Vorsitzender der Geschaeftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg Engelbert Luetke Daldrup (Quelle: imago images/Contini)
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Studie warnt vor Finanzdesaster - Flughafenchef sieht keine Insolvenzgefahr für BER

Der Berliner Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup hat am Mittwoch den Vorwurf zurückgewiesen, am BER drohe ein Finanzdesaster. Die Grundannahmen und Prämissen einer entsprechenden Studie seien falsch, sagte Lütke Daldrup in der rbb-Sendung "Talk aus Berlin".

Eine Studie dreier Wirtschaftsexperten war kürzlich zu dem Ergebnis, der Mehrbedarf der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) betrage mindestens 1,5 Milliarden Euro bis 2023. Ansonsten drohe eine Insolvenz.

Über die Studie hatte der rbb berichtet. Auf Anfrage hatte die FBB dem rbb zu diesem Zeitpunkt erklärt, an "Spekulationen zum zukünftigen Finanzbedarf der FBB beteiligen wir uns nicht".

"Ab Beginn der 2020er Jahre positive Ergebnisse"

Lütke Daldrup räumte ein, dass der Flughafen noch bis 2023 Zuschüsse benötige: Laut Businessplan, der von drei Länderverwaltungen geprüft worden sei, werde die FBB bis 2023 von ihren Gesellschaftern noch mit 400 Millionen Euro unterstützt. Doch "ab Beginn der 2020er Jahre schreiben wir positive Ergebnisse", sagte Lütke Daldrup.

Die 33-seitige Studie war von dem Wirtschaftswissenschaftler Hans Georg Gemünden von der TU Berlin, dem Wirtschaftsprüfer Karl-Heinz Wolf und dem Unternehmesrating-Spezialisten Harald Krehl verfasst worden. Trotz Corona rechnen die Autoren zwar mit einem baldigen Anstieg der Fluggastzahlen; dennoch reicht ihrer Ansicht nach das Geld voraussichtlich nicht aus. Die Experten verweisen beispielweise auf jährliche Zinsen für Kredite, Tilgungen, Material- und Personalkosten und Reinvestionen für Anlagen.

Verweis auf Flughafenentgelte

Lütke Daldrup monierte nun die Berechnung der Flughafenentgelte in der Studie. Man habe für die Berechnung der künftigen Einnahmen die Flughafenentgelte fortgeschrieben, die derzeit in Tegel und Schönefeld gelten würden. "In Wirklichkeit sind die Entgelte am BER etwa 70 Prozent höher", sagte Lütke Daldrup.

In einer Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Anfrage des Abgeordneten Harald Moritz (Grüne) von September 2019 heißt es allerdings: "Laut Auskunft der FBB sind gegenüber dem Stand der im Jahr 2011 genehmigten Entgeltordnung für den BER keine Änderungen der Höhe der Entgeltsätze vorgesehen."

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2 Kommentare

  1. 2.

    Flughafenchef sieht keine Insolvenzgefahr für BER. Nee klar, es besteht tatsächlich keine Insolvenzgefahr, denn der Pannenflughafen ist jetzt schon pleite. Wenn der mal fertig wird, beamen sich die Menschen von einem Ort zum anderen!

  2. 1.

    "Man muss schon sagen, man wundert sich, was deutsche Professoren so alles aufschreiben."

    Das überrascht mich nicht. Vermuten kann man, dass die Studie von Leuten in Auftrag gegeben wurde, die bewusst Stimmung gegen den BER machen wollen und schon seit geraumer Zeit machen. Somit dürfte das Ergebnis schon vorher festgestanden haben (Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing)

    Zuerst erschienen ist der Bericht über diese "Studie" im Tagesspiegel, von einem Korrespondenten, der seit jeher einen Feldzug gegen den BER führt. Da kann sich dann jeder selber eine Meinung drüber bilden und eins und eins zusammen zählen.

    Was ich aber tatsächlich schade finde, der RBB berichtet im großen und ganzen schon objektiv über die leidige BER- Geschichte. Ich hätte mir in diesem Fall gewünscht, dass man diese Meldung über die drohende Insolvenz zunächst genau beleuchtet hätte und nicht sofort in Videotext und Abendschau vermeldet.

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