Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Corona-Krise - Lütke Daldrup pocht auf Staatshilfen für den BER

Der BER ist infolge der Corona-Pandemie auf Staatshilfen angewiesen. "Ohne Unterstützung werden wir die Krise nicht überstehen", sagte Flughafenchef Lüdke Daldrup im ZDF-"Morgenmagazin". Der Flugverkehr werde noch Monate lahmen.

Drei Monate vor der geplanten Eröffnung pocht der Berliner Flughafen BER auf finanzielle Hilfe. "Uns geht es jetzt wie allen großen Unternehmen, (...) dass wir die Krise ohne Unterstützung nicht überstehen werden", sagte der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" [zdf.de].

Noch im Mai hatte der Flughafenchef erklärt, dass das Unternehmen laut Businessplan bis 2023 eine Unterstützung durch die Gesellschafter in Höhe von knapp 400 Millionen Euro benötigen würde. Ausserdem würden ab Beginn der 2020er Jahre "positive Ergebnisse" geschrieben. Da war die Corona-Krise schon in vollem Gang. Doch nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs hatte die Flughafengesellschaft vergangene Woche bereits angekündigt, 400 Stellen zu streichen.

"Dann kam die große Krise"

Noch im März sei mit den Eigentümern beschlossen worden, wie man den BER in die schwarzen Zahlen führen könne, sagte Lütke Daldrup im "Morgenmagazin". "Dann kam quasi parallel die große Krise." Allerdings hatte die Geschäftsführung schon am 20. März im Konzernabschluss für das Jahr 2019 angedeutet, dass sie bis zum Jahr 2024 nicht mit Gewinnen rechnet. Eine Anfrage des rbb dazu blieb bis heute unbeantwortet.

Der geplante Stellenabbau solle jetzt sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen durchgesetzt werden. "Wir müssen natürlich auch sparen", betonte Lüdke Daldrup, "wenn wir weniger Verkehr haben, brauchen wir weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Eröffnung "nicht unter Volllast"

Am immer wieder verschobenen Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 soll sich jedoch nichts ändern. "Wir sind sehr gut vorbereitet", meinte Lüdke Daldrup. "Wir werden nicht mit 120.000 Gästen eröffnen, wie es mal vor Corona angedacht war. Wir werden wahrscheinlich noch deutlich weniger Flugverkehr in den kommenden Monaten haben, das heißt, wir eröffnen nicht unter Volllast."

Sendung: Brandenburg aktuell, 29.07.2020, 19.30 Uhr

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19 Kommentare

  1. 18.

    Er hat doch Staatshilfen von insg. 7,3 Milliarden Euro. Für was möchte er noch mehr Hilfen? Er kann ja was von seinem Vorstands-Honorar reinpumpen.

  2. 17.

    Ggf. besteht ein Missverständnis darin, dass eine Partei aus politischem PR heraus eine bis dato weitläufigere Bezeichnung für einen Eigennamen reklamiert. Nichtsdestotrotz ist natürlich der besagte Beitrag pure Polemik. Und er ist ideologisch, weil er eine einzige Art zu wirtschaften zum Alleinigen erklärt. Der Bundestag, die Polizei, die Feuerwehr und die Rettungsdienste arbeiteten nach dieser Logik unwirtschaftlich, wären mithin "links." (Gemeint vermutlich im Sinne eines Gesamtspektrums.)

  3. 16.

    Die (Corona-)Krise bietet nicht nur Anlass zur Sorge, sondern auch einzigartige Chancen. Chancen dergestalt, dass auseinandergehalten wird, was zu fördern sei und was eben nicht. Soweit Übereinstimmung besteht, dass der Flugverkehr zu den unökologischsten Fortbewegungsarten gehört, kann eine Förderung mit dem Ziel, den alten, vorherigen Stand zu erreichen, nur kontraproduktiv sein. Der gegenwärtige Stand ist hingegen recht akzeptabel.

    Es gilt, ggf. Rückbauten im mittel- und langfristigen Sinne vorzunehmen, nicht aber, den Flugverkehr zu fördern. Alles andere ließe sich begleiten. Auf die Vorzeichen kommt es an.

  4. 15.

    Der kleine Bürger pocht auf Schallschutz - und bekommt ihn nicht. ( ich habe noch nicht einen Euro und kämpfe 13 Jahre dafür ) _ und nun soll er noch für die großen Gehälter vom Honora - Prof. und seinen unralionalen Plänen seinen Kopf hinhalten und wir unsere Steuern her geben? Wer so desozial mit seinen Anwohnern umgeht, hat seinen gesellschaftlichen Auftrag für die Daseinsvorsoge verfehlt und gehört abgeschafft.

  5. 14.

    Lütke-Daldrup ist NICHT Mitglied der Linkspartei. Auf die anderen Frechheiten dieses kurzen Posts gehe nicht ein, das ist einfach nur Getrolle.

  6. 13.

    die Luftfahrt liegt ja eh am Boden , eigentlich kann der BER abgewickelt werden

  7. 12.

    Ja, ja, man denke nur Mal an die üppigen Abfindungen an die Herren Schwarz und Mehdorn. Hätte ich auch gern gehabt, um dann an den BER zu spenden. Wann wacht die Politik auf?

  8. 11.

    Bei der Bahn und den Postnachfolgeunternehmen Telekom,Post und Postbank hat es auch wunderbar geklappt. Mit 55 ohne Abzüge in Rente, seit 2007 Gesetz.
    Damit es keine Hindernisse bei der Privatisierung gibt.
    Ach ja der Bund ist über die KfW beteiligt, gemanagt vom BMF Abteilung 8. Die Postversorgungskasse wurde an einen Investor verkauft. In diese Kasse haben alle Beamten 33% Ihrer Bezüge eingezahlt. Nun ist das Geld wohl alle und der Schwarze Investor will nach neuesten Meldungen die Pensionen kürzen.

  9. 10.

    Ein Flughafen der das Geld von Zweien im Betrieb kostet. M. E. Nach wie vor: privatisieren und dann Insolvenz, anders kommt man aus dem Milliardengrab nicht mehr heraus. Ende mit Schrecken, ....

  10. 9.

    Sehe ich genauso!
    Man hätte den BER einstampfen sollen, bevor Millionen von Steuergeldern dafür verschwendet wurden!
    Das Ding ist und bleibt weltweit eine Lachnummer!

  11. 8.

    Ganz ehrlich?In den BER gehört gar kein Steuergeld mehr,wie viele sinnlose Millionen und Milliarden sollen in den Bruchbau noch fließen während tâglich immer mehr sinnvolle Einrichtungen vor dem aus stehen!Ich persönlich halte den BER für das deutlichste Beispiel das Berlin und der Bund sowie alle Vorstände völlig versagt haben!!!

  12. 7.

    Ist klar, ... bisher hat's ja auch noch keine gegeben!

  13. 6.

    Wie wäre es Herr Lütke Daldrup, wenn Sie erstmal auf einen Teil ihres üppigen Gehalts verzichten würden? Dann kann man vielleicht über Staatshilfen für den BER sprechen!

  14. 5.

    "Lütke Daldrup pocht auf Staatshilfen für den BER". Selbstverständlich was soll er als Linker den sonst machen? Etwa wirtschaftlich arbeiten?

  15. 4.

    Der BER braucht für seine Finanzprobleme keine Pandemie,dass schaft er seit vielen Jahren auch alleine.
    Ein Selbstständiger,der schon vor COVID19 rote Zahlen schrieb,hat nun das selbe Problem- und bekommt deshalb vermutlich auch keine Unterstützung aus irgendeinem Hilfpaket,da muss man wohl Bilanzen vorlegen. DER BER IST DIE UNENDLICHE GESCHICHTE auf Kosten der Steuerzahler und das er nun im Okt. 2020 an den Start geht,glaube ich erst,wenn die ersten Flieger starten und landen .

  16. 3.

    Wieviel Steuergelder sollen denn noch in den BER fließen? Irgendwann muss es doch mal reichen. Oder ist der BER ein Fass ohne Boden?

  17. 2.

    Der Flughafen hat ca. 7 Milliarden Euro gekostet, angeschlagen waren ca.2,5 Milliarden. Warum jetzt noch mehr Steuergelder reinpumpen..... Holt euch doch das Geld zurück, die bei Rechnungen beschießen haben und Reich geworden sind.

  18. 1.

    Immer dieses Hochpreisige Flughafengejammere. - Da soll also die Corona-Krise dafür herhalten, unbeliebtes, teures Personal loszuwerden ! Unmoralisch ? Ungesetzlich ? Bei den Unternehmen Berlin, Brandenburg, Bundesrepublik Deutschland ? Was sagt der Mehrheitseigentümer dazu ? Lasst uns den Aufsichtsrat befragen, Bürgerinnen und Bürger, Steuerzahler, Rentner, Hartz4 -Benutzer, steht auf und legt eure Scherben in die Waag-Schalen !

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