Helm mit der Aufschricht "TÜV Rheinland" am BER (Bild: imago images/Friedel)
Audio: Inforadio | 05.08.2019 | Thomas Rautenberg | Bild: imago images/Friedel

Aufsichtsrat informiert - Tüv-Prüfer stellen BER-Anlagen vorerst gutes Zeugnis aus

Seit wenigen Tagen sind Tüv-Prüfer auf dem BER unterwegs, um die wichtigsten technischen Systeme des Flughafens zu begutachten. Am Montag wurde der Aufsichtsrat informiert - demnach ist das Ergebnis der ersten Prüftage zufriedenstellend.

Kurz nach dem Start wichtiger Technikprüfungen an der BER-Baustelle hat der Tüv am Montag den Aufsichtsrat über den Stand der Dinge informiert. "Der Tüv war mit den ersten zweieinhalb Prüftagen zufrieden", sagte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup im Anschluss an die Sondersitzung des Gremiums.

"Starttermin verlässlich und belastbar"

Der Tüv teile die Auffassung, dass die finalen Techniktests innerhalb von 40 Tagen erfolgreich abgeschlossen werden können, sagte Lütke Dadrup weiter. Alle Mängel der Priorität 1 seien beseitigt und drei Viertel aller Mängel bei den Kabelgewerken ebenfalls behoben worden. Es gebe daher keinen Grund, am geplanten Starttermin für den BER zu zweifeln, er sei verlässlich und belastbar, so Lütke Daldrup weiter.

Nach jahrelanger Sanierung im BER-Terminal in Schönefeld überprüft der Tüv seit Donnerstag, ob die wichtigsten technischen Systeme nicht nur für sich, sondern auch im Zusammenspiel funktionieren. Dazu zählen zum Beispiel die Brandmelde- und Alarmierungsanlagen und die Sicherheitsstromversorgung. Für die Prüfungen sind rund zwei Monate veranschlagt. Die anschließende Dokumentation dauert dann nochmals einen Monat.

Komparsen sollen Betrieb am BER testen

Innerhalb von 14 Tagen nach der Inbetriebnahme des BER soll der Flugverkehr in Berlin-Tegel eingestellt werden. "Wir haben nicht mehr vor, dort zu fliegen", bestätigte der Flughafenchef ausdrücklich. Ab Jahresende will die Flughafengesellschaft rund 20.000 Freiwillige finden, die als Komparsen den Betrieb am BER unter realen Bedingungen testen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte auf die Sondersitzung des Aufsichtsrats gedrängt und den Druck auf die Flughafengesellschaft erhöht. Sollte Flughafengeschäftsführer Lütke Daldrup nicht über einen erfolgreichen Verlauf der abschließenden Technik-Tests berichten, müsse möglicherweise ein Plan B her, wie die Flughafeneröffnung noch zu schaffen sei. Eine Antwort forderte Scheuer seinerzeit noch von den Landtagswahlen in Brandenburg Anfang September.

Sendung: Inforadio, 05.08.2019, 7 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Wieso das?
    Die TÜV-Prüfberichte wurden doch von diversen Medien zitiert, wenn es Probleme gab,z.B. Tagesspiegel oder Kontraste vom RBB.
    Wenn jetzt derselbe TÜV plötzlich feststellt, dass die Probleme abgearbeitet wurden und die Anlagen funktionieren, sollen wir dem Institut nicht mehr Vertrauen?!
    Diese Logik müssen Sie einmal erklären;-)
    Ich verstehe Sie nicht!

  2. 10.

    In Bezug auf die Dübel hatten sich Laien offensichtlich vor der Verbreitung der Panik nur unzureichend informiert.

    Bei einem Bauwerk dieser Größe werden bei der Inbetriebnahme immer Mängel vorhanden sein. Es obliegt den Sachverständigen, diese Mängel zu bewerten und ggf. einer Inbetriebnahme mit Auflagen zu gestatten.

    Nach drei Tagen Prüfung ist es aber noch viel zu früh, das Fell des Bären zu zerteilen. Zur Halbzeit wäre ein solcher Termin angebracht. Schließlich geht es nebenbei auch um die Arbeitsplätze der Journalisten.

  3. 9.

    Ich will ja nicht unken, aber diesmal habe ich tatsächlich ein gutes Gefühl. Seit Herr L.D. die ganze Sache in der Hand hat scheint es besser zu laufen. Schauen wir mal...

  4. 8.

    Wer wirklich geglaubt hat das der TÜV dort etwas bemängelt hat in den letzten Jahren wohl einen Tiefschlaf gehabt.

  5. 7.

    "Religion ist Opium für das Volk"!
    So sagte man früher.
    Heutzutage nehmen Ingenieure Bauwerke ab.
    Dann braucht man auch nicht mehr "glauben", dass etwas funktioniert, sondern hat den Prüfbericht in der Hand und weiß, dass etwas funktioniert.
    Für "Glauben" ist dort kein Platz!

  6. 5.

    Ich würde mal sagen: "Opium fürs Volk". Das es mit der Eröffnung klappt, glaube ich nicht wirklich. Da können noch so viele positive TÜV Meldungen kreiert werden.

  7. 4.

    Der TÜV hat mit der Abnahme angefangen, weil alle 12 Anlagen zur Abnahme bereit und einzeln bereits fehlerfrei durch den TÜV geprüft wurden. Außerdem wurden die 75 Prozent in den letzten Monaten abgearbeitet, die restlichen 25 Prozent werden bis zur Inbetriebnahme also locker zu schaffen sein. Wovon Sie ausgehen ist ihre Sache, bis jetzt läuft es rund, seitdem der neue Flughafenchef im Amt ist. Ich freue mich auf Ende 2020, wenn endlich der Flughafen Tegel schließen und der BER endlich öffnen kann!

  8. 3.

    Na ja, 25% der Mängel an den Kabelgewerken sind noch nicht beseitigt... Für 75% 7 Jahre, macht für die restlichen 25%...
    Man kann also davon ausgehen, daß zum anvisierten Termin der BER mit nicht beseitigten Mängeln startet. Und die Dübel werden wohl auch nicht getauscht. Warum der TÜV uberhaupt mit der Prüfung begonnen hat ist schon eigenartig....

  9. 2.

    Wie schade für die Medien! Noch nichts auszusetzen ! Ausser an eurer Überschrift.

  10. 1.

    So so, der BER-Aufsichtsrat informiert sich über die TÜV-Prüfung.
    Mit anderen Worten: Der Aufsichtsrat macht seine Arbeit - ganz toll!
    So weit sind wir also schon, dass rbb darüber berichtet, dass der Aufsichtsrat mal genau das macht, wozu er da ist und auch sicherlich gut bezahlt wird.

    Traurig. Hat bei mir in bisher 37 Jahren Berufspraxis übrigens keiner extra gewürdigt, dass ich einfach immer nur meine Aufgaben erfüllt habe, das war ganz einfach selbstverständlich und Gegenstand meines Arbeitsvertrages.

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