Fluggäste in Tegel (Bild: imago images/Andreas Friedrichs)
Bild: imago images/Andreas Friedrichs

Knapp 24 Millionen Passagiere - Steigende Fluggastzahlen - Experte warnt vor BER-Engpässen

Die Zahl der Fluggäste an den Berliner Flughäfen ist in den ersten acht Monaten dieses Jahres deutlich angestiegen. Von Januar bis August 2019 wurden in Tegel und Schönefeld mit 23,99 Millionen Passagiere 8 Prozent mehr abgefertigt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) am Freitag unter Verweis auf die vorläufigen Zahlen des Verkehrsberichts mitteilte.

Besonders groß ist der Anstieg demnach in Tegel. Dort starteten und landeten bis August 16,18 Millionen Passagiere. Das seien 18,5 Prozent mehr als in den ersten acht Monaten des Vorjahres. In Schönefeld ist die Zahl der Passagiere im selben Zeitraum hingegen zurückgegangen: Bis August wurden dort 7,81 Millionen Passagiere abgefertigt, 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im August etwas weniger Passagiere

Im Monat August ist die Zahl der Fluggäste nach Angaben der FBB insgesamt leicht zurückgegangen: Insgesamt 3,18 Millionen Passagiere nutzten Tegel und Schönefeld. Das waren rund 178.000 weniger als im Vormonat. Die Ferien in Berlin gingen in diesem Jahr von Ende Juni bis Anfang August. Verglichen mit dem August 2018 ging die Zahl der Passagiere um drei Prozent zurück. Allerdings endeten die Sommerferien im vergangenen Jahr erst Mitte August.

Auch im August hatte Tegel den Angaben zufolge einen größeren Ansturm zu bewältigen als Schönefeld. In Tegel starteten und landeten demnach 2,14 Millionen Passagiere und damit 2,1 Prozent mehr als im August 2018. In Schönefeld hingegen ging auch im August 2019 die Zahl der Passagiere im Vergleich zum August 2018 zurück - um 12 Prozent: Es wurden 1,04 Millionen Fluggäste abgefertigt. Der Rückgang in Schönefeld sei darauf zurückzuführen, dass Fluggesellschaften Strecken von Schönefeld nach Tegel verlagert haben, so die FBB.

FBB: Bessere Auslastung der Flugzeuge

Die Zahl der Flugzeuge, die auf beiden Flughäfen starteten und landeten, lag mit 24.989 zwischen Januar bis August 2019 gut 7 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang liege vor allem an der besseren Auslastung der Maschinen, teilte die FBB mit. In Tegel habe es 16.643 Starts und Landungen (minus 3,7 Prozent) gegeben, in Schönefeld 8.346 (minus 13,7 Prozent).

Zu wenig Platz vor Check-in-Schaltern

Am selben Tag, an dem die deutlich gestiegene Passagierzahl an den Berliner Flughäfen öffentlich wurde, erklärte der frühere Berliner Flughafenmanager Elmar Kleinert, wie eng es beim geplanten Start des Flughafens BER 2020 dort werden könnte. Der Abstand zwischen Sicherheitskontrolle und Check-in-Schaltern in der Haupthalle des Terminals 1 sei zu klein, warnte Kleinert am Freitag im BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. "Wenn ein kleiner Stau da ist, sind die ersten Check-in-Schalter nicht mehr erreichbar."

Außerdem geht Kleinert davon aus, dass das Terminal des bisherigen Schönefelder Flughafens nicht wie geplant noch fünf Jahre offen bleiben muss, sondern bis zu zehn Jahre.

Kleinert: Ohne Reservekapazität "kniffelig"

Kleinert ist heute Flughafenchef in Bremen. Bis zum Juni 2018 war er Betriebsleiter der  Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Er entwickelte auch das Pflichtenheft für den BER mit. Um mehr Platz am neuen Flughafen zu schaffen, baut das Unternehmen dort inzwischen ein Terminal 2.

Kleinert warnt: Wenn dieses nicht rechtzeitig fertig werde, müsse der BER ohne Reservekapazität in Betrieb gehen. "Das wird kniffelig." Der Flughafen München habe seinerzeit 50 Prozent Reserve gehabt. Die FBB rechnet jedoch mit einer pünktlichen Fertigstellung von Terminal 2.

Sendung: Brandenburg aktuell, 06.09.2019, 19:30 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Sie haben mich nun in Ihrem Kommentar dreimal als Egoistin betitelt. Aber meine Frage, wie ich in meinem Urlaub über den Atlantik komme oder nach Asien haben Sie mir nicht beantwortet.

  2. 10.

    Egoisten wie ihnen ist es zu verdanken dass wir uns alle immer mehr einschränken müssen. Hätte es weniger rücksichtlose Egoisten wie sie gegeben bräuchte es das nicht so drastisch. Nun ist es so spät und die Egoisten jammern. Toll.

  3. 9.

    Fehlinterpretation Ihrerseits: Die Stresslawinen werden unweigerlich entstehen, wenn der TXL geschlossen ist und der gesamte hauptstädtische Flughafenverkehr sowie des weiten Umlands sich auf den BER konzentriert. Mir scheint, dass Sie über die Zufahrtswege von und zum BER aus Berliner Sicht nicht ausreichend informiert sind, denn dann würden sie das prognostizierbare Chaos verstehen können. Die Tatsache und die Ursachen der anhaltenden jahrelangen Verzögerungen der Inbetriebnahme des BER, werden gewiss noch einige chaotische Zustände erwarten lassen. Wer in regelmäßigen Abständen die AVUS, die Stadtautobahn und den ÖPNV in Richtung Potsdam benutzt, kennt die Schwachstellen bzw. mögliche Behinderungen durch Staus und Überfüllung.

  4. 8.

    Klimakatastrophe? Alles Hysterie. Wetter gab’s schon immer. Nachhaltigeres und umweltbewussteres Leben? Sollen die anderen mal machen. Raus aus der Komfortzone, etwas bescheidener Leben? Bin doch nicht blöd! Mich kotzt diese Ignoranz an. Die Generationen nach uns müssen das ausbaden. Wie unfassbar egoistisch und unfair. Wenn jede Autofahrt, die nicht unbedingt nötig wäre und jeder Flug, der vermeidbar wäre nicht statt fänden, wäre das ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Dienstreisen mache ich nur noch per Bahn. Arbeitgeber gewöhnen sich dran. Und private Kurztrips mit dem Flieger sind eine Sauerei. Das weiß auch jeder. Ist denen aber egal.

  5. 7.

    Wie können Sie eigentlich wissen, das ein Großteil der Flüge überflüssig ist....Ob es nun Geschäfts oder Privatreisen sind? Und was heißt für Sie jeder kann seinen Beitrag leisten?
    Soll ich, wenn ich nach Amerika möchte, wie Greta über den Atlantik segeln oder etwa ganz auf meinen Urlaub dort hin verzichten?
    Inlandsflüge können gestrichen werden, da geht es auch ohne Flieger in jede Ecke, aber der Rest?

  6. 6.

    Man wird mit der S-/Regional- oder Fernbahn zum BER fahren und direkt unter dem Terminal 1 aussteigen können.
    Warum dafür Stresslawinen notwendig sein sollen, müssen sie erklären.

  7. 5.

    Hört doch endlich auf mit diesem Flug-Wahnsinn. Egal ob Privat- oder Geschäftsreisen: Der Großteil der Flüge ist überflüssig. Da kann jede*r den eigenen Beitrag dazu leisten.

  8. 4.

    Die An- und Abfahrt zum bzw. vom BER wird ohnehin gewaltige Stresslawinen auslösen.

  9. 3.

    Diese Klimaabgabe existiert in Deutschland schon.
    Sie nennt sich Luftverkehrsabgabe und hat einen Ertrag von 1,3Mrd. Euro pro Jahr.
    Natürlich sollte diese erhöht werden!
    Populistische Debatten darüber, weil Herr Macron in Frankreich eine solche, mit knapp 1/3 des Ertrags der deutschen, ankündigt, sind fehl am Platz.

  10. 2.

    Erhebt auf diesen Touristenwahnsinn endlich eine kräftige Klimaabgabe, dann löst sich das Problem von allein in Luft auf. Oder reichen Euch die Bilder von den Bahamas immer noch nicht?

  11. 1.

    Die Wirk-Prinzipprüfungen müssen am BER gut laufen, wenn solche "Schlagzeilen" als Aufmacher herhalten müssen.

    Die letzten "Strohalme" der Tegel-Liebhaber reißen.

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