Komparsen gehen zu einer Brandschutzübung in das Terminal des Flughafen BER. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Audio: Inforadio | 26.08.2020 | Thomas Rautenberg | Bild: dpa/Christophe Gateau

Notfallübung mit 800 Komparsen - BER besteht Havarie-Check

Alle zwei Jahre steht bei internationalen Airports ein sogenannter Sicherheits-TÜV an. Dabei muss die Feuerwehr bei einem simulierten Brand alle Personen innerhalb kürzester Zeit evakuieren. Für den BER stand die Notfallübung am Mittwoch auf dem Plan.

Dichter Rauch auf dem Bahnsteig unter dem BER-Hauptterminal, zahlreiche Menschen müssen evakuiert werden: Was nach einem Horror-Szenario klingt, war am Mittwoch Teil einer großen Havarieübung am künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg. Dabei musste die Flughafenfeuerwehr einen simulierten Brand unter einem Zugwaggon im BER-Bahnhofstunnel löschen und mehrere Hundert Menschen in Sicherheit bringen.

Nach Angaben von Flughafensprecher Daniel Tolksdorf verlief die Übung erfolgreich. "Die Feuerwehr ist extrem schnell. Auch die Fluggäste haben den Tunnel sehr schnell entfluchtet." Die etwa 800 teilnehmenden Komparsen versammelten sich auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Terminal.

Nebelmaschine sorgt für Feueralarm

Mit Hilfe einer Nebelmaschine wurde Rauch simuliert und damit der Feueralarm ausgelöst. Die Feuerwehrleute haben laut Brandschutzkonzept 15 Minuten Zeit, die Brandbekämpfung durchzuführen. "Das ist abnahmerelevant für den BER und auch für den Bahnhof", erklärte der stellvertretende Übungsleiter Helge Schill. Bei der Übung erreichten die Feuerwehrleute über einen separaten Zugang nach etwa acht Minuten mit Atemschutz und Schläuchen im Gepäck den Bahnsteig.

Mit Blick auf die geplante BER-Eröffnung am 31. Oktober 2020 war die erfolgreiche Übung laut Personalgeschäftsführer Michael Halberstadt ein sehr wichtiger Schritt. Alle zwei Jahre müssen die internationalen Airports einen sogenannten Sicherheits-TÜV absolvieren, bei dem die Feuerwehr bei einem simulierten Brand alle Personen innerhalb kürzester Zeit evakuieren muss.

"Action, action, action"

Die erfolgreiche Aktion bringe weitere Sicherheit für die Eröffnung des BER, sagte der zuständige Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge: "Ich bin beruhigt und muss auch zugeben, dass ich mich auf den Eröffnungstermin freue."

Trotz des Katastrophenszenarios hatten die Komparsen ihren Spaß. So bedeute die Übung einfach "Action, action, action", sagte eine Teilnehmerin. "Normalerweise steigt man in den Zug ein und aus und geht zum Flughafen." Ein anderer Komparse kennt sich mit Übungen bereits aus: "Ich war schon vor Jahren hier bei einer Übung. Mich interessiert einfach, was sich verändert hat." Er findet die Übung auch sinnvoll, weil man lerne, wie man sich im Ernstfall verhalten muss.

Kürzlich musste bereits das Terminal evakuiert werden. Ein Teilnehmer des Testbetriebes hatte in einer Abstellkammer geraucht und damit den Feueralarm ausgelöst.

6 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 6.

    Ich war gestern dabei. Die 800 Personen wurden in 2 Gruppen aufgeteilt - eine hat sich auf dem Bahnsteig aufgehalten und eine eine ebene darüber (trotzdem noch unterirdisch). Der Bahnsteig wurde entsprechend abgesperrt, sodass der Platz minimiert war und alle Teilnehmer denselben Notausgang nehmen mussten. Es wurde also durchaus bis zur Kapazitätsgrenze für einen einzelnen Notausgang getestet. Insgesamt hat es bis zu 5 Minuten gedauert, bis man das Flughafengebäude verlassen konnte - aber durch Entlüftung, Rauchvorhänge und Brandschutztüren war man durchaus sicher. Trotzdem waren es natürlich Übungen unter Idealbedingungen (keine Panik, kaum gehbehinderte Menschen, keine Kinder, wenig Gepäck, etc.).

  2. 5.

    Also 800 Personen sind schon ganz ordentlich. Insbesondere unter Corona. Denke 1500 wären besser gewesen da man damit rechnen sollte das zwei Züge im Bahnhof sein könnten. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Sein die froh, das so etwas überhaupt gefordert wird. Ist Jammern auf hohen Niveau.

  3. 4.

    Im Normalfall werden sich wohl deutlich mehr als 800 Personen im Flughafenbereich inkl Bahnhof aufhalten. Hat das Feuerwehrpersonal auf den Einsatz gewartet oder wurde die Einsatzzeit geheim gehalten. Es wird bestimmt auf die feierliche Eröffnung im November 2020 hinaus laufen.

  4. 3.

    Also ich werde TXL ganz sicher NICHT vermissen und kann es kaum erwarten auch in Berlin zukünftig von einen vernünftigen Flughafen mit vernünftiger ÖPNV Anbindung ab zu fliegen .

  5. 2.

    Wie man so hört lief es vor 8 Jahren bei ORAT überhaupt nicht rund.
    Damals funktionierte so gut wie nichts und die Tester mussten Bauhelme tragen.

  6. 1.

    Tja vor 8 Jahren lief es bei orat auch gut und Berlin wollte den modernsten airport Europas eröffnen. Ich hoffe es klappt alles mit der Eröffnung. Trotzdem schade um txl. Ich glaube viele Berliner werden ihn sehr vermissen.
    Good luck BER

Das könnte Sie auch interessieren