Am Flughafen Tegel warten mehrere Taxen auf Passagiere (Bild: imago images/Schoening)
Bild: imago images/Schoening

Streit um Laderecht - Landkreis sieht keinen Bedarf für Berliner Taxis am BER

Fluggäste am neuen Flughafen BER werden voraussichtlich vor allem in Taxis mit LDS-Kennzeichen einsteigen. Der Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) wolle Berliner Taxen dort nur zulassen, wenn der Bedarf nicht mit eigenen Taxen gedeckt werden kann, teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Montag mit.

Aus Sicht von LDS reichen 1.000 Taxis aus

"In diesem Fall käme eine Vereinbarung mit Berlin über ein Laderecht von Berliner Taxen am BER in Betracht", antwortete Staatssekretär Ingmar Streese (Bündnis90/Die Grünen) auf eine Anfrage der Linken im Abgeordnetenhaus.

"Für eine Zulassung sämtlicher 8.000 Berliner Taxen sieht der Landkreis keinen Raum", erklärte Streese, der im Oktober mit Landrat Stephan Loge verhandelt hatte. Die Kreisverwaltung geht demnach davon aus, dass wegen der guten Bahn- und Busanbindung des Flughafens 1.000 Taxen am BER reichen.

Berlin kündigte Vereinbarung

Die Airport-Gemeinde Schönefeld ist für Berliner Taxifahrer tabu, seitdem der Landkreis vor sieben Jahren eine entsprechende Vereinbarung gekündigt hatte. Das Land Berlin reagierte und verbannte seinerseits die Fahrer aus dem Nachbarlandkreis vom Flughafen Tegel.

Zuvor hatte es immer wieder Streit wegen unterschiedlicher Tarife und Vergütungen für Taxen aus dem Landkreis und aus Berlin gegeben. Folge für die Fluggäste: Bei Streiks oder Unwettern gibt es am Flughafen in Schönefeld immer wieder zu wenige Taxis.

In Berlin sind nach Streeses Angaben 8.072 Taxis lizenziert, knapp 900 mehr als 2010. Die Zahl der Mietwagen hat sich im selben Zeitraum nahezu verdoppelt. Sie liegt den Angaben zufolge nun bei 2.917.

Berliner CDU fordert Lösung im Taxi-Streit

Die Berliner CDU-Fraktion fordert, den Taxi-Streit endlich zu lösen. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Oliver Friederici, bezeichnete ihn in einer Pressemitteilung als nicht mehr zeitgemäß. "Schon aus Gründen des Klimaschutzes ist es nicht vertretbar, warum Berliner Fahrer ihre Gäste zwar nach Schönefeld bringen, von dort aber keine Passagiere zurück nach Berlin fahren dürfen."

"Wir appellieren an den Senat und den Landkreis Dahme-Spreewald, hier noch vor der angestrebten BER-Eröffnung eine klima- und kundenfreundlichere Lösung zu finden", so Friederici weiter. Denn ob die 1.000 Taxen des Landkreises am BER wirklich ausreichen werden, sei äußerst zweifelhaft. Entsprechend wolle die CDU Staatssekretär Streese beim Versuch einer Einigung unterstützen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.11.2019, 16.30 Uhr

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29 Kommentare

  1. 29.

    Ach, so funktioniert das mit dem Klimaschutz: Die Berliner Taxis fahren mit Passagieren nach Schönefeld und leer zurück. Und die Vororttaxis fahren mit Passagieren nach Berlin und leer zurück. Das ergibt Sinn. Jetzt müssen wir nur noch den KLIMANOTSTAND ausrufen, ein "Maßnahmenpaket" verkünden, allerlei weitere Pläne beschließen, die nie (oder nur im Schneckentempo) umgesetzt werden, und alles wird gut.

  2. 28.

    Ich nehme sehr stark an, dass UBER (und bald auch Lyft) hier keine Begrenzungen erfahren werden.
    In der Nähe Aufstellung genommen und auch Bestellung prompt vorgefahren.
    Übrigens: UBER-Fahrzeuge mit dem Kennzeichen LDS fahren auch in Köln und Düsseldorf! Da kiekste wa?

  3. 27.

    Ja dürfen sie, wenn es bestellte Abholungen sind.
    Ansonsten darf ich mich da nicht hinstellen und Fahrgäste einsacken.

  4. 26.

    Ich fahre normalerweise auch mit der S-Bahn, aber wenn der Flieger morgens um 6 startet und ich 2 Stunden vorher da sein soll, nützt mir die S-Bahn nichts, da die erst ab 4 Uhr bei uns fährt. Dann bleibt mir nur Taxi oder mich von jemandem fahren zu lassen.

  5. 25.

    Mir ist das so was von egal, welches Kennzeichen das Taxi hat. Ich fahre immer mit dem Taxi zum Flughafen und wieder nach Hause. Hauptsache nicht mit den Öffentlichen.....

  6. 24.

    Wer braucht noch Taxen! We share sage ich nur....

  7. 23.

    Wie ist es denn derzeit eigentlich in TXL? Dürfen Brandenburger Taxis dort Fahrgäste aufnehmen?

  8. 22.

    Sagenhaft, Berlin bezahlt den Bau des ursprünglich mal BBI (BERLIN Brandenburg International) mit und Berliner Taxen dürfen nicht laden.
    Sicherlich ist der Taxiverband Dahme Spree dafür verantwortlich. Wer schon mal am Flughafen Schönefeld in ein Taxi gestiegen ist weiß auch wer dort nach Bosporusmanier lauert und den selbigen Taxiverband durch zahlreichen Eintritt übernommen hat und die Weichen stellt.

  9. 21.

    ... träumen Sie mal schön weiter. Und weiterhin viel Freude mit Ihrer Glaskugel. Was für Jobs hätten Sie denn den Taxifahrern anzubieten?

  10. 20.

    Das ganze Theater grenzt an Schildbürgerei. Da fahren zahlreiche Taxis leer durch die Gegend und alle reden vom Klimawandel und Fahrverboten. Es ist von beiden Seiten absoluter Schwachsinn.

  11. 19.

    Typisch brandenburgisch provinziell, wie alles in diesem Bundesland. Naja, wo die ROTEN am Regierungstisch sitzen kein Wunder. Tragen nicht 3 Gesellschafter (u.a. auch das Land Berlin )die Verantwortung für dieses Bauprojekt und alles was damit zusammenhängt? Wer so kleingeistig unterwegs ist wie LDS, dem sollte auch die S-Bahn nach Schönefeld und KW gekappt werden, denn die ist ja eigentlich eine Berlinerin. Lieber Oberlehrer, bitte keine Belehrungen über die Bundes-DB-Tochter. Die S-Bahn ist trotzdem ein Ur-Berlinerin für mich.
    P.S.: UBER freut sich schon, preiswert und sauber;

  12. 18.

    Könnte da die Vermutung dahinter stecken das ab 2020 alle Flüge viel teuer werden und dementsprechend weniger Menschen mangels finanzieller Kasse sich weniger Flüge leisten können? Sarkasmus aus.
    Was hier abgeht ist nicht mehr ein Possenspiel sondern Kleingeistigkeit.

  13. 17.

    Tja liebe "Berliner", das hättet Ihr nicht gedacht, wie "brutal" das Leben "zurückschlagen" kann. Da hilft wohl nur noch eine Verwaltungsreform - LDS als neuen Stadtbezirk etwa? Wenn man den Kunden "nicht im Blick hat", kommt so etwas dabei heraus. Nun muss es ausgefochten werden.

  14. 16.

    Welch Kleingeister hier und dort!
    Fahre seit Jahren kein Taxi mehr. gerade zu und von den Flughäfen drängen sich ja förmlich CarSharing-Fahrzeuge auf, jedenfalls für die meisten Berliner, wenn man schon eine fast idiologische Abneigung gegen ÖPNV verspürt. flexibel, wesentlich preiswerter, oft moderner und in der Regel nur wenig zeitintensiver.
    Samstag gehts für mich nach Tel Aviv und ratet mal, wie ich zum Flughafen komme ;-)

    das Taxigewerbe ist auf einem abfallenden Ast und nun sägen die behörden auch noch an dem selbigen mit...

  15. 15.

    Dieser Stumpfsinn gehört eigentlich schwer bestraft. Liebe BVG, bitte BerlKönig bis dahin erweitern und eine wirklich sinnvolle und komfortable Sharinglösung wie diese am BER etablieren. Wer braucht denn bitte Taxen und noch dazu diese infantile Lachnummer?

  16. 14.

    Taxiverbände und Landesregierungen spielen...eine mene mu...und raus bist du!
    Kinderkram auf den Rücken der Fahrgäste. Dumm, dümmer, am Dümmsten...

  17. 13.

    Mal sehen wann uber die Chance nutzt, und einen festen Stand macht

  18. 11.

    Reicht es nicht das wir uns wegen galoppierender Unfähigkeit schon beim Bau des BER weltweit bis auf die Knochen blamiert haben? Kommt jetzt auch noch ausufernde Kleingeistigkeit dazu?
    Der BER soll ein internationaler Flughafen werden, mit entsprechenden Starts und Landungen, schon jetzt ist bekannt das die Kapazität des Flughafens nicht ausreicht. Und die Wald- und Wiesenpolitiker des LDS sehen keine Notwendigkeit. Soll sich zum Start des BER denn noch grundlegend etwas beim ÖPNV ändern?
    Wenn ich frühmorgens oder spätabends starte oder lande, nehme ich grundsätzlich ein Taxi. Das ist bequemer, sicherer, schneller und ich muss nicht 2x mit meinem Reisegepäck umsteigen. Ich hab keine Lust einen Flug aufgrund der Unzuverlässigkeit des ÖPNV zu verpassen, nur weil eine Schneeflocke querliegt, dem Fahrer blümerant zumute ist oder die Sonne so heftig scheint. Bei verbesserter Zuverlässigkeit würden auch mehr Fluggäste den ÖPNV benutzen.

  19. 10.

    ... wen interessiert denn womit Sie als offensichtliche Vielfliegerin (es geht hier um die Anbindung eines internationalen Flughafens!)fahren? Erzählen Sie das mal einem auswärtigen Reisenden, vor allem aus dem Ausland.

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