Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg (FBB), geht bei einem Pressetermin über die Baustelle des Vorfelds E2 auf dem Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER). (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa

Flughafen-Chef - Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Lütke Daldrup

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat die Ermittlungen gegen den Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, eingestellt. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus rbb24 Recherche am Freitag auf Anfrage mit. Den Ermittlungen lag eine Anzeige gegen Engelbert Lütke Daldrup wegen des Verdachts der Bilanzfälschung nach § 331 Handelsgesetzbuch zugrunde. Nach Prüfung der FBB-Bilanzen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, liege kein Anfangsverdacht vor.

Die Anzeige bezog sich auf eine Studie von drei Wirtschaftsexperten, aus der hervorgeht, dass der FBB nach Inbetriebnahme des neuen Flughafens BER Ende Oktober auch ohne die Corona-bedingten Verluste die Insolvenz oder eine bilanzielle Überschuldung drohen solle. Die Autoren der Studie hatten auf die hohen Belastungen der FBB durch die Bauzeitverlängerung und zu geringe Einnahmen verwiesen.

Staatsanwaltschaft erkennt keine falsche Darstellung

Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe die aktuelle Bilanz der FBB geprüft und könne keine falsche Darstellung der finanziellen Verhältnisse erkennen. Für Richtigkeit der Bilanz im Konzern- und Jahresabschluss der FBB ist der Geschäftsführer verantwortlich.

Zweifel an Finanzplanung

Nach Recherchen und eigenen Berechnungen des rbb waren Zweifel an der mittelfristigen Finanzplanung der FBB laut geworden. Die Flughafengesellschaft ging nach eigener Aussage in ihrer Planung, die noch vor der Corona-Krise entstand, von Einnahmesteigerungen von 40 bis 50 Prozent im reinen Flugverkehr aus.

Berechnungen des rbb hatten ergeben, dass sich aus der neuen Entgeltordnung für die Airlines, die ab Inbetriebnahme des BER gültig ist, nur Steigerungen von maximal 25 Prozent ergeben. Daraus hätten sich im Rahmen der Finanzplanung Mindereinnahmen von mehreren Hundert Millionen Euro ergeben. Die Flughafengesellschaft hatte die rbb-Berechnungen zurückgewiesen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 31.07.2020, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

6 Kommentare

  1. 6.

    Wie die überbezahlte Unfähigkeit heißt ist doch egal. Fakt ist, daß der Steuerzahler das totgeborene Kind am Leben halten muss. Wahlweise wird ein ausländischer Investor den Laden übernehmen. Die Chinesen sitzen bestimmt schon in den Startlöchern und scharren mit den Füßen.

  2. 5.

    Von welchem prognostizierten Wachstum reden Sie?!
    Corona wird einen erheblichen nachhaltigen Einfluss auf den Geschäftsreiseverkehr haben.
    Nicht umsonst wurde die Planung des Terminal 3 erstmal auf Eis gelegt.
    In den nächsten Jahren brauchen wir uns um die Kapazität des BER sicher keine Gedanken machen.

  3. 4.

    Genau, ob das Ding drei oder 7 Milliarden kostet, interessiert schon längst keinen mehr. Und wie der überwiegende Teil der Flughäfen in Deutschland wird auch dieser subventioniert werden müssen. Der Mann kümmert sich doch sehr liebevoll um unseren Flugplatz und bekommt dafür lediglich 45.000 Euro im Monat. Aber im Ernst, eigentlich bringt er nur das zu Ende, wozu keiner vor ihm in der Lage war.
    Möchte nur mal wissen, wie das prognostizierte Wachstum ohne weitere Start- und Landebahnen funktionieren soll. Oder ist doch schon die nächste Ausbaustufe geplant? Bei dem, was die Flugzeuge an Emissionen beim Starten in die unteren Luftschichten blasen, helfen uns auch keine Tempo30Zonen in Berlin mal ganz abgesehen von der Lärmemission.

  4. 3.

    Das sehe ich auch so. Schliesslich schafft er es endlich, den BER zu eröffnen. Es sieht jedenfalls ganz danach aus.

  5. 1.

    Vielleicht sollte man den Mann mal in Ruhe lassen.

Das könnte Sie auch interessieren