Ein Flugzeug fliegt am 24.10.2018 in Berlin waehrend des Landeanfluges ueber ein Wohngebiet (Quelle: dpa/ Schuldt)
Video: Abendschau | 31.05.2019 | Tobias Schmutzler | Bild: dpa/ Schuldt

Lärmschutz - BER will leise Starts und Landungen belohnen

Der Flughafen BER will mit einem neuen Gebührenmodell den Lärmschutz verbessern. Je nach Lärmpegel sollen die Airlines bis zu 7.500 Euro pro Start und Landung bezahlen. Zudem informierte der BER über die endgültige Abnahme der Brandschutzanlage.

Mit Gebühren von bis zu 7.500 Euro pro Flugbewegung will der künftige Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) die Fluggesellschaften zu leiserem Fliegen veranlassen. Ein neues Gebührenmodell, das bei jedem Flug den Start- und Landelärm misst, soll leises Fliegen belohnen und lautere Starts und Landungen finanziell bestrafen. "Damit leisten wir Pionierarbeit", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag in Berlin.

Gebühren zwischen 40 und 7.500 Euro pro Start und Landung

Bisher seien die Lärmklassen nach Flugzeugtypen und nicht nach tatsächlich verursachtem Lärm geordnet gewesen. "Ein Airbus A 320 war immer in einer Lärmklasse, egal ob Sie laut oder leise geflogen sind", sagte Lütke Daldrup. Deshalb habe es sich für die Fluggesellschaften nicht gelohnt, leiser zu fliegen.

Künftig müssten die Airlines nun jeweils 40 bis 7.500 Euro für den von ihnen verursachten Lärm bezahlen - je nachdem, welche von elf Lärmklassen sie erreichen. Der Flugzeugtyp Airbus A 320 etwa bewege sich zwischen 100 und 300 Euro. In den Randzeiten von 5 Uhr bis 6 Uhr sowie von 22 Uhr bis 24 Uhr sollen die Gebühren deutlich höher ausfallen als in den Kernzeiten.

Die brandenburgische Landesregierung begrüßte das neue Gebührensystem. "Dieses individualisierte System wird sicherlich dazu beitragen, dass die Lärmbelastung zumindest etwas geringer wird", sagte Regierungssprecher Florian Engels am Freitag.

"Das Monster ist final gezähmt"

Neben der Bekanntgabe des neuen Gebührenmodells gegen Fluglärm verkündete Flughafenchef Lütke Daldrup am Freitag außerdem die endgültige Abnahme der Rauchabzugsanlagen und der Lüftungstechnik im Hauptgebäude sowie in beiden Pavillons durch den übergeordneten Sachverständigen. Bereits Mitte April hatte der TÜV die Entrauchungssteuerung am BER abgenommen.

Damit habe der Flughafen BER eine wichtige Hürde auf dem Weg zur anvisierten Eröffnung im Oktober 2020 genommen. "Das Monster ist final gezähmt", sagte Lütke Daldrup. Mit diesem Begriff ist ein zentraler Abschnitt der Brandschutzanlage gemeint, den die Ingenieure jahrelang nicht in den Griff bekamen.

Lütke Daldrup: Mängelbeseitigung geht gut voran

Der BER sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen. Die Fertigstellung der Brandschutzanlage hat sich jedoch immer wieder verzögert, weil Mängel an der Brandmelde- und Kabelanlage festgestellt wurden. Etliche weitere Mängel müssen bis zur Eröffnung noch beseitigt werden. Derzeit gingen die Arbeiten aber gut voran, erklärte Lütke Daldrup.

Im Sommer soll die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung (WPP) stattfinden. Mit der WPP wird als Voraussetzung für die Abnahme des BER durch die Baubehörde das ordnungsgemäße Zusammenspiel aller wichtigen Anlagen getestet.

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17 Kommentare

  1. 17.

    Zum Glück müssen Sie nir noch bis zum Oktober 2020 durchhalten.
    Dann wird endlich der Flughafen Tegel geschlossen werden.
    Zeit wird es bei dem miseumsreifen Zustand der Technik dort.
    Komischerweise kümmert die marode Technik die Tegel-Fans dort nicht, rumgejault wird nur beim BER.

  2. 16.

    Na, dann kommen Sie doch einfach mal zum Mitlachen vorbei! Sie sind herzlich eingeladen!
    Fast jeden morgen, wenn die erste "ach so leise", mit "ach so kleinen" Triebwerken ausgerüstete Boing 777 startet und die Fensterscheiben - je nach Wetter - noch gefühlte Minuten vibrieren, dann ist an Schlaf ab 6 nicht mehr zu denken! Und da Sie ja so informiert sind... wieso haben die Maschinen von Quatar oder Turkish Airlines denn an ihren Riesenteilen nicht die OPTIONAL erhältlichen lärmreduzierten Triebwerke??? Mit den doofen Einheimischen (Türken/Quataris) UND den blöden Berlinern kann man's ja machen!
    Und - bezüglich des Wegziehens: Wir sind 2009 nach Tegel gezogen, weil der Flughafen geschlossen werden sollte - kaum 10 Jahre später immer noch nicht! Also, wir werden genau das tun, was sie vorschlagen: Wegziehen in irgendwas beschauliches - ohne Krach. Und wer wird unsere Immobilie dann wohl kaufen? Ich sag nur: Sozialer Brennpunkt Reinickendorf!!! Warum ist das nur so? Ob's am TXL liegt??

  3. 15.

    "...die Flugzeuge werden immer größer..."
    Ich habe selten so gelacht. Hauptsache irgendetwas fabulieren.
    Haben Sie schon bemerkt, dass die Triebwerke kleiner und effizienter und vor allem leiser geworden sind? Haben Sie schon gemerkt, das 4-strahlige Jets mehr und mehr die Seltenheit sind (in TXL sogar ausgestorben)und auch die 3-strahligen Jets im Wesentlichen gar nicht mehr vorhanden sind? Dieser Klimawahnsinn und das ganze Berliner Gesülze drumherum sind unerträglich. Zieht raus aus der Metropole ins beschauliche Brandenburg. Da kommt u.a. auch nur der Bus 1x am Tag, Züge gibt es fast gar keine und Flugzeuge sowieso nicht. Einzig der Klang der Rasenmäher ist vernehmbar und ein krähender Hahn. Also (fast)Ruhe pur für euch Lärmgeplagte.

  4. 14.

    Ich habe diverse orthographische Fehler gemacht, danke für den Hinweis.
    Was den Laden im Süden betrifft, habe ich mich nicht vertan. SXF ertüchtigen, BER abreissen, Fliegen extrem verteuern, die Bahn entsprechend billiger machen, innerdeutsche Flüge ganz verbieten und konsequente Einhaltung der Nachtzeit.
    Die vorhandene Infrastruktur ist erhaltenswert, aber bei den herrschenden Bedingungen dem Kollaps nahe.
    Dieser Irrsinn der ausufernden Billigfliegerei ist schon aus Klimagründen nicht hinnehmbar.
    Die Autofahrer sollen Verzicht üben aber die Fliegerei wird weiter so betrieben? Diesen Schwachsinn soll mir mal der geneigte und gebildete Wirtschafts- und Umweltexperte sinnreich erklären können.
    Also: den Laden BER umfunktionieren oder abreissen, den Rest habe ich ja vorschlagsweise beschrieben.

  5. 13.

    Sie müssen sich verschrieben haben, nicht "Der Laden im Süden" wird abgerissen werden, sondern "der Laden" innerhalb Berlins;-)

    Das ist auch sinnvoller, weil Flughäfen in Innenstädten nichts zu suchen haben!

  6. 12.

    Und dazu bitte endlich Steuern auf das Flugbenzin!!!

  7. 11.

    Und für den aktuellen Betrieb sieht L-D keinen Handlungsbedarf?
    Dieses Geschwalle ist nicht mehr zu ertragen. Reisst den Laden im Süden ab, verbietet alle innerdeutschen Flüge und lasst die Menschen konsequent in der Nachtzeit von 22h bis 6h, besser noch bis 7h in Ruhe.
    Berlin ein Drehkreuz. Lachhaft.
    Dieses Gefasel geht einem auf die Nerven. Fliegen muss drastisch teurer wurden, damit nichts jeder Depp jedes Wochenenden woanders hinfliegt im mal was zu sehen. Sich dann aber über das Klima aufregen.

  8. 10.

    Die neue Gebührenordnung muss bis Oktober 2020 in Kraft treten.
    Da die obere Luftfahrtbehörde dieser zustimmen muss, sollte man sie also vorher erstellen.
    Was haben Sie dagegen, dass die Anwohner des BER dem geringstmöglichen Lärm ausgesetzt werden?!

  9. 9.

    Wie wäre es, wenn die Eröffnung des BER belohnt werden würde?
    Viel Gerede wie immer aber das Eurpawahlergebis gibt die Stimmungslage gut wieder.
    Sagt nach den Wahlen in Brandenburg nicht, man hätte es nicht wissen können...

  10. 8.

    Lustig irgendwie. Der BER ist nich nicht mal ansatzweise betriebsbereit aber es wird schon über eine Lärmabgabe nachgedacht. Ich finde Planung ja gut, auch zukunftsorientiert zu denken ist gut... ABER es gibt genug aktuellere Probleme, die einer Lösung bedürfen.

  11. 7.

    Ja nu freuen Sie sich doch erstmal über das, was geht. Solche Nachrichten sind selten genug und faseln sie nicht schon wieder über Dinge, die vielleicht noch nicht gehen.
    Mag ja sein, dass Ihre "Brandmelde- und Löschanlagen" mit dazu gehören. Um die geht es aber gerade nicht.
    Und - nein, gestartet ist auch noch kein Flugzeug, auch kein brennendes.

  12. 6.

    Ich finde die Lärmbelästigung, die vom BER gegenwärtig ausgeht, ausgesprochen gering.

  13. 5.

    Belohnung? Also ich lese nur Gebühren, so oder so. Also eine Fluggesellschaft wird belohnt wenn sie weniger Gebühren bezahlt. Ich hoffe die Gesellschaften nutzen andere Flughäfen.

  14. 4.

    Wieso soll erst auf den BER gewartet werden - hätte dann also schon seit 8 Jahren in TXL gemacht werden sollen! Nachdem in TXL über die Jahre die Flugzeuge immer größer, lauter und öfter fliegen dürfen.

  15. 3.

    Mal ganz ehrlich, was soll diese Idee von der Lärmabgabe? Da versuchen Laien seit Jahren einen Flughafen zu bauen, bekommen diesen nicht ans Laufen und planen aber schon sie Passagiere abzuziehen. Meiner Meinung nach versucht man darüber die versenkten Gelder wieder auszugleichen. Stellt doch bitte Leute ein, die wissen, wie solch ein Großprojekt geplant und gebaut wird. Vielleicht wird es ja mal was.

  16. 2.

    Bitte sofort in Tegel umsetzen und endlich den Lärm durch startende und landenden Flugzeugen "abstellen", oder besser gleich ganz schliessen!

  17. 1.

    Die Entrauchungsanlage ist allerdings nur eine von mehreren Brandschutzanlagen. Dazu gehören auch verschiedene automatische Brandmelde- und Löschanlagen.

    Immerhin scheint damit aber auch die Verkabelung der Entrauchungsanlage frei von gravierenden Mängeln zu sein.

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