Symbolbild: Ein Flugzeug im Sinkflug nähert sich der Landebahn eines Berliner Flughafens. (Quelle: dpa/Schoening)
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Zu hohe Einnahmeerwartungen für BER - Flughafengesellschaft wird Fall für Rechnungshöfe

Vergangene Woche berichtete der rbb über mutmaßlich zu hohe Einnahmeerwartungen der FBB durch den reinen Flugverkehr nach Inbetriebnahme des BER. Nun beschäftigen sich auch die Rechnungshöfe mit der Finanzplanung der Flughafengesellschaft.

 

Die Finanzplanung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg GmbH (FBB) beschäftigt nach Informationen von rbb24 Recherche derzeit auch die Rechnungshöfe der Länder Berlin und Brandenburg. Ein Sprecher des Berliner Rechnungshofs sagte, dass "die Rechnungshöfe der Länder Berlin und Brandenburg derzeit in Gesprächen über den Sachverhalt" seien.

Der Landesrechnungshof Brandenburg teilte auf Anfrage mit, dass das für Landesbeteiligungen zuständige "Prüfgebiet" mit der FBB neben anderen Beteiligungen aktuell im Rahmen einer Querschnittprüfung befasst ist. Im Anschluss will sich der Landesrechnungshof "hinsichtlich einer Prüfung zur Finanzplanung der FBB mit dem Rechnungshof von Berlin und dem Bundesrechnungshof abstimmen."

rbb-Berechnungen widersprechen Zahlen des Flughafenchefs

Der rbb hatte in der vergangenen Woche über mutmaßlich zu hohe Einnahmeerwartungen der FBB durch den reinen Flugverkehr nach Inbetriebnahme des neuen BER berichtet. Nach Berechnungen des rbb und einer Erhebung des Bundesverbands der deutschen Fluggesellschaften (BdF) steigen die Einnahmen durch die Entgelte der Fluggesellschaften für die Nutzung des Airports und der zentralen Infrastruktur am Beispiel eines Airbus A-320 höchstens um 25 Prozent gegenüber Tegel und Schönefeld. Dies hätte erhebliche Folgen für die Finanzsituation der Gesellschaft.

Landes- und Bundespolitiker hatten Einschaltung der Rechnungshöfe gefordert

Die Flughafengesellschaft hatte dem widersprochen und mitgeteilt, dass die Erlöse aus dem sogenannten "Aviation-Sektor" um 40 bis 50 Prozent zulegen würden. Landes- und Bundespolitiker hatten daraufhin die Einschaltung der Rechnungshöfe gefordert. Am vergangenen Freitag hatte Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag sich bereits schriftlich an den Präsidenten des Bundesrechnungshofs gewandt. Die Fraktionen von CDU, FDP und AfD haben zudem heute in einem gemeinsamen Antrag eine Sondersitzung des Untersuchungsausschusses "BER II" beantragt und die Einladung des FBB-Geschäftsführers Engelbert Lütke Daldrup gefordert. Gegenstand der Ausschusssitzung sollen die Businesspläne und die zugrundeliegenden Einnahmeerwartungen der Gesellschaft sein.

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12 Kommentare

  1. 11.

    Was gibt es da zu freuen, dass muss mir mal jemand sagen. Und wenn man zur Eröffnung möchte, gibt es ein Pendelverkehr weil der Flughafen (das Wort in diesem Zusammenhang fällt mir schwer!) Unerreichbar ist.

  2. 9.

    Das war zu erwarten. Zu klein, zu teuer, zu spät, zu weit weg, ohne Anschluss und nun ein Schuldeloch bis zur Schließung. Kann man das Gelände samt Gebäude nicht gleich verkaufen. Als Freizeitpark ähnlich Tropical Dingsda, läuft ja jetzt auch gut. Willi Brand braucht sich dann auch nicht mehr schämen.

  3. 8.

    Das war zu erwarten. Zu klein, zu teuer, zu spät, zu weit weg, ohne Anschluss und nun ein Schuldeloch bis zur Schließung. Kann man das Gelände samt Gebäude nicht gleich verkaufen. Als Freizeitpark ähnlich Tropical Dingsda, läuft ja jetzt auch gut. Willi Brand braucht sich dann auch nicht mehr schämen.

  4. 7.

    " mutmaßlich zu hoch" .wie schon gesagt: Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie sich in die Zukunft richten.

  5. 5.

    Auch wenn ich mich wiederhole, die FBB hat ja immer noch eine starke Einnahmequelle, die deutliche Erhöhung der PARKPLATZGEBÜHREN.

  6. 4.

    Und was bringt das? Werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen oder geht's dabei nur um die Höhe des Bonus.
    Ob der Rechnungshof was prüft oder Peng.

  7. 3.

    Aus dieser Meldung geht nicht klar hervor, ob es einen Zusammenhang mit Ihren Artikel zum FBB (das ich diesen pers. für unzureichend finde, habe ich dort bereits kommentiert)und dem Vorgehen des Rechnungshofes gibt. Eine "Querschnittsprüfung" verschiedener Beteiligungen durch den Rechnungshof erscheint mir eher ein längerfristig geplantes Unterfangen, was nicht mal ein paar Tage nach dem veröffentlichen eines RBB Artikels initiiert wird. Auf der andere Seite meint man im Artikel herauszuhören das es jetzt zu einer Analyse der Finanzplanung des FBB kommt. Was genau wurde jetzt aufgrund der RBB Reportage beschlossen und was davor?

  8. 2.

    Über den BER lacht doch mittlerweile die ganze Welt, man das dieses leidige Thema echt satt.

  9. 1.

    Anstatt sich über die Eröffnung des BER zu freuen, wird wieder das Haar in der Suppe gesucht. Und das in Corona-Zeiten, wo jedes luftfahrtbezogene Unternehmen in der Welt große Verluste macht. Ja, der BER wird noch Millionen brauchen, aber Flughäfen gehören zur Infrastruktur und Daseinsvorsorge! Wenn allein die Lufthansa 10 Milliarden Euro Staatshilfen bekommt, sollten einige hundert Millionen für den neuen Flughafen der Hauptstadtregion kein Problem sein.

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