Wegen sinkender Passagierzahlen - Terminal 5 in Schönefeld soll vorübergehend schließen

21.10.2020, Brandenburg, Schönefeld: Eine Passantin geht am alten Flughafen Schönefeld vorbei, der jetzt in BER Terminal 5 umbenannt wurde. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Audio: Inforadio | 23.11.2020 | Franziska Hoppen | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Mit Eröffnung des neuen BER-Flughafens war der Airport Schönefeld zum Terminal 5 des Airports geworden. Nun droht ihm die vorübergehende Schließung. Grund sind die einbrechenden Passagierzahlen. Mit der Schließung sollen Kosten eingespart werden.

Dem alten Flughafen Schönefeld - jetzt Terminal 5 des BER - droht das vorübergehende Aus. Wie ein Flughafensprecher dem rbb bestätigte, wird über eine Schließung nachgedacht, weil die Passagierzahlen pandemiebedingt um 90 Prozent gesunken sind.

Zuvor hatten darüber die "Berliner Morgenpost" [Bezahlinhalt] und die "B.Z." berichtet. Demnach will Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup Terminal 5 mit Beginn des Sommerflugplans im März 2021 schließen. Er soll für zunächst ein Jahr stillgelegt werden.

Kostendruck ist groß

Voraussichtlich schon in der kommenden Woche würden Vorbereitungen für eine solche temporäre Schließung des Terminals 5 ergriffen, sagte ein Flughafensprecher am Montag dem rbb. Die Flüge würden dann auf die Terminals 1 und 2 aufgeteilt. Dort werde es dadurch nicht zu Kapazitätsengpässen kommen, betonte der Sprecher weiter. Am Freitag werde darüber der Aufsichtsrat entscheiden.

Lütke-Daldrup sagte der "Morgenpost", aktuell könne das neue Terminal 1 die wenigen Flüge allein abfertigen. Das Aus von Terminal 5 wäre nur vorübergehend, bis die Passagierzahlen wieder steigen.

Der Flughafenchef steht unter massivem Druck, die Kosten des Flughafenbetriebs zu senken, um das Defizit zu begrenzen. Wie viel Geld durch eine Schließung von Terminal 5 gespart werden kann, ist unklar. Es soll aber um hohe Millionenbeträge gehen.

Sendung: Inforadio, 23.11.2020, 9:00 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Das ist keine Pommesbude. Verwaltungs- und ordnungsrechtlich dauert so ein Eingriff schon etwas länger.

  2. 30.

    Na ja, so weit würde ich jetzt nicht gehen. Zwei Terminals, die ja auch gar nicht mal so schlecht angeschlossen sind (wobei man natürlich auch hier kritisieren kann, warum der sogenannte Flughafen-Express vom Hauptbahnhof über Gesundbrunnen und Ostkreuz fährt und nicht über Potsdamer Platz und Südkreuz, was mit Sicherheit viel schneller wäre), an einem Flughafen, bei dem es sowieso schon so lange gedauert hat, bis er endlich fertig war, und der zudem so unglaublich viel Geld gekostet hat, sollten schon in Betrieb sein. Aber mehr braucht es meiner Meinung nach nicht.

  3. 29.

    Bis zur Eröffnung von Terminal 1 und 2 war das Terminal 5 ziemlich gut mit dem Regio angebunden... jetzt fährt er dran vorbei.
    Vielleicht wäre es sogar wirtschaftlicher Terminal 5 offen zu halten und die neuen Terminals zu schließen... dann würde auch der Regio wieder in Schönfeld (alt) halten ; )
    und in den neuen Terminals könnte repariert und modernisiert werden, was zur Eröffnung noch nicht oder schon nicht mehr gepasst hat...

  4. 28.

    Auf Grund der wenigen Menschen, die momentan fliegen, ist es angebracht das Terminal zu schließen.
    Aber warum erst im März und nicht zum 1. Dezember?
    Das ist doch nicht konsequent,

  5. 27.

    In was für einer beschränkten Welt leben Sie? Natürlich gibt es Menschen, die in die USA müssen (oder wollen), oder auch sonst wohin. Auch, wenn Sie sich das offensichtlich nicht vorstellen können.

  6. 26.

    Kann ich durchaus nachvollziehen. Die Ursache dafür liegt aber viel früher, beginnend bei der Standortwahl bis über die falsche Entscheidung zur Bauausführung und diverse Planänderungen, was die Kosten für den BER hochgetrieben hat. Ob er jemals wirtschaftlich sein kann, ist halt mit Fragezeichen versehen. Nur ist es jetzt zu spät, um etwas daran zu ändern, weil selbst die Stilllegung des Airports die Bundesländer Berlin und Brandenburg Unsummen kosten würde, die diese nicht haben.

  7. 25.

    Niemand muss in die USA. Wenn doch kann man mit dem Schiff Segeln. Ich steig in meinem Leben in kein Flugzeug mehr. Ich ziehe einen intakten Planeten vor.

  8. 24.

    Fliegen ist ja so "out of Date":
    Gestern im ÖR-Fernsehen wurde an einen sogenannten "Klimaexperten" die Frage gestellt, warum man den weltweiten massiven Einbruch des Flugverkehrs seit Monaten nicht in den CO2-Bilanzen feststellt. Antwort darauf (sinngemäß): Ach wissen Sie, Fliegen macht nur 3% bis 5% des weltweiten CO2-Ausstoßes aus, das kann man garnicht so richtig feststellen, dass weniger Fliegen irgend etwas ausmacht.....Mag sich auf eine derartige Aussage jeder selbst seinen Reim machen. Im Übrigen mal den Liter/km -Verbrauch eines HighTech Fliegers auf jeden einzelnen Sitzplatz runterrechnen. Da sind wir dannn bei Verbrauchswerten unter denen eines Kleinwagens. Auch das gehört zur Ehrlichkeit. Im übrigen finde ich das T5-Bashing einiger "kalten Krieger" ziemlich niveaulos. Immerhin hat EX-SXF den TXL und THF überlebt ;-)

  9. 23.

    Na das ist ja mal ein guter Witz, Ha Ha
    Kosten sparen.
    Dieses ganze Ding ist doch ein Selbstbedienungsladen

  10. 22.

    Wer hat sie denn dort hin gezwungen? Fliegen schadet der Umwelt, hab ich mal gehört.

  11. 21.

    Wahrscheinlich ist es so. Aber beim Thema BER werde ich immer hellhörig....FRA und MUC waren vor Corona gut aufgestellt, der BER schon immer eine Totgeburt. Nach dem baulichen folgt nun das wirtschaftliche Disaster und Corona kommt on top noch dazu. Nichtsdestotrotz traue ich der FBB nicht und wer weiß, was wieder vermuschelt wird, vielleicht senkt sich gerade die Südbahn ab :-)

  12. 20.

    Das Terminal 5 sollte am besten für immer geschlossen bleiben. Vor allem angesichts der Tatsache, dass dieses so bescheuert angeschlossen ist und z.B. vom Hauptbahnhof ausschließlich mit der S-Bahn, welche von dort aus nur im 20-Minuten-Takt fährt, erreicht werden kann, denke ich, dass ich da im Namen der meisten Berliner spreche. Außerdem sollte in Zeiten des Klimawandels sowieso nicht so viel geflogen werden. Da sollten doch die Terminals 1 und 2 absolut ausreichend sein.

  13. 19.

    Schiffspassagen, wie lustig!

    Haben Sie etwa 3 Monate Urlaub im Jahr?

  14. 18.

    Ich fürchte, man hätte in der Realität keine Kosten gespart, hätte man den BER noch längere Zeit im Standby gehalten und dafür Tegel weiterbetrieben, weil einfach die Standby-Kosten am BER so hoch sind, dass er schnellstmöglich eröffnen musste. Leider macht die Corona Krise allen einen Strich durch die Rechnung. Den anderen Airports geht es ja nicht anders. Selbst Frankfurt hat sein Terminal 2 schließen müssen und das ist mit Abstand der bedeutendste Flughafen Deutschlands.

  15. 16.

    Hui, dann steigen ja die ganzen Billigbomber in den Olymp T1 auf! Pudili hat recht, es geht allen Flughäfen momentan so nur sorgt der Pleite, Pech und Pannenflughafen mit so einer Meldung natürlich für Gelächter. Nichtsdestotrotz bleibt der enorme Betriebsunterhalt...aber wir Steuerzahler machen das schon! Man musste kein Hellseher sein um das, was im Flugzirkus gerade passiert, vorherzusagen. Schlau wäre gewesen, Tegel bis zum Ende der Betriebserlaubnis im Mai 2021 weiter zu betreiben und bis dahin beim BER das Licht auszuschalten. Bis Mai sind wir ja alle geimpft ( HAHAHA) und können wieder fliegen bis die Schwarte kracht. Passt alle auf euch auf und bleibt gesund

  16. 14.

    Dazu gibt es doch das überaus luxeriöse Förderangebot des Hartz-Typus. Inzwischen ist das schon bei Version 4 angekommen, so toll und beliebt ist das..

  17. 13.

    München schließt (erneut!) Terminal 1 am 1. Dezember-auf unbestimmte Zeit.
    Frankfurt hält meines Erachtens Terminal 2 immer noch geschlossen.
    BER Terminal 2 hält weiterhin Dornröschenschlaf.
    So what?

  18. 12.

    Glaubt ernsthaft jemand, dass dies allein Problem des BER ist. In München, Frankfurt, Düsseldorf sieht es doch ähnlich aus.
    Man erinnere sich bitte daran, dass die FBB Tegel aus Kostengründen schon früh schließen wollte, von den Gesellschaftern Berlin-Brandenburg-Bund daran gehindert wurden.
    Es ist nur konsequent, dass in einer solchen Ausnahmesituation Kapazitäten runter gefahren werden.
    Das machen alle anderen Gewerbetreibenden genauso.

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