Geschäftsführung angefangen seine Arbeit aufzunehmen. Das der BER ein " Trauerspiel " ist, muss hier nicht erwähnt werden.
    Ich denke aber, ein Herr Daldrup kann am wenigsten dafür. Lassen wir den Mann seine Arbeit machen und im Oktober 2020 oder eher, wissen wir mehr. Dazu gibt es noch einen schönen Spruch, .." was lange währt wird endlich gut "

  3. 16.

    Das könnte für Daldrup nach Hinten losgehen. Vor Gericht muss man die Wahrheit sagen. Für Czaja kann keine große Strafe herauskommen, kann er locker angehen

  4. 15.

    Sei es wie es sei.
    Auch wenn es nicht an der Nasenspitze anzusehen, so doch bei den Antworten auf die Frage, warum.

    Die Antwort, dass dies mangels Alternativen und auferlegtem Zeitplan leider anders nicht zu machen sei.
    Die Antwort, dass das Recht auf Vielflug gleichauf mit den elementaren Menschenrechten stünde.

    Der Unterschied ändert zwar im Moment nichts, jedoch sind die Chancen auf Änderung im längerfristigen Zeithorizont doch sehr unterschiedlich.

  5. 14.

    Das bezog sich aber auf die Mitarbeiter der Parteien. Bei der Wählerschaft war es aber sehr wohl die FDP. Soviel zu den Fake News....Grünen Bashing ist zwar Populär, hier aber gänzlich unangebracht.

  6. 13.

    Am besten gar nicht mehr hinhören. Und hoffen, dass der BER irgendwann mal aufmacht. Traurig nur, dass hier Geld ohne Ende verbrannt wird, auch Steuergelder.

  7. 12.

    " Steffen " Haben Sie Ihr Wissen aus der Glaskugel ? Herr Daldrup, wird die Lage wohl besser kennen und kann es sicherlich besser abschätzen wie manch anderer. Zudem ist bis Oktober 2020 noch Zeit, Sicherheitsrelevante Mängel abzustellen.

    Lesen und verstehen, hätte Ihr Beitrag evtl. " überflüssig " gemacht.



  8. 11.

    Es gibt eben große Sicherheitsbedenken. Mängel an den Kabeln kann man nicht im laufenden Betrieb beseitigen. Dann kommt man da nämlich nicht mehr ran. Das Schlimme ist, daß diese Mängel seit Jahren bekannt sind und man in all den Jahren kaum weitergekommen ist. Das einzig Vernünftige wäre es gewesen, alles komplett rauszureißen und neu zu verlegen. Stattdessen hat man herumgedoktort und versucht, die Vorschriften aufzuweichen. Am Ende wird es noch so kommen, daß das Terminal 1 eingezäunt wird und der Flughafen mit einem Gemenge von Industriehallen-Terminals eröffnet, inklusive kundenfreundlichem Bus- und Walkboarding. Für Berlin ist das auch gut genug.

  9. 9.

    Der muss endlich weg, dieser "notorische Lügner" und Hetzer Czaja. Der kann es einfach nicht lassen. Einfach untragbar dieser schleimige Typ. Seine FDP darf wieder dorthin, wo sie hingehört und vor ein paar Jahren war. Im Nichts.

  10. 8.

    Da verwechseln sie etwas, Die PARTEI der Vielflieger sind die Grünen. Das musste selbst das ARD Magazin "Kontraste" zugeben. Also bitte keine Fake News

  11. 7.

    Hm, ich halte die FDPler eigentlich schon für Experten auf dem Gebiet der Unwahrheiten, trotzdem oder gerade deswegen bin ich mir aber nicht sicher, was ich hier nun glauben soll...

  12. 6.

    BER-Stadel, x-te Folge: Nichts wirklich Neues vom Projekt!

  13. 5.

    Nicht zum ersten Mal denke ich, vielleicht ist Herr Czaja vielleicht besser bei der AFD aufgehoben. Gut so, Herr Daldrup, gegen diese Hetze würde ich auch vor Gericht gehen.

  14. 4.

    So kennt man den Herrn Czaja von der Partei der Vielflieger und Besserverdienenden. Immer ein wenig über das Ziel hinaus..

  15. 3.

    und dann stampft der Czaja vor Wut mit dem Fuß auf - ich stell mir das gerade so bildlich vor :-)

  16. 2.

    Die Politiker sollten sich raushalten und den Verantwortlichen des BER lieber unterstützen als immer nur Ihre " Politischen Süppchen " hier zu kochen.

    Lasst den Herrn Daldrup seine Arbeit machen, damit endlich dieser Flughafen fertig wird. Jeder großer Neubau hat so genannte " Kinderkrankheiten ". Man der Zeit werden sie alle abgebaut. Auch im Betrieb wird sich noch vieles zeigen, was nachgearbeitet werden muss.

    Wenn es keine große " Sicherheitsbedenken " geben sollte, bringt den Flughafen BER am laufen und nach und nach werden die Mängel abgearbeitet. Alles ganz normal auf Großbaustellen. Politiker sollten sich raushalten, Sie werden Ihr Glas Sekt schon bekommen, bei der Eröffnung.

  17. 1.

    Lüdtke Daldrup: "Man muss als Politiker vielleicht auch ein bisschen über den Horizont hinaus denken".
    Man sollte den Horizont als Politiker aber auch nicht zu weit abstecken, sonst verliert man das Ziel aus den Augen. Und zwar selbst dann, wenn man dauernd darüber spricht, was dann auch nur noch zum Selbstzweck verkommt.

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