Check-in-Counter am Flughafen BER (Quelle: imago/Contini)
Video: rbb24 | 17.05.2019 | Tina Friedrich | Bild: www.imago-images.de/Contini

CDU zweifelt an Zeitplan - Antrag auf BER-Bericht im Landtag abgelehnt

Ist die geplante Eröffnung des BER im kommenden Jahr noch realistisch? Dazu sollte Rot-Rot im Brandenburger Landtag einen Bericht vorlegen, so die Forderung der CDU. Doch der Antrag wurde abgelehnt. In Berlin trat unterdessen der BER-Aufsichtsrat zusammen.

Ein Antrag der CDU im Potsdamer Landtag auf Klarheit zum aktuellen Zustand des Hauptstadtflughafens BER ist abgelehnt worden. Die Partei verlangte am Freitagnachmittag von der Landesregierung, noch vor der Sommerpause eine Aussage über mögliche Verzögerungen zu machen. Anlass waren neue Berichte über Mängel, die eigentlich längst hätten ausgeräumt sein sollen.  

Zweifel auch bei Grünen und Linken

Martin Gorholt (SPD), Chef der Staatskanzlei, versicherte, dass alle Mängel auf dem Tisch lägen. Er gehe deshalb weiter von einer Eröffnung im Herbst 2020 aus. Daran äußersten zwar auch die Abgeordneten von Linken und Grünen Zweifel, der Antrag wurde aber trotzdem mehrheitlich abgelehnt. Zur Begründung hieß es, der BER-Sonderausschuss und nicht das Plenum müsse solche Fragen klären.

Projektleiter: "Wir werden 2020 fliegen"

Der Projektsteuerer WSP bekräftige unterdessen den Eröffnungstermin. Dessen Bereichsleiter Nord-Ost, Steffen Göbel, wurde am Freitag im BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses befragt. "Wir werden in 2020 fliegen! Haken hinter!", zitierte ihn die Ausschussvorsitzende Melanie Kühnemann-Grunow (SPD) nach der Befragung.

Aufsichtsrat berät über Terminplan

Über den engen Terminplan zum geplanten Start des BER diskutiert seit Freitagvormittag auch der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Der neue Hauptstadtairport soll mit jahrelanger Verspätung im Oktober nächsten Jahres in Betrieb gehen. Daran waren zuletzt aber wieder Zweifel laut geworden. Die Fertigstellung der Brandmeldeanlage im Terminal verzögert sich immer wieder. Noch immer werden auch Mängel in dem Gebäude beseitigt. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup geht aber davon aus, dass die Zeit bis zum Start im Oktober 2020 noch reicht.

Berliner Flughäfen machen weniger Verlust als befürchtet

Gute Nachrichten gibt es zur Bilanz der Flughafengesellschaft. Im vergangenen Jahr hat sie weniger Verluste durch den Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER gemacht als befürchtet, teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag mit.

Demnach verbuchte die Betreibergesellschaft 2018 ein Minus von 77 Millionen Euro, 40 Millionen weniger als im Jahr davor.

Weil immer mehr Menschen die Berliner Flughäfen nutzen, stieg der Umsatz des Unternehmens um rund sechs Prozent auf knapp 415 Millionen Euro. Der Passagieranstieg fiel allerdings wegen der Air-Berlin-Pleite geringer aus als erwartet.

In diesem Jahr sind die Passagierzahlen wieder stark angestiegen. Bis Anfang Mai 2019 wurden 11,5 Millionen Fluggäste gezählt, 15 Prozent mehr als im
Vorjahreszeitraum.

Sendung:  Brandenburg aktuell, 17.05.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Das Demokratieverständnis ist nun nach 30 Jahren roter Erfolglosigkeit völlig abhanden gekommen und gehört abgelöst. Wir dürfen nicht um den Zustand des BER wissen, wir dürfen nicht wissen was das rosa Schloss gekostet hat usw. Wir wollen nicht mehr zu den ewig belächelten Letzten gehören.

  2. 3.

    Das hört sich alles nach "Neverendingstory" an. Die einzig wahre Aussage, dass sie fliegen werden, vielleicht schon eher.

  3. 2.

    Die Ablehnung ist , auf Grund der Sachlage, logisch. Wann wird endlich ein unbeteiligtes, unabhängiges Gremium die Missstände am BER aufdecken, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können?Diese Vertuschungsstrategie ist für mich als Steuerzahlerin unerträglich.

  4. 1.

    Glaubwürdigkeit sieht anders aus! Und das vor wichtigen Wahlen! Ob die Wähler in Brandenburg dieses Verhalten gut finden? Da habe ich meine Zweifel!

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