Engelbert Lütke Daldrup am 25.09.2020 am Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (IATA: BER, ICAO: EDDB). (Quelle: dpa/Marc Vorwerk)
Bild: dpa/Marc Vorwerk

BER-Eröffnung am 31. Oktober - "Es gibt keine große Party, wir machen einfach auf"

Ohne Volksfest und nüchtern soll am 31. Oktober der BER-Flughafen in Schönefeld eröffnet werden. Denn das BER-Projekt sei "keines, mit dem wir uns brüsten können", sagt Airport-Chef Lütke Daldrup. Größer und feierlicher wird dagegen der Tegel-Abschied gestaltet.

Der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat am Dienstag Einzelheiten zur geplanten Eröffnung des Flughafens BER am 31. Oktober mitgeteilt. Dabei machte er deutlich, dass es kein Fest zum Start geben werde.

"Der Weg bis zur Eröffnung war kein leichter. Berlin und ganz Deutschland wurden zur Lachnummer, wir deutschen Ingenieure haben uns geschämt", sagte Lütke Daldrup am Dienstag in der Berliner Bundespressekonferenz. "Die Kostensteigerungen von rund 2,7 auf knapp sechs Milliarden Euro sind nicht akzeptabel und schwer vermittelbar. Es gibt also keinen Grund, sich mit dem Projekt zu brüsten, deshalb ist klar: Es gibt keine große Party, wir machen einfach auf."

Gleichwohl sei der BER einer der modernsten Flughäfen Europas, betonte Lütke Daldrup. Der Flughafen sei "sehr gut angebunden mit seinem sehr leistungsfähigen Bahnhof". Die sechs Gleise direkt unter dem Terminal 1 sorgten für kurze Wege. "Vom Gleis gelangt man über zwei oder drei Rolltreppen sowie mit dem Aufzug direkt ins Terminal", so Lütke Daldrup weiter. Neben der Schienenanbindung gebe es aber auch eine sehr gute Straßenanbindung über die A 113 und die B 96a. "Es gibt 13.000 Stellplätze für Autos am Flughafen", betonte er zudem.

Lufthansa und Easyjet sind die ersten

Das Terminal 1 öffnet seine Pforten, auch die ersten Flüge werden dann bedient: Am 31. Oktober landen je ein Flugzeug von Easyjet und Lufthansa am BER. Zudem sind bereits am 31. Oktober Shops, gastronomische Angebote und Service-Dienstleister im Terminal 1 geöffnet, außerdem eine Touristeninformation, Mietwagenanbieter, ein Friseur sowie eine Geldwechselstube.

Terminal 2 wird wegen des durch die Corona-Pandemie stark eingebrochenen Flugverkehrs erst im kommenden Jahr eröffnet, wie Lütke-Daldrup erst kürzlich bekanntgegeben hatte.

Bereits sechs Tage vor der eigentlichen BER-Eröffnung wird der bisherige Flughafen Schönefeld umbenannt. Er heißt damit nicht mehr SXF - sondern wird dann zum Terminal 5 des BER.

Lütke Daldrup fordert Komplettumzug von Bonn zum BER

Bereits am 21. Oktober wird auch das Regierungsterminal am BER eröffnet. Damit finde das Provisorium am Flughafen Tegel endlich ein Ende, so Lütke Daldrup. Gleichzeitig betonte er, die Flugbereitschaft sollte die Regierungsflieger zügig komplett an den neuen Flughafen in Schönefeld verlegen. "Es wäre auch aus Klimaschutzgründen zu wünschen, dass schnellstmöglich alle Funktionen für den Regierungsflughafen nach Berlin verlagert werden", so der Flughafenchef. Bislang fliegen die Maschinen häufig ohne Passagiere zwischen dem Sitz der Flugbereitschaft am Flughafen Köln/Bonn und Berlin hin und her.

In den 13 Monaten bis Ende April dieses Jahres sind die Maschinen der Flugbereitschaft nach Angaben des Verteidigungsministeriums 761 mal zwischen ihren Standorten Berlin und Köln/Bonn geflogen - davon 617 mal ohne Passagiere.

Zehn Millionen Fluggäste weniger in diesem Jahr

Nach dem ersten Spatenstich 2006 wurde die für 2011 angepeilte Eröffnung des Airports immer wieder verschoben. Wegen der Corona-Krise benötigt die Flughafengesellschaft FBB laut Lütke Daldrup von den Eigentümern Berlin, Brandenburg und dem Bund 2020 rund 260 Millionen Euro zusätzlich.

Wieviel die öffentliche Hand in den kommenden Jahren zuschießen müsse, hänge stark ab vom Verlauf der Virus-Pandemie und den Folgen für den Flugverkehr. Lütke Daldrup betonte: "Bis 2024 benötigen wir eine Unterstützung." Die Corona-Krise stelle Airlines und Flughäfen vor große Probleme und sorge für "die größte Krise des Luftverkehrs seit dem Zweiten Weltkrieg". So dürfte die Zahl der Passagiere in Berlin im kommenden Winterhalbjahr nur ein Viertel der sonst üblichen Größenordnung betragen. "Wir befürchten, dass wir bis 2024 brauchen werden, um wieder das Niveau vor der Krise des Jahres 2019 zu erreichen." Im laufenden Jahr werde die Zahl der Passagiere an den Flughäfen Tegel und Schönefeld insgesamt auf rund zehn Millionen einbrechen - von knapp 36 Millionen 2019.

Air France schließt das Kapitel TXL

Vom Flughafen Tegel werde man sich in jedem Fall würdig verabschieden, kündigte Lütke Daldrup an. Geplant sei eine Plakataktion unter dem Titel "#DankeTXL".

Die Besucherterrasse öffne ab dem 3. Oktober, dort werde es viele Aktionen für die Besucherinnen und Besucher geben. "Am 8. November gibt es dann den letzten Flug, eine Air France wird um 15 Uhr von Tegel nach Paris fliegen", so der Flughafenchef. Eine Air France-Maschine sei auch die erste gewesen, die 1960 am Flughafen Tegel gelandet sei.

Opening-Feier am 30. Oktober

Doch ganz ohne Fest und Show-Programm wird auch die BER-Eröffnung letztlich doch nicht ablaufen. Bereits am Vorabend des 31. Oktober lädt der Schönefelder Gewerbeverein zur "BER-Airport-Opening-Feier" im Berlin Expocenter Airport ein. Ab 18 Uhr hält Lütke Daldrup eine Eröffnungsrede, danach gibt es ein Unterhaltungsprogramm für geladene Gäste, auch Tickets für die Veranstaltung wurden im Vorfeld begrenzt verkauft. Der Vorabend der BER-Eröffnung soll mit einem "Ready for Take-off"-Feuerwerk enden.

Sendung: Abendschau, 29.09.2020, 19:30 Uhr

 

33 Kommentare

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  1. 33.

    Sie wussten doch, das da ein Flughafen ist. Warum sind Sie dann dahin gezogen. Hätten ja auch woanders Wohnen können.

  2. 32.

    Mit Verlaub: Der Flughafen ist mitnichten unfertig, er war zu 99 % schon 2012 fertig. Das allerdings war die Täuschung. Zwischen fertig und fertig gibt es einen gewaltigen Unterschied und da war der Landrat von Dahme Spreewald mutiger als andere seiner Zeitgenossen, eine "klitzekleine Unstimmigkeit" nicht auf seinem Rücken austragen zu lassen.

    Die acht Jahre wurden im Wesentlichen damit verbracht, nicht bauliche, sondern rein technische Defizite auszugleichen, die weithin unsichtbar sind. Zuallererst die gegenseitige Unpässlichkeit des Brandmelde- und des Entrauchungssystems, mit der damals überlegten Folge, im Brandfall die Türen von Hand zu öffnen. Schüler und Studierende gibt es ja zuhauf, die sich für so etwas hergeben. Dann gab es eine "gewisse Unordnung" in den Kabelschächten, wovon alle wussten, aber kein Plan davon eine Aufzeichnung hatte.

    Der BER ist so gesehen weit verbreitet und nicht alle sind so mutig wie der Landrat von LDS. Die winken woanders derlei durch.

  3. 31.

    Nun haben wir alle wohl Zeit genug gehabt, uns auszulüften über den BER. Lasst nun den
    L.D feiern: Geburtstag... BER... Tegel-schluss...
    Die "paar"Steuergelder dazu... Kann sowieso keiner mehr nachvollziehen, was da an Geld verschrottet wurde.

  4. 30.

    " Es ist halt nur so, dass ich mit Robbie Williams plane und es kommt Achim Mentzel, Gott hab ihn selig "

    Ich kann zwischen den beiden keinen großen Unterschied erkennen . Robbie Williams ist ein kleiner Hüpfer einer ehemaligen Boygroup der Solo mal ein paar Jahre in Europa erfolgreich war aber in Asien und erst recht in Nordamerika hat er nie eine Rolle gespielt . Anders sieht es da schon bei echten Musikgrößen wie Michael Jackson , Freddie Mercury , David Bowie oder George Michael aus die aber leider alle schon verstorben sind . Wie gesagt beine Sicht der Dinge und jetzt wieder zum Thema : Schön das der BER endlich öffnet und richtig das es keine große Feier geben soll !!

  5. 28.

    Tschüss, Tegel. Endlich Ruhe im Norden.

  6. 27.

    Ich frage mich ob einige hier den Artikel überhaupt gelesen haben...es gibt keine große Party lautet doch schon die Überschrift. Ich finde die Geschäftsführung der FBB hat hier genau die richtigen Worte gewählt!

  7. 26.

    Ja, klasse realitätsfern. Offensichtlich geht hier mit einigen Schreibern die Phantasie durch. Und das nicht einmal mit belegbaren Fakten, sondern als reine Märchenstunde.

  8. 25.

    Ja, klasse realitätsfern. Offensichtlich geht hier mit einigen Schreibern die Phantasie durch. Und das nicht einmal mit belegbaren Fakten, sondern als reine Märchenstunde.

  9. 24.

    BER ist fertig, könnte Geschäfte, zarte Gewinne machen und schon ist die Wirtschaft da und verlangt die Privatisierung !
    Wer sollte dabei Böses Denke ?

  10. 23.

    ... und fliegen WO hin ? In welches Gebiet mit Reisewarnung? BER pleite, öffentlicher Dienst streikt für Mond Prozente.
    Der Desasterhafen is ja nicht mal fertig.

    Kommentar 9 ist einfach klasse.

  11. 22.

    Zur großen "BER-Airport-Opening Feier" mit Lüdtke Daldrup und "Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien" und der Bundespolizei-Big-Band: Es ist natürlich clever, die Feier im formal von einem just im letzten Jahr gegründeten kleinen Verein und dem Organisator des Berliner Presseballs ausrichten zu lassen, wo man unter sich ist bzw. unter den Personen, die ab 249 Euro für die Teilnahme zahlen, und dann der Öffentlichkeit zu sagen, es würde nicht gefeiert, damit die Blues Brothers aus der Einflugschneise keine Loge buchen und "Sweet Home Waßmannsdorf" oder der Bund der Steuerzahler "Messin' with Engelbert" anstimmen ...

    Tickets dafür gibt es weiterhin, auch wenn der RBB vermutlich gratis und ganz objektiv mitfeiern darf ... www.ber-opening.de

  12. 21.

    "die krampfhafte Verteidigung von Vorteilen für wenige Reiche" --- Könnten Sie diesen Blödsinn bitte mal erklären?

    Ich bin sehr gerne von Tegel geflogen, weil der Flughafen für mich in kurzer Zeit gut erreichbar war. Die "ordentliche" Bahnverbindung, was immer das bedeuten soll, bedeutet sehr viel mehr Zeitaufwand.
    Aber was des einen Freud, ist des anderen Leid.
    Ich muss aber als Freund von Tegel die Freunde des BER nicht niedermachen und versuchen herabzuwürdigen. Es ist wie es ist.

  13. 20.

    Da gibt es auch nichts zu feiern.
    Dieser Langzeitbau hat ganz Deutschland in der Welt lächerlich gemacht, Millionen Steuergelder verschlungen und er wird sie weiter verschlingen.
    Das kommt davon, wenn Politiker und keine Fachleute im Aufsichtsrat sitzen und sich gegenseitig die Pfründe zuschanzen.
    Also öffnen und endlich rentabel arbeiten.

  14. 19.

    "die krampfhafte Verteidigung von Vorteilen für wenige Reiche" --- Könnten Sie diesen Blödsinn bitte mal erklären?

    Ich bin sehr gerne von Tegel geflogen, weil der Flughafen für mich in kurzer Zeit gut erreichbar war. Die "ordentliche" Bahnverbindung, was immer das bedeuten soll, bedeutet sehr viel mehr Zeitaufwand.
    Aber was des einen Freud, ist des anderen Leid.
    Ich muss aber als Freund von Tegel die Freunde des BER nicht niedermachen und versuchen herabzuwürdigen. Es ist wie es ist.

  15. 18.

    Auf welchen Beitrag vom RBB bezieht sich Ihr Kommentar? Geht aus Ihrem Text leider nicht hervor.

  16. 17.

    Ob Sie überhaupt wirklich stattfindet, steht wirklich noch in den Sternen! Denn ich glaube nicht, daß der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup wirklich weiß, welche Corona-Verhältnisse am 31.10. vorherrschen!

  17. 16.

    Na so einfach aufmachen - war wohl nix. Hat ja nur ein paar Jahre länger gedauert und wurde ein paar Milliarden teurer. So einfach geht das in Berlin-Brandenburg.

  18. 15.

    Wie kommen Sie darauf das der BER zeitnah wieder schließt. Wissen Sie mehr als wir ?

  19. 14.

    " Ein unfertiger unbezahlter insolventer Flughafen kann nicht ans internationale Netz gehen."

    Und können Sie uns auch einen Grund nennen, warum das nicht möglich sein soll?

    "Leute erspart uns die Peinlichkeiten der "Eröffnungsfeier"

    Ähm, Artikel gelesen? Es gibt keine Eröffnungsfeier.

    "wie umständlich weit entfernt vom Regierungsviertel die Anreise für Auslandsgäste sein wird"

    Ich weiß zwar nicht, warum nun alle Gäste Berlin ins Regierungsviertel sollten, aber von Tegel bis zum HBf braucht man momentan auch mehr als 20 Minuten. Vom BER sind es 30 Minuten (Flughafen-Express).

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