Mitglieder des Untersuchungsausschusses BER II und Medienvertreter besichtigen den Neubau des Terminals 2 des Flughafens BER (Bild: dpa/Stefan Kruse)
Video: Brandenburg aktuell | 23.01.2020 | Christoph Hölscher | Bild: dpa/Stefan Kruse

Bürgerverein scheitert mit Klage - Schönefeld bleibt offen, Terminal 2 wird weitergebaut

Der Flughafen BER will bis 2040 seine Kapazität fast verdoppeln. Daher soll der Flughafen Schönefeld vorerst weiter betrieben werden und Terminal 2 gebaut werden. Eine Klage eines Bürgervereins dagegen ist am Donnerstag abgewiesen worden.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Klagen des Bürgervereins Brandenburg-Berlin (BVBB) gegen den Ausbau des künftigen Flughafens BER abgewiesen.

Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, folgten die Richter des 6. Senats der Argumentation der Flughafengesellschaft, dass die Ausbaupläne rechtlich gedeckt und weitere Genehmigungsverfahren nicht notwendig seien. Die Kläger hatten gefordert, es müsse eine  Umweltverträglichkeitsprüfung sowie ein Beteiligungsverfahren mit Kommunen und Bürgern geben.

Schönefeld kann wieter betrieben werden, T2 gebaut werden

Mit der Gerichtsentscheidung kann der jetzige Flughafen in Schönefeld weiter betrieben werden - bis 2030 und vielleicht sogar darüber hinaus. Etwa zehn Millionen Passagiere werden dort derzeit jährlich abgefertigt.

Auch das Billigflieger-Terminal T2 mit einer Kapazität von rund sechs Millionen Passagieren jährlich darf weiter gebaut und ohne ein zusätzliches  Genehmigungsverfahren in Betrieb genommen werden.

Schon am Montag hatten Gegner des BER-Ausbaus vor Gericht eine Teil-Niederlage erlitten. Das Oberverwaltungsgericht wies die Klage der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden am Montag als unzulässig zurück. Die Kläger hätten nicht nachweisen können, dass ihre Interessen durch die neu geschaffene Abfertigungskapazität am Billigflieger-Terminal T2 beeinträchtigt werden, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Durch Ausbau soll Kapazität fast verdoppelt werden

Der Flughafen BER soll nach diversen geplatzen Eröffnungsterminen Ende Oktober an den Start gehen. Der geplante Ausbau des BER soll bis Ende 2040 die Kapazität des Flughafens mit dann 55 Millionen Passagieren nahezu verdoppeln.

Sendung: Inforadio, 23.01.2020, 13:30 Uhr

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22 Kommentare

  1. 22.

    Die Steuermilliarden, sollten auch mal dem Steuerzahler zugute kommen. Da ist der Ausbau des Flughafens BER, schon mal hilfreich.

  2. 20.

    Ich werde nie kapieren wie man wissentlich in einem Gebiet wohnen kann wo starker flugverkehr herrscht oder zu erwarten ist und dann dagegen klagt.
    Aber so ist er der Brandenburger alles ablehnen, siehe Tesla, aber trotzdem alles haben wollen, unsere steuergelder vor allem.

  3. 19.

    Ein Strahltriebwerk ist ein tolles Ding. Wenn man da an die Me 262 denkt ( Habe die auf der IFA in Schönefeld fliegen sehen; Nachbau ) und mit heutigen Airbussen und Boeings vergleicht-kaum zu fassen. Sogar als ich TWM erlernte war an den heutigen Luftverkehr nicht zu denken. Voraussetzung waren auch diese schubstarken Triebwerke; die atmen aber viel Luft und Schub muss man mit Verbrennung erkaufen. Die Dinger sind heute so sicher wie nie; es täuschen die Unfälle-es zählen die Flug-km. Alles tolle Technik-aber es wurde zuviel ! Man nimmt den Flieger für jeden Schiet; Schnell mal nach Paris oder weit Weg nach Thailand um sich eine neue Frau anzuschaffen. Politiker sind flink auf jeder Konferenz; fast so gewöhnlich wie S-Bahn fahren für den kleinen Bürger. Dann kommt der Hammer; Klimanotstand...CO2-soviel wie nie. Sie fliegen weiter; es gibt ja Zertifikate. Der kleine Bürger vergibt die kostenlos. ???

  4. 18.

    Zitat: "Der Flughafen BER will..." - So kann man die Verantwortung gut verschleiern.

  5. 17.

    Ist irgendwo das Wort "Grundrechte" in dieser Angelegenheit vernommen worden?

  6. 16.

    Zur Erinnerung, gleich nach der Wiedervereinigung machte der damalige Hamburger Bürgermeister Voscherau den Vorschlag, PARCHIM als gemeinsamen Flughafen HH / B auf den alten Sowjetischen Militärflughafen zu bauen. Verbunden mit dem Transrapid.
    Sozi Müntefehring machte den Transrapid kaputt, Diebgen in seiner Arroganz den Standort PARCHIM.

  7. 15.

    Das ist eine falsche Behauptung über Herrn Wowereit. Quasi eine Lüge.

    Die Wahl auf den Standort Schönefeld fiel bereits 1994, da war Wowereit noch Volksbildungsstadtrat in Tempelhof.

    Die Entscheidung fiel zwischen Stolpe, dem Bundesverkehrsminister Wissmann (CDU) Und Diepgen (CDU).

    Wowereit hat vielleicht die Flugzeuge aus seiner Lichtenrader Wohnung sehen können, mehr aber nicht.

  8. 13.

    Es war spätestens mit dem Konkursbeschluss klar, dass der Flughafen Schönefeld offen bleiben soll. Vorher war Sperenberg noch eine Alternative, die aber gerade in Berlin politisch nicht gewollt war. Deshalb bekommt der alte Henschel-Werksflughafen u.a. eine neue Start- und Landebahn und neue Terminalgebäude etc. im Süden. Es ist hier die geänderte Planfeststellung zum „Ausbau des Flughafens Berlin-Schönefeld“ Thema vor Gericht gewesen.

  9. 12.

    Wir als Nachbarn vom Flughafen Tegel, sind echt zufrieden, das Tegel zumacht. Ich glaube, die Anrainerkommunen vom BER, wissen noch gar nicht, was auf sie alles, drauf zukommt. Und die Verkehrsanbindung an den BER, muss sich unbedingt verbessern, sonst kommt das Verkehrschaos noch dazu. Aber wiederum, hängen auch sehr viele Arbeitsplätze und damit, viele Familien daran.

  10. 10.

    Ich finde die Klageabweisung sehr gut. Nun hat die Klagerei vielleicht mal ein Ende und der Flughafen kann endlich fertiggestellt werden. Sicher werden die Klagehansel und ihre Anwälte neue Angriffspunkte finden.

  11. 9.

    Bisher sind die meisten Klagen abgewiesen worden. Ein Schelm, wer arges denkt. Das wundervollste wird die Eröffnung des BeR sein. Alle werden sich in Lob suhlen ob der einzigartigen Arbeitsweise und dem Gewinn für die Stadt.
    Das Ding ist an falschen Standort( haben Landespolitiker ausbaldovert) veraltet bevor er öffnet, wird niemals wirtschaftlich laufen können da er kostenmäßig völlig aus dem Ruder gelaufen ist. In seine zukünftigen Ausmaßen hat keine Umweltverträglichkeitsprüfung stattgefunden und auch diese Klagen wurden samt und sonders abgeschmettert. Es wird munter über die Trinkwasserschutzgebiete geballert und die Flugrouten werden nach Gutdünken umgeleitet.
    Allen Schwärmern viel Spaß. Nicht nur die Anreise wird wirklich abenteuerlich, bisher sind alle Anbindungspläne ebensolche, das Ding wird seine Überraschungen bestimmt noch preisgeben. Sämtliche Einsprüche sind abgewiesen worden und sind, vom Sofa betrachtet, politisch gesteuert. Kennen wir und konnten uns nicht vorstellen das es wieder klappt.
    Es ist der Geist der Zeit, wenn alles schön geredet wird muss es schön sein.

  12. 8.

    Haben Sie die letzten Jahre auch so empathisch an die Anwohner des Flughafen Tegel gedacht, die die Steigerung der Fluggastzahlen insbesondere zu erleiden hatten?!

  13. 7.

    ...und die Erde wird sich auftun und uns alle verschlingen...!
    Die Start-/und Landebahnen waren beide schon abwechselnd in Betrieb und sind immer noch nicht versunken.

  14. 6.

    So viele Milliarden für einen Flugplatz ohne Chic ; gleich hinter den Müggelse / Müggelbergen unmittelbar am Stadtrand von Berlin. Werk von Politikern, die keinen Widerspruch duldeten. Mehdorn, Prof Schwarz u.a. haben sich "dumm u. dämlich" verdient. Bald ballern die Kerosinschlucker los; laut; alle paar min. Warteschleifen wird man fliegen; der Tourismus muss wachsen; Tourismus heißt "Wohlstand". Wer da sein Häuschen u. Garten hat bekommt ja Schallschluckfenster". Ja; man ist besort; hat ja als Politiker auch Pflichten; Bürgerwohl ist Herzensangelegenheit. Wer da mit dem Auto vorfährt aber bitte elektrisch; Wir haben ja das Klimapaket. -Was kann ich denn dafür, dass es mir piept ?

  15. 5.

    Pro eine Milliarde Euro Baukosten = zehn Millionen Passagiere. Da ist noch Luft nach oben, bei den Passagierzahlen. Das ganze hätte theoretisch, ja mal hingehauen, bei 2,5 Milliarden Euro Baukosten. Was haben wir jetzt an Kosten, 6 oder 8 Milliarden Euro vielleicht ?

  16. 4.

    Es ist wunderbar, das der BER weiter ausgebaut wird. Dort sind unser aller Steuergelder verbaut und als Steuerzahler, verlange ich einen halbwegs akzeptablen Flughafen, für diese vielen Milliarden Euro. Also, am besten 60, 70 oder 80 Millionen Passagiere, pro Jahr, umso wirtschaftlicher ist der Flughafen. Und wer dort nicht wohnen oder hinziehen möchte, Brandenburg ist gross und hat noch sehr viel Platz zum Leben.

  17. 3.

    Stolpe war für Sperenberg; der Bund und die Berliner CDU und übrigens auch die Grünen waren für Schönefeld.

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