Verwaiste Abfertigungsschalter im Hauptterminal (Terminal 1) des künftigen Hauptstadtflughafens BER. Quelle: dpa/Jürgen Schwenkenbecher
Bild: dpa/Jürgen Schwenkenbecher

Lütke Daldrup zieht positives Fazit - Technische Prüfungen am BER fast abgeschlossen

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat ein positives Fazit der bisherigen technischen Prüfungen am künftigen Flughafen BER gezogen. "Ich traue mich am BER kaum, dieses Wort zu verwenden: Die Prüfung ist besser gelaufen als wir erwartet haben", sagte Lütke Daldrup am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus.

90 Prozent der TÜV-Prüfungen sind bereits absolviert

Von 250 Testreihen seien bereits 220 abgeschlossen. Der TÜV habe 90 Prozent seiner Überprüfungen beendet. Damit seien die technischen Hürden für die Inbetriebnahme des Flughafens praktisch genommen, erklärte Lütke Daldrup. Noch im September sollen die Prüfungen des technischen Teils abgeschlossen sein.

Offen ist, ob zum geplanten BER-Start im Oktober 2020 wie geplant auch das Zusatzterminal T2 fertig sein wird. "Diese Garantie werde ich ihnen hier nicht geben können", sagte Lütke Daldrup, denn das Gebäude werde von einem Generalunternehmen
schlüsselfertig gebaut. Wegen der niedrigeren Passagierzahlen im Herbst und Winter sei ein BER-Start aber auch ohne T2 möglich. "Es ist im Winter nice to have, im Frühjahr hätten wir es dann gern."

Früherer Betriebsleiter warnt vor BER-Start ohne Terminal 2

Zuletzt hatte der frühere Betriebsleiter der Berliner Flughäfen, Elmar Kleinert, vor einem BER-Start ohne Terminal 2 gewarnt. Es gebe dann keine Reserve. Lütke Daldrup sagte, das Hauptterminal fasse bei gutem Qualitätsstandard 25 Millionen Passagiere jährlich und könne den Flughafen Tegel ersetzen, der zugunsten des BER schließen soll.

Der neue Flughafen soll nach vielen Planungsfehlern und Baumängeln im Oktober 2020 mit neun Jahren Verspätung in Betrieb gehen. Lütke Daldrup sagte im Unterausschuss Beteiligungsmanagement des Hauptausschusses, er erwarte im April die behördliche Nutzungsfreigabe für das Gebäude. Dann solle ein Probebetrieb beginnen, für den im Winter rund 20.000 Freiwillige gesucht werden.

Keine Verbindungen für die Gepäckanlagen vorgesehen

Lütke Daldrup sagte, dass die Gepäckanlagen der Terminals 1 und 2 nicht verbunden werden sollen. Das hat zur Folge, dass Passagiere, die an einem Terminal ankommen, und mit einer anderen Airline am anderen Terminal abfliegen, ihr Gepäck selbst rübertragen müssen. Dies seien aber nur sehr wenige Fälle, sagte Lütke Daldrup. Zudem werde der Flughafen dafür einen kostenpflichtigen Service anbieten.

Spätestens in zehn Jahren soll in Schönefeld ein weiteres neues Terminal in Betrieb gehen, das T3. Bis dahin sollen nach Lütke Daldrups Willen weiterhin Passagiere im benachbarten Terminal des früheren DDR-Zentralflughafens einchecken. An dem Standort sollte aber eigentlich 2025 der neue Regierungsflughafen in Betrieb gehen.

Laut Lütke Daldrup gibt es inzwischen Überlegungen beim Bund, länger als bislang geplant auf ein Gebäude nebenan auszuweichen, das als Zwischenlösung gebaut wurde. Im Gegenzug wolle der Flughafen dem Bund bisher ungenutzte Flächen anbieten, auf denen Stellplätze für neu angeschaffte Regierungsflugzeuge geschaffen werden könnten.

Sendung: Inforadio, 19.09.2019, 17 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Prima,
    alle zig tausend Dübel schon ausgewechselt?
    Bei der Abnahme werden also alle Augen zugedrückt damit der Termin steht!
    Bin begeistert!

  2. 2.

    Prima Nachricht....hoffentlich kann es dann bald losgehen.

  3. 1.

    Wo kann ich mich als Freiwillige registrieren?

Das könnte Sie auch interessieren

Luftaufnahme von Berlin-Friedrichshain. (Quelle: imago-images/Schoening)
imago-images/Schoening

Koalitionsausschuss - Berliner Senat einigt sich beim Mietendeckel

Nach wochenlangen Debatten und einem Verhandlungsmarathon am Freitag hat der Koalitionsausschuss einen Kompromiss beim Mietendeckel gefunden. Die Mieten sollen für fünf Jahre eingefroren werden - Mietsenkungen sind nur unter gewissen Umständen möglich.