Ein Passagierflugzeug der irischen Billigfluglinie Ryanair steht vor dem Hauptterminal des neuen Flughafens BER (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa-Zentralbild

Nach Bekanntgabe des Eröffnungstermins - Flugrouten am BER könnten sich noch geringfügig ändern

Nach der geplanten Eröffnung des neuen Großflughafens BER am 31. Oktober 2020 könnte es noch einmal Änderungen an Teilen der umkämpften Flugrouten geben. Darauf hat die
Deutsche Flugsicherung (DFS) hingewiesen.

"Dort, wo es notwendig ist, werden wir dann Betriebsverfahren anpassen", kündigte der Chef der Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, nach der Bekanntgabe des BER-Eöffnungstermins an. Zunächst werde das Unternehmen aber das erste Betriebsjahr nutzen, um Erfahrungen zu sammeln, heißt es in einer Mitteilung vom Freitagabend.

Neue Rahmenbedingungen bei 20 Prozent mehr Flügen

Seit die Routen 2012 festgelegt wurden, hätten sich die Rahmenbedingungen geändert, erläuterte die DFS. Heute gebe es in Berlin 20 Prozent mehr Flüge und 40 Prozent mehr Passagiere. "Die Folge waren zahlreiche Änderungen am Boden - von der Einführung einer virtuellen Trennlinie durch das Hauptvorfeld bis zur Weiternutzung des Schönefelder Terminals." 2012 war noch Air Berlin der größte Flughafenkunde in Berlin, nach der Pleite wurde es Easyjet. Auch zahlreiche Flugziele haben sich geändert.

Woidke will BER nur "kurz und knapp" feiern

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will zur Eröffnung des BER keine große Feier veranstalten. "Brandenburg richtet am 3. Oktober 2020 das zentrale Einheitsfest aus. Wir rechnen mit einer halben Millionen Gäste. Das wird ein Fest", sagte der SPD-Politiker der "Märkischen Oderzeitung". Dagegen solle die Eröffnung des BER am 31. Oktober "würdig und bescheiden begangen werden", so der Regierungschef weiter. "Eine große Feier würde ich nicht mitmachen. Das passt nicht. Das Projekt hat einfach zu viele Nerven gekostet."

Schwänzen will er aber nicht: "Ich habe hier in meinem Büro so viel Zeit mit dem BER verbracht, dass ich mir vor der Landtagswahl gesagt habe: Schon deshalb lohnt es sich, die Wahl zu gewinnen, um dann auch dabei sein zu können. Aber märkisch kurz und knapp."

Säumige Anwohner sollten Lärmschutz in Auftrag geben

Unterdessen hat die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) die Anwohner des künftigen Flughafens aufgefordert, zugesagte Fördermaßnahmen für den Lärmschutz schnell umzusetzen. Es wäre wünschenswert, wenn nun die Aufträge an die Handwerker rausgingen, sagte der FBB-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bredtschneider am Samstag dem rbb. Seinen Angaben zufolge haben manche Anwohner bisher immer noch darauf gesetzt, dass der BER nicht eröffnet wird. Jetzt gebe es aber keinen Grund mehr zu warten, sagte Bretschneider dem rbb-Inforadio.

Flughafenchef Lütke Daldrup hat am Freitag bekannt gegeben, dass der BER am 31. Oktober 2020 an den Start soll. Der Flughafen Tegel soll dann eine Woche später geschlossen werden. Weitere sechs Monate später soll er nach Gesetzeslage seine Betriebsgenehmigung verlieren. Ob der BER tatsächlich eröffnen kann, hängt aber von der Beseitigung weiterer zahlreicher Mängel und der Freigabe durch die zuständigen Behörden ab.

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8 Kommentare

  1. 8.

    Richtig. Zurück zu den alten Flugrouten. Geradeaus ist kein Problem, und nach Süden abknicken auch nicht, im entzwischen entvölkerten Brandenburg ist es schon echt schwierig, die Menschen zu nerven. Den Speckgürtel und Südberlin als Überflug-Areal zu nutzen, obwohl es unnötig ist, war so ziemlich die einzige Möglichkeit, Ärger zu erzeugen und zu kriegen. Volltreffer. Geschafft.

  2. 7.

    " Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will zur Eröffnung des BER keine große Feier veranstalten. "

    eine weise Entscheidung, da gibt es nichts zu feiern

  3. 6.

    " noch einmal Änderungen an Teilen der umkämpften Flugrouten geben "

    der Eröffnungstermin ist noch fraglich , aber über mögliche Flugrouten wird diskutiert ?

  4. 5.

    @Nick, @Alexandra, @Dieter: wen der Flugverkehr stört, der muss aktiv werden. Dank der Klimabewegung ist das heute einfacher denn je. Es gibt spezifische Gruppen, die sich nur mit dem Flugverkehr beschäftigen und dagegen protestieren und Aktionen veranstalten. Ein Beispiel ist "Am Boden bleiben", aber es gibt viele weitere. Kommentare im Internet bewirken dagegen leider nicht mehr als Schweigen. Sie werden schlichtweg nicht gehört.

  5. 4.

    Leider sind die Menschen im Umfeld des Flughafens nur lästige Wutbürger ! Das Interesse der Politiker und Verantwortlichkeit dieses Milliardenprojektes bezieht sich lediglich auf Maximale Gewinnen! Der Mensch ist schon lange auf der Strecke geblieben!

  6. 3.

    Das sehe ich genauso. Der Flughafen wurde als regionaler Flughafen für Berlin und Brandenburg genehmigt. Die Flugrouten standen fest und wurden anschließend geändert. Das war nicht nett. Der Lärm wird tausende betreffen. Viele von denen glauben noch immer, dass es so schlimm nicht werden wird. Wird es. Und es werden noch einmal 40% mehr Flugaufkommen prognostiziert. CO2 ist in der Fliegerei nicht das größte Problem, Lärm und Rußpartikel sind es. Wir sperren in Berlin einzelne Straßenabschnitte für Dieselfahrzeuge, Flugzeuge können aber ungehindert und ohne Partikelfilter ihre Rußpartikel gießkannenartig über Trinkwasserschutzgebiete verteilen. Schon jetzt gibt es unzählige Abwehrbrunnen und die Einleitung von Sauerstoff in die Böden rund um Friedrichshagen, um die Trinkwasserqualität sicherzustellen.
    So richtig schön ist Fliegen für Mensch und Natur wohl nicht.

  7. 2.

    Richtig, das sehe ich genauso!
    Als wir uns für das Grundstück in Teltow entschieden haben, hieß es noch, dass geradeaus gestartet wird ...

  8. 1.

    Die einzig sinnvolle Flugrouten-Änderung wäre die Rückkehr zu den alten, auf die sich alle Anwohner verlassen hatten. Alles andere ist unanständig! Wenn dadurch weniger Flüge stattfinden können: Um so besser ist das für die Umwelt!

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