Ein Dorfladen in Wahlsdorf (Brandenburg), aufgenommen am 16.04.2014 (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
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Landtag setzt Enquete-Kommission ein - Brandenburg erforscht die Landflucht

Die Prognosen für den ländlichen Raum in Brandenburg sind nicht gerade rosig: In den nächsten 15 Jahren wird die Bevölkerung dort voraussichtlich schrumpfen und im Schnitt immer älter. Der Landtag hat jetzt eine Enquete-Kommission eingesetzt. Sie soll untersuchen, wie sich die Situation auf dem Land entwickelt - und wie man sie verbessern kann.

Der Brandenburger Landtag hat am Mittwoch eine Enquete-Kommission eingesetzt, die sich mit der Zukunft der ländlichen Regionen befassen soll. Laut Landtagsverwaltung soll das 15-köpfige Gremium 2017 einen Zwischenbericht vorlegen, bis Ende 2018 soll der Abschlussbericht folgen.

Den Vorsitz der Kommission hat der SPD-Abgeordnete Wolfgang Roick. Er sagte, ein Schwerpunkt der Kommissionsarbeit sollte die Frage sein, wie die beruflichen Perspektiven für junge Menschen und Familien sowie die Versorgung insbesondere auch älterer Menschen in allen Bereichen künftig gesichert werden können. "Wir wollen Lust auf Land wecken und dazu beitragen, dass der ländliche Raum lebenswert bleibt."

Die Kommission soll unter anderem den demografie-tauglichen Umbau der Infrastrukturen im ländlichen Raum und ihre Finanzierung analysieren. Zudem wird sich Kommission mit der Frage beschäftigen, wie Zuwanderung und Integration von Migranten in Brandenburg künftig besser gestaltet werden kann.

Rapider Bevölkerungsrückgang erwartet

Grund für die Einsetzung des Kommission sind Prognosen, die einen rapiden Bevölkerungsrückgang in den ländlichen Regionen vorhersagen - und damit einhergehend eine starke Überalterung. Das Landesamt für Bauen und Verkehr sagte 2012 voraus, dass die Bevölkerung in Brandenburg bis zum Jahr 2030 um mindestens zehn
Prozent schrumpft. Von dem demografischen Wandel werden besonders die ländlichen Räume betroffen sein.

Durch die sinkende Geburtenrate wird es in Brandenburg insgesamt immer weniger junge Menschen geben, während die Anzahl älterer Menschen zunimmt. Dies habe gravierende Folgen für unsere Gesellschaft und die Wirtschaft, heißt es.

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