Kommentar | BER-Eröffnung - Flughafenscham wäre jetzt angesagt

Menschenleer ist der Vorplatz am nächtlichen Terminal 1 vom Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg «Willy Brandt» (BER) am 25.10.2020. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: rbbKultur | 27.10.2020 | Jörg Magenau | Bild: dpa/Patrick Pleul

Wohl nur wenige Menschen steigen zurzeit unbeschwert in ein Flugzeug. Es lauern Corona-Ansteckungsgefahren, und wegen des Klimawandels fliegt bei vielen auch das schlechte Gewissen mit. Kein guter Zeitpunkt, um einen Flughafen zu eröffnen, meint Jörg Magenau.

Leidet eigentlich noch irgendjemand an Flugscham? 2019 stand die "Flugscham" kurz davor, zum Wort des Jahres gekürt zu werden. Wer nach der Landung nicht versprach, zumindest ein Bäumchen zu pflanzen oder für den tropischen Regenwald zu spenden, durfte sich seines Seelenheils nicht ganz sicher sein. Fliegen war eine verbreitete, aber moralisch fragwürdige Sache. Denn: Moral kommt ja immer dann ins Spiel, wenn der Mensch Dinge tut, von denen er weiß, dass sie nicht so gut sind, dann aber doch nicht davon lassen kann.

Besser man lässt es

Ein Jahr später fliegen nur noch die, die unbedingt müssen und die, die sowieso keine Scham kennen. Maßgeblich fürs allgemeine Moralgefühl sind inzwischen weniger die Klimaforscher, als die Virologen. Sie begründen die neuen sozialen Standards mit Hygieneregeln, Mäßigung und Abstandhalten. Was das Fliegen betrifft, ist ihre Botschaft jedoch genau dieselbe: Besser man lässt es. Wer Infektionsketten unterbrechen möchte, bleibt zu Hause und tut damit nebenbei auch etwas fürs Weltklima. Es gibt nichts Heilsameres für die Erdatmosphäre, als einen möglichst flächendeckenden Lockdown.

Doch ausgerechnet jetzt eröffnet der unglückselige Großflughafen BER, als hätte er seit mehr als einem Jahrzehnt darauf gewartet, genau in dem Moment in Betrieb genommen zu werden, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob der Flugverkehr jemals wieder das Ausmaß der Zeit vor Corona erreichen wird. Easyjet meldet fast eine Milliarde Euro Verlust, selbst um die Lufthansa muss man sich Sorgen machen, und es ist nicht abzusehen, welche Fluggesellschaften die Krise überleben werden.

"Normal" war die Massenfliegerei sicher nicht

Die Luftfahrtbranche spricht davon, dass es mindestens drei Jahre dauern wird, bis sich die Lage normalisiert, also wieder das Niveau von 2019 erreichen wird. Doch das scheint eher Wunschdenken zu sein. "Normal" waren die Jahre der Massenfliegerei sicher nicht, als man, nur weil ein Ticket bloß zwölf Euro kostete, mal eben übers Wochenende nach Lissabon jettete, um dort Kaffee zu trinken. Gibt es ein allgemeines Menschenrecht auf Mobilität? Die Flugscham als ständiger Flugbegleiter brachte das epochale Grundgefühl zum Ausdruck, dass diese Normalität ziemlich irrsinnig gewesen ist. Eine Rückkehr in diesen Zustand sollte es deshalb auch nicht geben. Corona bietet die Chance, Flugabstinenz zu erproben und über die virologische Zwangslage hinaus beizubehalten.

Für den BER bedeutet das, dass nicht nur die geplante feierliche Eröffnung coronahalber ausfällt. Der Flughafen, von dem es vor einem Jahr noch hieß, er sei schon bei der Eröffnung zu klein, könnte neue Aufgaben übernehmen. Wie angenehm zum Beispiel ein Park mit Landebahn zum Skaten und Radfahren ist, zeigt das Beispiel Tempelhof. Dann müssten sich nur noch die schämen, die für das von Anfang an missratene Großprojekt BER rund sieben Milliarden Euro in den Sand gesetzt haben. Flughafenscham ist der große Bruder der Flugscham.

Beitrag von Jörg Magenau

50 Kommentare

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  1. 50.

    Welch ein aller Logik Hohn sprechenden Beitrag. Da beschweren Sie sich über die hohen Baukosten und warnen gleichzeitig die Leute davor von BER zu fliegen. Aber ein Flughafen kann nur Einnahmen bekommen und seine Schulden abbauen wenn so viele Menschen wie möglich fliegen. Was meinen Sie wie sonst Teile der Schulden getilgt werden können wenn nicht durch Fluggesellschaften und Passagiere?
    Was ist eigentlich so gefährlich vom BER zu fliegen, dass Sie davor warnen?
    Vorm schreiben sollte man doch mal nachdenken.

  2. 49.

    Danke! Reisefreiheit ist nicht auf das Inland begrenzt. Wenn's in die Ferne geht, werde ich mich keinesfalls schämen, zu fliegen. Und ich bin todtraurig über die Schließung von Tegel! Das war so lange unser Tor zur freien Welt! Wie sich BER machen wird, bleibt abzuwarten.

  3. 48.

    Dem Autor wäre schlicht zu raten, mal hinter die Preiskalkulation der Airlines zu blicken und sich nicht einzelne begrenzte Preisegmente herauszupicken . Dann wären Pauschalisierungen "12 Euro nach Portugal" nicht zu halten.
    Aber das Volk will Populismus....

  4. 47.

    Schade dass Sie so schlecht vom TXL denken...
    Er war jahrzente für Westberlin das Tor zur Welt, ohne Kontrolle durch die DDR! Und für viele der einzige Weg in den Westen! Die kurzen Wege waren grandios...

  5. 45.

    ... dass jede Norm bezüglich technischer Anlagen etwas Unabdingbares sind, damit es überhaupt funktioniert, freiwillige übernommene Denknormen - beispielsweise, dass es "Wohlstand" wäre, möglichst oft zu fliegen - hingegen eben jenes Mitläufertum verkörpert, von dem ich sprach.

    Eine Legitimation, weil es anscheinend alle machten, ist keine Legitimation. Da muss schon mehr kommen.

  6. 44.

    Ich freue mich sehr, dass der BER endlich geöffnet hat, nach den vielen Querelen.
    Wenn es die Choronalage wieder zu lässt, werde ich ihn schnellstmöglich gerne nutzen, und ich werde mich keinesfalls schämen. Aber vorher gehe ich mal hin zum angucken.
    Danke an den Flughafenchef und seine Mannschaft.

  7. 43.

    So ein Quatsch, man lese bitte den Spruch von ihm im Flughafen.

  8. 42.

    Ich hoffe sehr, dass meine Enkel in Zukunft noch Flugzeug, ICE oder Auto nutzen, klimafreundlich versteht sich, und nicht mit dem Fahrrad oder Karren mit Esel durch die Lande ziehen müssen.

  9. 41.

    Ich frage mich, ob dieser Artikel von Anfang bis Ende eine Art BER Ironie darstellen soll. Auf jeden Fall ist die Ironie nicht so recht offensichtlich und führt dazu, dass man einem bestimmten Teil unserer Gesellschaft vorgaukelt, dass es irgendwie in Ordnung wäre den einzigen Flughafen in der Region zu schließen, anstatt zu stärken. Um dann im nächsten Schritt vielleicht Autobahnen stillzulegen und die individuelle Mobilität zu verbieten. Was den Luftverkehr angeht, kann man ja glücklicherweise bald ans neue Drehkreuz nach Polen ausweichen.
    Aber macht nur weiter mit euren Extrempositionen. Bald werden wir sehen, was das mit der Gesellschaft macht (Vorbild USA).

  10. 40.

    Liebe Margarete Lück,
    einen ganz einen tollen Beitrag haben Sie da geschrieben. Passend in egoistischem Ton.

    Vielleicht würden sich ja die Menschen im Zentral- oder Südafrikanischen Bereich auch gern einmal in den von Ihnen so hoch gelobten Jahresurlaub fliegen lassen. Leider ist denen das nur meist nicht möglich - da sie gerade VERHUNGERN !
    Oder Menschen aus dem Pazifik - denen gerade ihr zu Hause ABSÄUFT, weil der Meeresspiegel steigt...

    Egal - Hauptsache ICH kann in den Urlaub fliegen, oder nach NY City zum shoppen...
    Kopfschüttelnde Grüße...

  11. 39.

    Ein für den Eröffnungstag unterirdisches Kommentar. Wie man es mit solchem Negativismus auf die Hauptseite des RBB schafft... traurig.

  12. 37.

    "Der erste Artikel unseres bedeutenden Gesetzes trieft nur so von Moral: Die Würde des Menschen ist unantastbar. "

    Sie wollen doch nicht etwa einem Vertreter der rechtsextremen AfD die "Würde des Menschen" erklären? Die "Partei", die ständig die Würde, nicht nur der Menschen, mit Füßen tritt?

    Die "Partei", die schon mit ihrer bloßen Anwesenheit die deutschen Parlamente entwürdigt? Nicht wirklich oder?

  13. 36.

    Das sehe ich genauso.
    Vielleicht ne neue Idee für die, die immer gegen alles sind, egal was / wen / wie. Tempelhofer Feld, auch so ein Thema und sooooo berlintypisch. Jeder gegen jeden, und alle machen mit.
    Ich habe den Eindruck, dieser "Kleinkrieg" nimmt immer mehr zu.
    Der BER ist fertig, wir haben uns als Berliner lange genug due "Witze" anhören müssen, obwohl keiner von uns dafür verantwortlich zu machen ist, JETZT IST ABER AUCH MAL GUT!

  14. 35.

    Ohne jeden umweltpolitischen Sachverstand hat man "endlich" aus reinem Prestigedenken mit dem Kopf durch die Wand den Flughafen als Schuldenpalast durchgedrückt. Ausgerechnet eine Kurzstreckenflug aus Mün soll den Anfang machen - dafür ist der ICE Sprinter da. Es ist Beleg für Wirtschaften ohne Einsicht an den Corona Regeln und am aktuellen geringen Bedarf vorbei. Man kann nur alle Reisenden warnen, den künftigen Chaosflughafen BER benutzen zu wollen... was für ein volkswirtschaftlicher Schaden für die Region BLN /BRDBG: alle Investitionen und Schuldenlasten auf viele Jahre eine große Bruchlandung. Ein unfertiger und insolventer Flughafen kann nicht ans internationale Netz gehen. Leute erspart uns die Peinlichkeiten der "Eröffnungsfeier": es gibt die Fehlentscheidungen und das Finanzdesaster und nichts zu "feiern". Es wird ein "Nationaler Tag der Trauer" werden zur Schande der Wirtschaftsnation Deutschland.

  15. 34.

    Offensichtlich muß man als Klimawandelleugner schon per se lügen aber ihre "Kommentare" sezten dem immer noch einen drauf. Ihre Lügen sind plump und deshalb dämlich. Wie es sich für einen Klimawandelleugner gehört.

  16. 33.

    Nur meckern,typisch deutsch.....

    Der Oculus in New York ,doppelt so teuer wie geplant ,statt 2 Mill. Dollar 4 Mill. Dollar und die Eröffnung hat sich um 7 Jahre verspätet.

  17. 32.

    Ihrem Kommentar schließe ich mich in ganzem Umfang an. Hinzufügen möchte ich, dass es an der Zeit ist, Kerosin endlich zu besteuern. Die staatliche Subventionierung des Fliegens ist absolut nicht mehr zeitgemäß, die zusätzlichen Steuereinnahmen wären in Hilfspaketen für z.B. pandemiegeschädigte Kleinunternehmen gut angelegt.

  18. 31.

    Echt zum Schämen ist doch, dass bei Schulen, Kitas, Senioren und bei Pfkegekräfte ständig gespart werden muss und hier für ein Genäude mit zwei Rollbahnen die Milliarden Euro ohne Skrupel nur so in ein ewig verkorkstes Projekt an einem falschen Standort fliessen. Dieses Jahr nochmal 300 Mio., nächstes Jahr 550 Mio., es wird ewig so weitergehen. In Deutschland schreibt nur Fraport schwarze Zahlen. Wieso sollte man annehmen, das der BER mit seiner riesigen Schuldenlast sich irgendwann mal bezahlt machen sollte. Eine ewige Lüge von Anbeginn und Grund zum Schämen genug.

  19. 30.

    Wenn die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Maßnahmen der Corona-Regierungen durchschlagen, werden viel viel weniger Menscher überhaupt noch Geld zum Reisen haben.

  20. 29.

    Das ist mal wieder typisch deutsch. Nun wird der Flughafen endlich eröffnet, schon wird gemeckert, dass er denn eröffnet wird, denn Berlin braucht doch keinen Flughafen, Umweltschutz und so. Die nicht fliegen wollen sollen doch krabbeln oder laufen.

  21. 28.

    Tja, wenn man ganz wild ist auf einen Traum-Urlaub in Brandenburg ist, wo alle anderen seit Jahrzehnten mal am Sonntag hinfahren, dann braucht man keinen Flughafen. Aber wer ist schon so beschränkt?

  22. 27.

    Wen interessiert dieses moralinsaure Geschwurbel von Herrn Magenau?

  23. 25.

    Der Artikel gefällt mir nicht. Ich bin zwar auch gegen Billigtickets und Kurztrips, nur weil erschwinglich, sowie gesteckt enge Flugpläne. Dennoch missfällt mir der gewollt-ironische und dabei doch missglückte Ton des Autors, der eigentlich nur diverse bereits hunderte Male wohl von jedem irgendwie gehabte Gedanken zum Thema Fliegen in Zeiten des Klimawandels anbringt--- und dann gerade noch mit Ach und Krach (Der ganze letzte Absatz ist Mist) stolpernd (Völlig daneben der Gedanke, den BER zu einem zweiten Tempelhofer Feld zu machen) den Spannungsbogenschluss von Flugscham zum- selbst erdachten(?-) Begriff "FlugHAFENscham" aus der Überschrift -Ha, ha, wie originell :-((( -hinkriegt... Sorry, das war nix. Für einen preisgekrönten Autoren schon sehr schwach. Den Webspace hätte man sich besser gespart. Hätte dem Klima auch gut getan.

  24. 24.

    Jörg Magenau fahren Sie Rad ! Ich fliege, so schnell wie möglich und ich schäme mich dabei...wirklich !

  25. 23.

    Der Beiname "Willy Brandt" ist für diesen Flughafen nicht würdig. Dafür war alles viel zu unprofessional und die Welt hat nur über uns gelacht. Aber für den Friedensnobelpreisträger und Bundeskanzler a.D. ist die Nameswahl leider keine Ehrung,sonder fast eine Demütigung.

  26. 22.

    Jetzt ist das Ding endlich offen, und man soll sich schon wieder schämen? Berlin soll endlich mal aufhören, sich selbst dauernd schlecht zu reden, das besorgen schon die anderen.

  27. 21.

    Zumindestens ist eins gesichert, dass der Flughafen groß genug ist und nicht mehr erweitert werden muss.

  28. 20.

    Ich würde einfach Abschied vom Begriff der NORMalität nehmen, was ich jetzt und hier bewusst so schreibe. Dann, so glaube ich, hätten wir widergespiegelt auf der verbalen Ebene weit weniger Mitläufertum. Dann gäbe es mehr Eigenverantwortung ohne Fingerzeig auf andere, weil das ja ach so normal wäre.

    Verbreitungswürdig ist es in meinen Augen keineswegs, ein mehrere Tonnen schweres Gefährt in wenigen Minuten in mehrere Hundert Meter Höhe zu heben. Nur außergewöhnlich kann es sein und von daher eher selten zu gebrauchen.

    Die Kostbarkeit des Flugwesens so begriffen, sind alle Flughäfen überbordend.



  29. 19.

    "Moral als Maßstab der Politik ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich."

    Der erste Artikel unseres bedeutenden Gesetzes trieft nur so von Moral: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

  30. 18.

    Kleiner TXL Fan - oder? Zwei Flughäfen schliessen, einer öffnet. Wo ist das Problem? Würden sie sich auch fremdschämen, wenn TXL weiter offen wäre?
    Einmal werde ich noch wach, dann ist Tegel endlich flach!
    Schönes Halloween auch.

  31. 17.

    Dann können Sie mir bestimmt den Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof nennen, vom dem die Züge nach New York, LA, Tokyo, Hongkong, Sydney oder Bangkok abgehen. Und Sie können bestimmt auch sagen an welchem Bahnsteig der Zug Berlin - New York nach ca. 8 Stunden Fahrzeit in der Grand Central Station ankommt

  32. 16.

    Es ist in erster Linie der hohen Kunst der Projektsteuerung der beteiligten Politiker zu danken, daß dieser Flughafen zum Gespött wurde. Den Steuerzahler kostet das Millionen und nochmal Millionen. Die bloße Unterhaltung der Baustelle kostet monatlich viel Geld. Daher sollte man froh sein, wenn das Ding nun endlich eröffnet wird und außer Kosten erstmals auch Einnahmen produziert. "Flugscham" - was soll das?

  33. 15.

    Damit auch für unsere zukünftigen Enkel noch was von unserer Welt übrig bleibt sollte man aber möglichst glaubwürdig und realistisch an diese Aufgabe gehen um möglichst viele Leute zu erreichen und NICHT mit dem Dampfhammer um sich schlagen . Ich hatte vor kurzen dem Bundesministerium vorgeschlagen nicht in jedem größeren Ort in Deutschland einen Flughafen teuer mit Steuergeldern zu unterstützen sondern Leipzig und Berlin für den Osten , Hamburg und Hannover für den Norden , Düsseldorf und Köln für den Westen und Frankfurt / Main , München und Stuttgart für den Süden beizubehalten und alle anderen zurück bauen und schließen . Dazu innerdeutsche Flüge nach und nach durch ICE Strecken ersetzen . Wenn Leute im Jahr dann den ein oder anderen Fernflug machen nach Möglichkeit mit in Zukunft moderneren Triebwerken sollte das unterm Strich akzeptabel sein und nicht gleich mit egomanisch oder Konsumgeil betitelt werden denn damit erreicht man gar nichts !! Weniger ist manchmal mehr !!

  34. 14.

    Hallo Herr Magenau, Ihren Kommentar braucht kein Mensch, finde ich. Dafür, dass der BER während einer Pandemie ans Netz geht, kann das Team nichts. Das ist einfach unfair. Die machen ihren Job bestmöglich. Eigentlich ist es toll, dass der BER gerade nicht so viel Aufmerksamkeit genießt. So ist doch an allem Schlechten auch was Gutes. Wenn das die Süddeutschen hämisch kommentieren, na bitte. Aber Menschen, die hier leben - unangebracht. Ich freue mich, wenn die rbb-Redaktions-Kapazitäten SINNVOLL eingesetzt würden. Bspw. Tipps für die aktuelle Corona-Zeit oder - aus Sicht eines Kulturredakteurs - wie die Leute mit Angeboten aus dem Netz oder kreativen Ideen zur Vermeidung eines psychischen Zusammenbruch fertig werden. Grüße aus Pankow.

  35. 13.

    Die Klimaaposteln sind oft Vielfliger, aber nicht mit dem Pöbel von Ryanair und Easyjet, sondern in der Business Class. Deswegen haben sie von den Ersteren nicht soviel Ahnung.

  36. 12.

    "Leidet eigentlich noch irgendjemand an Flugscham?" Fliegen macht Spaß, da gibt's nichts für zu schämen.

  37. 11.

    Der Artikel zeigt genau auf einen der vielen blinden Flecken unserer "fortschrittlichen", egoistischen Wohlstandsgesellschaft und die Kommentare dazu bestätigen dies. Jeder Flug ist klimapolitisch einer zu viel, manche sind aber NOTwendig und sollen daher ja auch gar nicht verboten werden. Aber die Menge der nicht so notwendigen Flüge sollte jede*r überdenken. Es gibt wunderbare alternative Möglichkeiten zu reisen und die Welt so viel besser kennen zu lernen. Traivelling z. B. bietet Hilfe zu interkontinentalen Zugreisen. Ist übrigens auch sozialpolitisch sinnvoller: Züge sind Infrastruktur für alle statt für Überflieger*Innen.

  38. 10.

    Wo kann man hier auf den „Daumenhochbutton“ drücken!
    Dank an den Autor! Sie sind nicht allein.
    Nur weil andere aus Prinzip oder Tradition schon immer geflogen sind heißt das nicht, dass es richtig war und schon gar nicht das es weiterhin richtig ist.

    Ich würde mich freuen, wenn von unserer Welt auch für meine zukünftigen Enkel noch etwas übrig wäre. Zum Glück sind nicht alle Menschen so egomanisch und Konsumgeil...

  39. 9.

    Dieses ständige Gerede von angeblichen 12,- EUR Flugtickets nach Lissabon wird ebenso auch durch ständige Wiederholung nicht richtiger. Es sind nur sehr wenige Sitze im Flieger, die vergleichsweise günstig verkauft werden, wenn auch nicht für 12,- EUR nach Lissabon, wie der Autor behauptet. So musste ich zB. letztes Jahr kurzfristig einen Flug von Berlin dorthin buchen, und habe dafür mit 1 aufgegebenen Koffer über 300,- EUR (!) zahlen müssen .. bei RYANAIR wohlgemerkt. In der Öffentlichkeit herrscht leider die völlig falsche Vorstellung, dass im Minutentakt Billigflieger abheben, bei denen sämtliche Passagiere maximal 30,- EUR für den Flug bezahlt haben. Das ist aber Unsinn. Bei der Debatte melden sich leider die am lautstärksten zu Wort, die von der Luftfahrt die wenigste Ahnung haben.

  40. 8.

    Eine "Flugscham als ständiger Flugbegleiter" gibt es bei dem allergrößten Teil der Bevölkerung nicht, und das ändert sich auch nicht dadurch, dass unablässig versucht wird, eine solche herbei zu schreiben.

  41. 7.

    Eibe sehr einseitige Sicht der Dinge. Und auch zuviel grüne Moral. Dann auch keine Touristen, keine Geschäftsreisen usw. Keine Flieger mit Herztransplantaten usw. Und Tegel auch schließen?

  42. 6.

    Hier von Scham zu reden ist völliger Quatsch. Stattdessen sollte man diesen Zeitpunkt nutzen, um den Flughafenbetrieb in Ruhe in geregelte Bahnen zu bekommen.

  43. 5.

    Wir werden weiter fliegen. Fremde Kulturen kennenlernen, Menschen treffen. Wer sich dafür schämt, hat den totalen Knall. Aber er kann ja zu Hause bleiben Falls er doch mal nach Bangkok will, bis Peking vorfahren und da Umsteigen. Jeder soll wohl selber für sich entscheiden, was er will und was nicht.

  44. 4.

    Was für ein einseitiger blödsinniger Kommentar. Luftverkehr iat nur 3 Prozent des Klimaproblems. Warum kümmert man sich nicht um die anderen 97 Prozent? Der Flughafen Tegel hat über viele Jahre gut funktioniert, aber der neue BER ist als moderner Flughafen u.a. auch klimafreundlicher. Die Luftfahrt arbeitet an vielen Konzepten, das Fliegen klimafreundlicher zu gestalten. Aber viel wichtiger ist, dass durch das Fliegen Menschen und Kulturen verbunden werden. Die derzeitige zwangsweise Abschottung vieler Länder in der Coronakrise muss wieder aufgebrochen werden. U.a. durch das Fliegen. Ich wünsche dem BER einen guten Start.

  45. 3.

    An sich ein guter Artikel mit Anregungen. Nur der letzte Absatz rückt den ganzen Artikel wieder in die Satireecke wo der BER sicher schwer wieder rauskommen wird. Bei aller berechtigen Kritik am Projekt sollte der Flughafen nun da er in Betrieb geht auch entsprechend gewürdigt werden. Ist doch gut wenn er nun doch auf Jahre ausreichend dimensioniert ist. Irgendwann werden wir den Virus besiegen oder zumindest damit wieder halbwegs normal leben. Und dann wird auch wieder gereist. Geschäftsreisen werden zurückgehen weil die ganzen Meilensammler nun merken dass man auch am Telefon oder Computer viele Dinge mit anderen Menschen oder Maschinen in der ganzen Welt machen kann und sogar schneller und günstiger.

  46. 2.

    Moral als Maßstab der Politik ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich. Sie führt letztlich unausweichlich weg vom Rechtsstaat und hin zu Tugendterror.

    Wer also mit der Begründung „Moral“ Tun oder unterlassen fordert, spielt mit dem Feuer.

  47. 1.

    Diese angebliche Flugscham ist doch purer Unfug. Wenn ich fliegen muss, weil es zeitlich oder organisatorisch notwendig ist, dann tue ich das ohne schlechtes Gewissen. Ist es nicht erforderlich, fliege ich nicht und nutze eines der zahlreichen anderen Verkehrsmittel. Jegliche Mobilität ist umweltbelastete, also muss ich immer kritisch nachfragen, ob es nötig ist oder ob es bessere Alternativen gibt. Nicht zuletzt muss in diese Betrachtung ohnehin die Gesamtbilanz einfließen. Wer das ganze Jahr umweltschonend unterwegs ist, darf sich ja wohl im Gegenzug auch mal eine Flugreise erlauben. Wer dagegen ständig als Umweltsau unterwegs ist, sollte sich selbst kritisch hinterfragen, ob er das noch mit einem Flug krönen muss. Vernunft ist gefragt, nicht Scham oder Verbote.

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