Leere Wartehalle am Flughafen Berlin-Schönefeld. (Quelle: imago-images/snapshot)
Audio: Antenne Brandenburg | 18.05.2020 | Lisa Steger | Bild: imago-images/snapshot

Verkehr läuft nur langsam wieder an - Flughafengesellschaft will weitere Corona-Unterstützung

Die Corona-Pandemie hat den Berliner Flughäfen sinkende Passagier- und damit Umsatzzahlen beschert. Bis der Betrieb sich wieder normalisiert, vergehen möglicherweise Jahre, erwartet Flughafenchef Lütke Daldrup. Deswegen fordert er weitere Finanzhilfen.

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) verlangt von den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg weitere Finanzhilfen wegen der Corona-Krise. Das erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag im BER-Sonderausschuss des Brandenburger Landtages.

Wegen der Pandemie hätten die Flughäfen Tegel und Schönefeld derzeit kaum Passagiere und der Verkehr laufe nur langsam wieder an, so Lütke Daldrup. Der Flughafen BER könnte deshalb nach dem Start im Oktober noch länger auf Zuschüsse angewiesen sein. "Wir werden auch in 2021, 22, 23 möglicherweise noch Unterstützung benötigen", sagte der Flughafenchef.

Verzögerungen beim BER-Terminal 2

Eigentümer des Flughafens sind Berlin, Brandenburg und der Bund. Bisher hatten die drei Gesellschafter wegen des Passagiereinbruchs aufgrund der Corona-Krise bereits 300 Millionen Euro extra bewilligt. Im Herbst will die Flughafengesellschaft ausrechnen, wie viel Geld sie zusätzlich verlangt.

Beim BER war es derweil zuletzt offenbar wieder zu Verzögerungen gekommen. Das Terminal 1 ist abgenommen. Beim Terminal 2 seien wichtige Bauziele nicht erreicht worden, sagte Lütke Daldrup im Sonderausschuss. Dafür machte er die Corona-Krise verantwortlich. Es seien bis zu einem Drittel weniger Arbeiter auf der Baustelle gewesen als zuvor.

Bretschneider: BER geht nicht gleich unter Volllast ans Netz

Aufsichtsratsschef Rainer Bretschneider gewinnt der Corona-Krise aber auch eine positive Seite ab: Der BER müsse nicht gleich unter Volllast ans Netz gehen. "Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall", bemerkte Bretschneider. 

Der Flughafen BER in Schönefeld soll nach zahlreichen Baumängeln und Planungsfehlern am 31. Oktober mit neun Jahren Verspätung in Betrieb gehen. Der Probebetrieb läuft inzwischen. Von den Bestandsflughäfen soll Tegel spätestens im November schließen, Schönefeld wird Teil des neuen Flughafens. 

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Antwort auf [Berliner] vom 18.05.2020 um 20:34
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7 Kommentare

  1. 7.

    Diese Flughafengesellschaft soll ruhig in Konkurs gehen. Berlin hat keinen Flughafen mehr und hat es bis heute auch nicht geschafft die Vorkriegsverbindungen der Eisenbahn wieder herzustellen. Die Provinz ist erreicht.

  2. 6.

    Es geht hier ja nicht nur um hard facts wie z.B. Kosten. Vielmehr muss ich ja auch Verfügbarkeit und Bequemlichkeit mit einrechnen.
    Wie sehr wollen Sie die europäischen Bahnverbindungen denn ausbauen, um ggüb. dem Flieger einen Wettbewerb zu bieten? Das mag ja bei angrenzenden Ländern wie NL, B, oder F noch funktionieren. Aber selbst nach Paris brauchen sie mit dem Zug fast 9 h.
    Doch fahren Sie mal mit der Bahn nach Madrid, Sevilla, Barcelona, Lissabon, Rom, etc. Mit dem Flieger sind diese Ziele in max 4-5 h zu erreichen. Mit der Bahn brauchen sie -derzeit- teilweise bis zu 30 h, inkl. 3-8 mal Umsteigen.
    Ich bin gerne bereit 100.- mehr zu bezahlen, dafür aber einen kompletten Urlaubstag vor Ort mehr zu haben, anstatt im Zug Urlaubszeit zu verlieren.

    Während Sie also durch die Gegend rumpeln und selbstgeschmierte Stullen essen, sitze ich bereits im Restaurant in Rom, Lissabon oder sonstwo und genieße mein Abendessen.

  3. 5.

    Ein Fass ohne Boden! Der BER hat schon Unsummen gekostet und es wird wie es scheint, noch Jahre so weitergehen.

  4. 4.

    Ich hoffe, dass der BER bald juristisch aufgearbeitet wird und die Verantwortlichen für die Milliardenschäden auch persönlich zur Rechenschaft gezogen werden, unter Einbezug der dicken Rentenansprüche. Wer die Entscheidungen trifft und dafür ein hohes Gehalt incl. Risikozuschlag bekommt, muss auch die Verantwortung für Fehlentscheidungen, Schlamperei und Probleme übernehmen, und zwar nicht nur "politisch" (bzw. "platonisch"). Kein Unternehmen könnte sich leisten, was jahrelang am BER (nicht) gelaufen ist.

  5. 3.

    Die Flughäfen Tegel und Schönefeld erzielen während Corona auch keine Gewinne!
    Die Flughafenentgelte am BER werden bedeutend höher sein, also werde die Kredite abbezahlt werden können.
    Dass man in das in KW aufgrund des zukünftigen Fluglärms des BER den BER kritisch sieht, kann man verstehen.

  6. 2.

    Wie lange soll das noch weitergehen? Unabhängig von Corona kostet der BER soviel wie 2 Flugjäfen, spielt unter normalen Zeiten jedoch maximal das Geld für einen ein. So eine Analyse vor ein paar Wochen.
    Insolvenz anmelden, bzw verkaufen und einem neuen Investor der hoffentlich das Metier Flughafen versteht, das Feld überlassen.
    Oder macht doch einfach mal eine Volksabstimmung dazu: mehr Geld ja oder nein.
    Es ist einfach unglaublich was da abgeht.

  7. 1.

    Lieber die europäischen Bahnverbindungen ausbauen und mehr Direktverbindungen anbieten. Für den BER ggf. die Gebühren erhöhen, um die Verluste zu decken. Oder soll die Verkehrswende nie kommen?

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