Am Stau vorbei läuft ein Flugpassagier Schönfeld (Brandenburg) zum Flughafen. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Audio: Inforadio | 15.10.2019 | Thomas Rautenberg | Bild: dpa/Bernd Settnik

Zufahrten schon jetzt überlastet - Warnung vor Verkehrschaos rund um den BER

Die Umlandgemeinden des künftigen Flughafen BER in Schönefeld erwarten in den kommenden Jahren eine deutliche höhere Verkehrsbelastung als bisher vorausgesagt. Sollten nicht zusätzliche Zugverbindungen und Busse eingerichtet werden, droht ein Verkehrschaos.

Nach der Eröffnung des BER droht laut einer Studie ein Verkehrschaos, sollten nicht deutlich mehr Passagiere mit der Bahn anreisen.

Der Berliner Autobahnring und die Autobahn A113 zwischen Innenstadt und Flughafen seien auf Teilstrecken schon jetzt stark ausgelastet, teilte das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg am Dienstag mit. Notwendig seien zusätzliche Regionalzüge, Busse und die Verlängerung der Berliner U-Bahn-Linie 7 von Neukölln zum BER. Für Autofahrer sollten die Autobahnanschlüsse ausgebaut und in den Orten beschrankte Bahnübergänge beseitigt werden.  

46 Millionen Fluggäste für 2030 erwartet

Wegen der langen Planungszeiten müsse schnellstmöglich gehandelt werden, forderte Andreas Igel, der Bürgermeister von Ludwigsfelde und Vizevorsitzende des Dialogforums.

Die Studie des Büros SPV-Spreeplan Verkehr legt zugrunde, dass am BER 2030 rund 46 Millionen Fluggäste abheben - viermal so viele wie am heutigen Flughafen Schönefeld. Außerdem werden 40.000 neue Einwohner und 85.000 zusätzliche Beschäftigte in der Region erwartet. Damit diese gut zur Arbeit kommen, seien auch Radwege beträchtlich auszubauen, hieß es.

Immer mehr Verkehr auf den Autobahnen

Der Zuwachs bringe auch immer mehr Verkehr in die Region, sagte Verkehrsplaner Bertram Teschner, der die Verkehrsstudie im Auftrag der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft vorgelegt hat. Allein für die beiden Autobahnen A100 und A113 zwischen Schönefeld und der Berliner Innenstadt ist danach mit rund 220.000 zusätzlichen Fahrten zu rechnen, sei es durch Passagiere des Airports oder durch Pendler, die von und zur Arbeit müssen.

Die Umlandkommunen fordern die Politik auf, umgehend Konzepte für die Stärkung vor allem des Öffentlichen Nahverkehrs vorzulegen, ansonsten drohe in einigen Jahren tatsächlich das Chaos.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.10.2019, 10.30 Uhr

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46 Kommentare

  1. 46.

    Warum muss immer alles gleich super perfekt sein, ist so und so nicht möglich.
    Wie wäre es mal mit Schritt für Schritt Fertigstellung, siehe Agile / Scrum Methoden.
    Diese Fixierung auf Super Sicherheit und Super Abdeckung aller nur erdenklich vorstellbaren Szenarien, wird das nie fertigwerden.

  2. 44.

    Wie wollen Sie sonst aus Zehlendorf diesen Flughafen erreichen? Nicht jeder hat einen Heli.

  3. 42.

    Aus Ihrem Link ein wichtiger Satz: "Der Bundesrechnungshof rügte aber das Sperenberg-Projekt als zu teuer und auf zu optimistischen Prognosen basierend."
    Stolpert hätte gemäß Ihrer Quelle gerne Sperenberg gehabt, den anderen Gesellschaftern war der aber zu groß und teuer. Brandenburg wollte Mehrkosten tragen, dann verschlechterten sich die Einnahmen, also SXF.

    Beim Bau unter Federführung von Wowereit (SPD)wurde entschieden, dass man es billiger ohne GU hinbekommen könne. Bund und Brandenburg hielten sich zurück. Diese Glaskugel war untauglich wie auch die Passagierprognosen.

    Und ob Stararschitekten gute Planer sind oder nur Künstler, sei dahingestellt. Das Dach des HBF hätte auch länger sein sollen als im ursprünglichen Entwurf. Dann gab es aber statische Probleme.

  4. 41.

    Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) ist eine Flughafengesellschaft in der Metropolregion Berlin/Brandenburg und betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Dem Bau des neuen Flughafens Berlin Brandenburg steht sie als Bauherrin vor... Alles klar?

    sorry nur COPY & PASTE, aber man kann's lesen.

  5. 40.

    Zur Ergänzung: Auch die S2 muß zum BER gelängert werden, damit die an dieser Linie wohnenden Menschen nicht in entgegengesetzer Richtung bis Südkreuz fahren müssen, um dort in den Airport-Expreß umzusteigen. Über die Görlitzer Bahn und den nordöstlichen Innenring muß auch eine S-Bahn-Linie vom BER führen.
    Wenn auf der A113 zu viele Autos sind, hilft nur eins: DIese Autobahn renatuurieren und mehr Züge einsetzen. Wenn man die A113 verbreitert, wird der Stau auch nur breiter, aber nicht kürzer, weil dann mehr Autos fahren und das für die A113 ausgegebene Geld für die Bahn fehlt.
    @RBB: Warum fehlt Kommentar Nr. 17?

  6. 39.

    Die Linksroten schaffen einen Stau nach dem anderen. Früher hat man innerhalb 14 tagen eine Umfahrungstrasse gebaut und zufrieden war das Volk.

  7. 38.

    Berlin ist nicht der Eigentümer des BER. Es gibt drei Gesellschafter, den Bund, BRB und Berlin.

    Und sie wählen mit Sicherheit "oldschool" aber nicht konservativ, das lassen sie uns ja bei jeder Gelegenheit wissen.

  8. 37.

    Wie wir alle wissen wählen sie "oldschool" aber nicht konservativ. Was sie wählen lassen sie uns ja bei jeder Gelegenheit wissen.

    Sie vergessen auch dass der BER drei Gesellschafter hat: Bund, BRB und Berlin. Aber dann wäre es ja schlecht nur gegen die sPD zu hetzen, gelle?

  9. 36.

    Was hat dieses Foto mit dem BER zu tun, zeigt es doch in Wahrheit die Zufahrt zum alten Flughafen SXF (Schönefeld), Klasse sehr gut recherchiert, Daumen hoch !

  10. 35.

    Wie lange ist das jetzt her? Nach 16 Jahren roten Senat kann man doch langsam mal professionelles Handeln erwarten.
    Ich weiß nur, die den jetzigen Senat so vergöttern, schaffen es ja nicht einmal eine DIXI-Toilette zu ordern, trotz Studium. Gestern mit einem Bachelor in der Firma erlebt. Es war unglaublich wer heute wählen darf.
    Dann doch lieber "Old School" und konservativ.

  11. 34.

    "Das ist einzig und allein auf das Versagen der Berliner und Brandenburger Regierung jeweils unter Führung der SPD anzulasten. Ja Herrgott nochmal leben wir in einer Bananenrepublik. "

    Quatsch mit Soße! In ihrem blinden Hass auf R von RRG übersehen sie wieder einmal die Realität. Es waren zwei cDU Politiker, die einen sPD Politiker über den Tisch gezogen haben.

    ALLE Experten und Stolpe wollten das Ding in Sperenberg bauen, Diepgen und Wissmann haben Stolpe regelrecht über den Tisch gezogen weil sie das Ding unbedingt in Schönefeld haben wollten. Gier und Größenwahn rächen sich jetzt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bau_des_Flughafens_Berlin_Brandenburg

  12. 33.

    Ihr plumpes Politikerbashing geht mal wieder meilenweit am Thema vorbei. Seit wann sind Politiker in solche Planungen involviert? Dazu gibt es Staatssekretäre, Firmen und Ingenieure.

    Man hat jahrzehntelang Ausbildung und Studium vernachlässigt, hinzu kamen die Billigkräfte aus dem Osten. Da wollte man mithalten, Hauptsache billig. Deutsche Ingenieure und Firmen sind halt allerhöchstens noch Mittelmaß.

  13. 32.

    Keine Sorge, ich glaube das der Flughafen, trotz allem Optimismus der Führungsriege des BER, 10/2020 noch nicht in Betrieb geht...

  14. 31.

    Mir fehlen fast die Worte. Das ist ja nun wirklich eine Überraschung! Wahrscheinlich glaubte man bei der Planung schon nicht an einen raschen Erfolg und hatte damals was von Flugtaxis gehört... Es ist jetzt schon eine Katastrophe und ich weiß leider nicht was die Steigerungsform davon ist.
    Wichtig ist nur die Eröffnung und den Rest kann man ja dann mal anfangen zu planen.
    Wir sind jetzt schon der witzigste Flughafen, unseren Gästen wird das Lachen aber schnell vergehen.

  15. 30.

    zu dieser Warnung passt ja nun ganz besonders der Bericht des rbb " Wochenend-Chaos auf der A24 "

    da kommen dann Fluggäste aud dem Berliner Umland angereist , und alle Flupläne sind dahin . so viel Vorlaufzeit kann man gar nicht einplanen

  16. 28.

    Die Verlängerung der U7 nach Schönefeld war schon vor der Standortentscheidung für den BER in den Plänen (eigentlich schon zu West-Berliner Zeiten), aber wird derzeit aus Kostengründen nicht verfolgt.
    http://berliner-u-bahn.info/PDF/u_planung_1995.pdf

  17. 27.

    Warum kann nicht anstelle einer teuren und lange dauernden U-Bahnverlängerung so ein Sky-Train, der sich am Düsseldorfer Flughafen bestens bewährt hat, gebaut werden ? Damit wäre man schnell und ohne Stau am BER, und ebenso schnell in Berlin-Rudow.
    Vorausgesetzt, die Baugenehmigung dauert nicht 10 Jahre !

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