Symbolbild - Techniker und Arbeiter stehen in der Abflughalle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg Willy-Brandt. (Bild: dpa/Michael Kappeler)
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Audio: Inforadio | 15.09.2020 | Oliver Soos | Bild: dpa/Michael Kappeler

BER-Ausbau durch Corona verzögert - Flughafengesellschaft plant nach BER-Eröffnung mit Kurzarbeit

Kaum macht der BER auf, müssen Hunderte Mitarbeiter der Flughafengesellschaft wieder in Kurzarbeit. Denn durch Corona schrumpft das Passagieraufkommen in diesem Jahr auf weniger als ein Drittel der erwarteten Zahl zusammen. Die finanziellen Aussichten sind schlecht.

Nach der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER im Herbst plant die Betreibergesellschaft die Rückkehr zur Kurzarbeit. "Wir haben wegen der Inbetriebnahme im September alle Beschäftigten aus der Kurzarbeit zurückgeholt", sagte Personalchef Michael Halberstadt am Montag im BER-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags. Im Dezember werde man aber wieder zur Kurzarbeit zurückkehren und dieses Instrument auch 2021 nutzen.

Weniger als ein Drittel der erwarteten Passagiere in diesem Jahr

Der neue Flughafen soll am 31. Oktober ans Netz gehen. Der Flugverkehr an den bestehenden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld war in der Corona-Krise jedoch eingebrochen. Das Unternehmen schickte seine 2.200 Beschäftigten in Kurzarbeit. Für dieses Jahr rechne man zudem coronabedingt mit einem Verlust von 260 Millionen Euro, für das kommende Jahr mit rund 360 Millionen Euro.

Im August gab es ein Viertel so viele Passagiere wie ein Jahr zuvor. "Wir erwarten, dass wir in diesem Jahr nicht 37 Millionen Passagiere abfertigen werden, sondern 10 Millionen", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Für nächstes Jahr gehe er von etwa der Hälfte der Fluggastzahl von 2019 aus, als es 35,6 Millionen waren.

Stellenabbau nach BER-Start

Nach der BER-Eröffnung ist der Abbau von 415 Stellen geplant, wie Halberstadt bekräftigte. Entlassungen werde es aber nicht geben. Durch einen Einstellungsstopp sei die Belegschaft schon in diesem Jahr um 120 Stellen unter Plan.

Zur Eröffnung öffnen nach Lütke Daldrups Angaben 95 der 111 Geschäfte im neuen Terminal. Einige würden nicht rechtzeitig fertig, andere seien Opfer der Corona-Krise geworden.

Lütke Daldrup sagte, geplante Ausbaustufen für den BER würden nun verschoben, "um zwei bis vier Jahre bestimmt". Eigentlich sollte nach der Inbetriebnahme die Planung für ein weiteres Terminal am BER beginnen.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Der BER einfach nur peinlich und teuer.

  2. 8.

    Die Eröffnung des BER wird erfolgen, da sicher damit diverse Boni gezahlt werden. Nichts weiter.
    Danach wird er schließen. Warum auch immer: Personalmangel, Überschuldung, Zulassungen........
    Es gibt nichts zu feiern Hr. Daldrupp! Nicht einmal ein Danke für die Misere

  3. 7.

    Damit der BER noch teurer wird, soll die Eröffnung verschoben werden?!
    Zusätzlich bekämen die Anwohner von TXL 2 Mrd. Lärmschutz/Entschädigung ausbezahlt.
    Ein toller Vorschlag!

  4. 6.

    Ein unfertiger und insolventer Flughafen kann nicht ans internationale Netz gehen. Leute erspart uns die Peinlichkeiten der "Eröffnungsfeier": es gibt die Fehlentscheidungen und das Finanzdesaster und nichts zu "feiern". Es wird ein "Nationaler Tag der Trauer" werden zur Schande der Wirtschaftsnation Deutschland. Die getäuschten und mißbrauchten Flughafenmitarbeitenden können den geringeren Flugverkehr in TXL und SXF machen.

  5. 5.

    ..... und Fortbewegen tun wa uns dann mit Pferdekutschen oder wat? Also irgendetwas stimmt gewaltig nicht bei Ihren Aussagen.

  6. 4.

    Ein unfertiger und insolventer Flughafen kann nicht ans internationale Netz gehen. Leute erspart uns die Peinlichkeiten der "Eröffnungsfeier": es gibt die Fehlentscheidungen und das Finanzdesaster und nichts zu "feiern". Es wird ein "Nationaler Tag der Trauer" werden zur Schande der Wirtschaftsnation Deutschland. Die getäuschten und mißbrauchten Flughafenmitarbeitenden können den geringeren Flugverkehr in TXL und SXF machen.

  7. 3.

    Vielleicht ist es ja besser, die Eröffnung des BER nocheinmal zu verschieben. :)

  8. 2.

    Der alte Bussines Plan. Ja-Ja. Es war von Anfang an klar das ein Flughafen eine ökologische Katastrophe ist. Das der nicht mehr alt wird ist auch klar. Wir stehen kurz davor Kipppunkte zu erreichen die die erde unbewohnbar machen. Allein aus dem Gesichtspunkt muss schon klar sein das ein Flughafen Humbug ist.
    Jetzt haben wir halt auch ein Artensterben weil genauso schlaue Menschen die einen Flughafen bauen denken sie seien das Abbild Gottes und müssen der Natur ein bisschen zeigen wie sie zu seien hat. So sprühen sie großflächig Chemie auf die Felder, betreiben "Forstwirtschaft" and machen die Tiere und Pflanzen zu misshandelten geschöpfen oder rotten sie komplett aus.
    Das alles kann nicht gut gehen. Es ist davon auszugehen das Viren eine Folge dessen sind. Und das es in Zukunft nicht besser wird.
    Kleiner Höhr Tipp: Vom Fischer und seiner Frau

  9. 1.

    Ja, ja: Die Jobmaschine!
    Manchmal habe ich den wahnwitzigen Eindruck, dass Corona eine Erfindung der FBB ist, um den geplanten Fehlstart des BER zu rechtfertigen.

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