Betontreppe im bereits fertiggestellte Hauptterminal des BER (Quelle: imago/Bernd Friedel)
Bild: imago/Bernd Friedel

"Aus persönlichen Gründen" - Leiter der BER-Ausbauprogramme hat gekündigt

Der BER verliert einen seiner wichtigsten Manager. Wie der rbb erfuhr, wird der Leiter der Ausbauprogramme den BER zum Ende des Jahres verlassen. Auf die Fertigstellung wichtiger Bauvorhaben werde sich dies nicht auswirken, so die Flughafengesellschaft.

Wie der rbb am Freitag erfahren hat, hat der Leiter der Ausbauprogramme am BER seinen Vertrag gekündigt. Er werde aber seine Tätigkeit bis Ende des Jahres fortführen, sagte Hannes Hönemann, Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) dem rbb-Inforadio. Die Kündigung sei "aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch" erfolgt.

Die Ausbauprogramme am BER dienen der Fertigstellung aller noch offenen Bauvorhaben, also zum Beispiel der Rollfelder entlang der Start- und Landebahnen oder Parkplätze und Parkhäuser.

Fertigstellung von Terminal 2 ist laut BER nicht gefährdet

Eines der wohl wichtigsten Bauvorhaben ist die Fertigstellung von Terminal 2 (T2), das neben dem Nordpier errichtet wird und für sechs Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt ist. Laut aktueller Planung soll das Terminal zusammen mit dem BER im Herbst 2020 in Betrieb gehen.

Auf die Fertigstellung von T2 habe die Kündigung aber keine Auswirkungen, sagte Hönemann, da es für diese Baumaßnahme einen eigenen Projektleiter gebe. Nach rbb-Informationen ist dieser dem Leiter der Ausbauprogramme untergeordnet.

FDP-Politiker hatte falsche Funktionsbezeichnung getwittert

Dass am BER eine der wichtigsten Führungspersonen gekündigt hat, war am Donnerstag vom Fraktionschef der Berliner FDP, Sebastian Czaja, auf Twitter verbreitet worden. Allerdings hatte Czaja die falsche Funktion genannt und sich auf den Projektleiter des Terminals 2 bezogen. Tatsächlich hat aber dessen Vorgesetzter gekündigt, der nicht nur den Terminalbau, sondern die gesamten Ausbauprogramme am BER verantwortet.

Ebenfalls gestern war bekannt geworden, dass es beim Bau des zweiten Terminalgebäudes am BER offenbar erhebliche Verzögerungen gibt. Darüber berichtet hatte das "Neue Deutschland" und sich dabei auf Experten aus dem Umfeld der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport bezogen. Demnach rechnen die Fachleute mit einer Fertigstellung des Terminals erst Ende 2022, also zwei Jahre nach der für Oktober 2020 geplanten Inbetriebnahme des Flughafens.

Baufortschritte "überraschend gering"

Der Baufortschritt sei "überraschend gering", heißt es in einem Schreiben, aus dem die Zeitung zitiert. "Für die Fertigstellung des Rohbaus werden noch rund fünf Monate benötigt", heiße es weiter. In dem Gebäude, mit dessen Bau im Oktober 2018 begonnen wurde, sollen künftig sechs Millionen Flugreisende pro Jahr abgefertigt werden. Nach den Plänen der Flughafengesellschaft soll es dazu dienen, die schon jetzt zu geringen Kapazitäten des BER weiter aufzustocken.

Sendung: Abendschau, 28.06.2019, 19.30 Uhr

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Antwort auf [andrae] vom 29.06.2019 um 11:51
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9 Kommentare

  1. 9.

    Ein Schelm wer Arges dabei denkt. Ist doch nur der Chef des Innenausbaus der da geht.

  2. 8.

    Die Kündigung erfolgte um Zeit für die Fertigstellung der Promotion zu haben. Thema der Arbeit: "Innenausbau öffentlicher Objekte unter Beachtung der, infolge langer Prozesse, veränderten gestalterischen und funktionalen Anforderungen in Verbindung mit fehlerhaften Vorleistungen deren Fehlerhaftigkeit nach erfolgter Überdeckung (durch den baulichen Ausbau) formal nicht existent, jedoch faktisch festtellbar ist - und dies gekoppelt an die Entwicklung in Normung und Gesetzgebung über einen Zeitraum von über 20 Jahren, jedoch ohne Beachtung der Tauglichkeit vorgefunderer Fehlleistungen in tangierenden Bereichen". Der Doktorvater wollte sich nicht outen: Er schriebt gerade ein Grundlagenbuch mit dem Titel "Die Fehlervertuschung und ihrer Honorierung als Grundleistung".

  3. 7.

    "Laut aktueller Planung soll das Terminal zusammen mit dem BER im Herbst 2020 in Betrieb gehen soll."
    Wird das wirklich vom Computer korrigiert ohne Menschen? Stehen die Redakteure wirklich unter so großem Zeitdruck?
    Gerade dieser Fehler taucht sehr oft auf, auch jenseits des rbb.
    Bei allem Verständnis für veränderte Arbeitsbedingungen, so etwas finde ich schrecklich. Und die Gebühren sind ja auch hoch genug (wieso schalten die Öffentlich-Rechtlichen nochmal zusätzlich Werbung?, um dies zu checken.
    Wo ist denn das Geld, was ab 20.15 Uhr im rbb TV eingespart wird? Aber anderes Thema.....

  4. 6.

    In Ihrer Argumentation vergessen Sie, daß die Flugbewegungen von Tegel hinzukommen werden. Außerdem wird dann von zwei Bahnen geflogen, was auch zu einer Änderung der Flugrouten führt. Also was sich jetzt in Schönefeld abspielt ist Kindergeburtstag im Vergleich zu dem was da kommt. Falls es denn jemals kommt...

  5. 5.

    Stimmt, schön diese Ruhe. (löl) denn in SXF flogen und fliegen ja keine Flugzeuge bis zur Eröffnung der neuen Wartehalle, Namens BER. Denn mehr wurde im Wesentlichen ja nicht gebaut. SXF ist seit Jahrzehnten ein Airport und den BER braucht der gemeine Anwohner doch nur, um sich auch noch seinen Hühnerstall auf Steuerkosten lärmtechnisch sanieren zu lassen. Es ist schon dreist, wie dort abgezockt wird.
    Ich würde ja das Lärmargument verstehen, wenn dort noch nie ein Airport war. Aber das Gegenteil ist der Fall. Naja, man nimmt mit, was man kriegen kann.

  6. 4.

    Und gehts nach den Vorstellungen der GRÜNEN Habeck und Co. dann kommts zu einer Verteuerung der Flüge. Hieße dann die Passagierzahlen sinken, denn etliche Menschen könnten sich das dann nicht mehr finanziell leisten. Auch die Einnahmen des Flughafens sinken dementsprechend aus weniger Start- und Landegebühren. Und die aufgelaufene große Schuldenlast von Bund und Ländern für diesen Bau verschiebt sich einschließlich Zinszahlungen zwecks Rückzahlung immer weiter nach hinten.

  7. 2.

    Und wieder muss eine neue bzw. andere Person eingearbeitet werden. Dieser Flughafenbau ist die größte Geldverschwendung aller Zeiten in Berlin. Wer haftet für diese enorme Vernichtung von Steuergeldern?
    Welche Konsequenzen erwachsen für die Personen, die jetzt steif und fest behaupten dass der Flughafen im Herbst 2020 eröffnet wird, wenn der Termin wieder nicht eingehalten wird? Es ist sehr ärgerlich wenn man nachrechnet was hier jeden Monat an Steuergeldern für die Instandhaltung der ungenutzten Infrastruktur verbraucht wird. Noch ärgerlicher wird es wenn man umrechnet was mit diesem Geld sinnvolles und dringend Notwendiges bei Feuerwehr, Polizei, Schulen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen gemacht werden könnte.

  8. 1.

    Und täglich grüßt das Murmeltier! Jede schlechte Nachricht vom BER ist eine gute für meinen Nachtschlaf.

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