Schießen Brandenburgs Jäger zu selten (Quelle: imago/Joker)
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Datenanalyse - Männer, Jäger, West-Berlin - Waffenbesitz in Berlin

Wie viele Waffenbesitzer gibt es in Berlin und in welchen Bezirken leben sie? Wie viele Pistolen und Gewehre stehen bei den Berlinern in den Waffenschränken und Tresoren? Und wie viele Jäger leben in der Hauptstadt? Eine Datensammlung von Matthias Funk

In Steglitz-Zehlendorf kommen auf 10.000 Einwohner 49 registrierte Waffenbesitzer - das ist Spitze in Berlin. Knapp dahinter liegt Charlottenburg-Wilmersdorf mit 45 Waffenbesitzern auf 10.000 Einwohner. In den alten Ostbezirken leben tendenziell weniger Waffenbesitzer. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass privater Waffenbesitz in der DDR restriktiver geregelt war als in den drei Westsektoren, wo es zahlreiche Schützenvereine gab.

Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf sind auch bei der Zahl der registrierten Waffen nah beieinander. Je 10.000 Einwohner kommt der erstgenannte Bezirk auf 251 Waffen und damit auf sechs mehr als Charlottenburg-Wilmersdorf. Die meisten Waffen haben übrigens die Reinickendorfer Waffenbesitzer mit 5,72 im Schnitt, die wenigsten gibt es mit durchschnittlich 4,27 in Lichtenberg.

Nur annähernd jede zehnte Berliner Waffenbesitzkarte läuft auf eine Frau. Das ist übrigens auch bei Jagdscheininhabern so, dort sind knapp zwölf Prozent Frauen.

Waffenbesitz ist ein Generationenphänomen, vor allem ältere Menschen haben Waffen. Wer unter 25 Jahre alt ist, braucht fast immer ein psychologisches Gutachten, wenn er eine Waffenbesitzkarte beantragt. Diese Regelung wurde nach dem Amoklauf in Erfurt 2002 im Waffenrecht verankert.

Die große Zahl der Waffenbesitzer in Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf erklärt sich zum Teil durch das Jagd-Hobby. Insgesamt gibt es 3031 Jagdscheininhaber in Berlin, zwei von fünf (37,7 Prozent) wohnen in den beiden genannten Bezirken.

Beitrag von Matthias Funk