Entwurf des Regierungsterminals am BER (Quelle: BHBVT/dpa)
Bild: Busmann_+_Haberer_Architekten / BHBVT

Flughafen BER - Bund verzichtet möglicherweise auf neues Regierungsterminal

Lange wurde über den Bau eines Regierungsterminals für Staatsgäste am BER gestritten: Die Flughafengesellschaft und die Länder Berlin und Brandenburg waren wenig begeistert - der Bund bestand klar darauf. Nun zeigt er sich gesprächsbereit.

Der Bund will möglicherweise doch kein neues Regierungsterminal am künftigen Flughafen BER bauen. Das Bundesbauministerium untersucht, ob ein Neubau nötig sei oder ob das vor einem Jahr fertiggestellte Interimsterminal ausreiche, sagte eine Sprecherin am Freitag. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Morgenpost", die unter Berufung auf beteiligte Planer darüber berichtet hatte. Die Studie soll nach Worten der Ministeriumssprecherin Ende dieses Jahres fertig sein.

Das Interimsterminal ist seit Herbst 2018 betriebsbereit, samt Vorfeld hat es rund 70 Millionen Euro gekostet. Dort sollen ab 2020 Staatsgäste und Regierungsmitglieder einchecken, das Abfertigungsgebäude ist bislang aber nur als Zwischenlösung gedacht. Denn das eigentliche Baufeld für das Regierungsterminal liegt direkt nebenan. Es ist aber wegen der BER-Verzögerungen noch nicht frei.  

Interimsterminal seit 2018 fertig

Die Flughafengellschaft dringt schon länger darauf, auf den Neubau zu verzichten, damit mehr Platz für den BER bleibt. Das Bauministerium hatte jedoch stets betont, vor dem Interimsterminal gebe es zu wenig Abstellpositionen für Flugzeuge. Ohne eine Neubau könne die Flugbereitschaft nicht von Köln-Wahn nach Schönefeld umziehen.

Vom Jahreswechsel 2021/2022 an sollte nach bisheriger Planung in Schönefeld das endgültige Regierungsterminal gebaut werden. Allerdings waren zum geplanten Start des BER 2012 noch rund 299 Millionen Euro Baukosten dafür veranschlagt. Inzwischen geht der Bund von 344 Millionen Euro aus.  

Das Interimsterminal sollte nach dem Auszug des Bundes 2025 für Geschäftsflieger genutzt.

Bund beharrte bislang auf zweitem Neubau

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hatten Anfang des Jahres Finanzminister Olaf Scholz (alle SPD) in einem Brief aufgefordert, auf den Neubau eines Regierungsterminals am BER zu verzichten. Sie forderten stattdessen, dass der Bund das Interimsterminal dauerhaft nutzt - aus Kostengründen und um den BER-Start nicht zu gefährden.

Doch das Bundesfinanzministerium lehnte Umplanungen damals ab: "Um den international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht zu werden, ist für das Empfangsgebäude als Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland eine angemessene repräsentative Gestaltung vorgesehen."

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11 Kommentare

  1. 11.

    Nix muss, alles kann.
    Wowi

  2. 9.

    Beim BER ist alles "möglich".

  3. 7.

    Das wäre endlich mal ein richtiger Schritt in der leidigen BER-Angelegenheit.
    Wir" haben schließlich Klima", da muss man die ganze Vielfliegerei nicht noch immer weiter unterstützen. Und das eingesparte Geld kann man gut dafür einsetzen, um Radwege und die Verbesserung der Öffis in Angriff zu nehmen.

  4. 6.

    Das hoffe ich das der mal ein Aushängeschild wird! Zumindest muss man sich nicht fremdschämen wenn man in Tegel auf Freunde wartet und sich mitten im Plastikcharm der 70ziger Jahre wiederfindet.

  5. 5.

    Der gesamte BER ist doch ein Regierungsterminal und ein Aushängeschild ... für den ersten Eindruck ausländischer Gäste doch angemessen wahrhaftig und ehrlich.

  6. 3.

    Typisch:
    rin inne Kartoffeln-raus aus de Kartoffeln-da weiss wieder die rechte Hand nicht, ewas die linke tuntut.-.-.-
    Um Millionen rauszuwerfen, muss eben ein Neubau her und nun wieder nicht-damit die Diäten stimmen-ohoh

  7. 2.

    Es wäre eine tolle Wendung, wenn die Kritik von Medien (inkl. rbb), Öffentlichkeit und Länder Berlin/Brandenburg wirksam würde! Hoffentlich kommt es nun auch so und die Steuergeldverschendung wird gestoppt.

  8. 1.

    Wer genau ist "der Bund", der da ein neues "repräsentatives" Terminal haben will oder wollte? In Zeiten, da Schulen fehlen, ein Unding. Was da steht und funktioniert ist absolut ausreichend für eine Regierung, deren Minister und Beamte unsinnigerweise auch noch dauerhaft zwischen Berlin und Bonn hin- und verfliegen wollen.

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