Schmierereien an Wänden und Türen der Humboldt-Uni in Berlin, veröffentlicht von der HU am 23.02.2017 (Quelle: HU)
Bild: Humboldt-Universität

Vandalismus an der Humboldt-Universität - "Holm bleibt"-Proteste verursachen Schäden von 30.000 Euro

Die Studenten der Humboldt-Universität, die für den Verbleib von Andrej Holm protestierten, haben den letzten besetzten Raum verlassen. Die Universität rechnet mit Renovierungskosten von 30.000 Euro für alle Schäden, die durch die Besetzung entstanden.

Die Besetzung am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) ist seit Montag endgültig beendet. Laut einer Pressemitteilung der HU hätten die Besetzer bereits am Sonntag den letzten Raum geräumt. "Dieser war seit dem offiziellen Ende der Institutsbesetzung am 16. Februar weiter von teilweise anonymen Aktivistinnen und Aktivisten besetzt geblieben", hieß es.

Während der Besetzung habe es mehrere Fälle von Vandalismus gegeben. Wand- und Bodenflächen seien mit Farbe und Parolen beschmiert worden. Zudem seien Sanitäranlagen defekt und Räume vermüllt. Die Höhe der Schäden wird von der HU auf mehr als 30.000 Euro geschätzt.

Unter dem Motto "Holm bleibt" wurde wochenlang dafür demonstriert, Holms Kündigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter rückgängig zu machen. Die Studenten teilten außerdem mit, dass sie eine kritischere Lehre forderten, mehr Mitbestimmung an der HU sowie einen sozialeren Wohnungsbau.

Holm ist wieder an der HU und nun Berater der Linkspartei

Am 18. Januar hatten Studenten begonnen, mehrere Räume in dem Institut zu besetzen. Auslöser war Andrej Holms Entlassung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am gleichen Tag. Die Präsidentin der HU, Sabine Kunst, begründete die Entlassung damit, dass Holm bei seiner Bewerbung falsche Angaben zu seiner Biografie gemacht hatte. Er hatte eine Tätigkeit beim Ministerium für Staatssicherheit in der DDR verschwiegen und dies wiederholt mit Erinnerungslücken gerechtfertigt.

Nachdem die Linkspartei den 46-Jährigen im November zum Staatssekretär in die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen berufen hatte, begann eine heftige Debatte über die Personalie. Holm trat schließlich als Staatssekretär zurück und verlor anschließend auch seine Anstellung an der HU. Inzwischen wurde diese Entscheidung zurückgenommen und Holm ist wieder an der Universität tätig. Zudem will die Berliner Fraktion der Linkspartei Holm zukünftig als externen Berater beschäftigen.

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Natürlich, die Uni "übertreibt".
    Angesichts dieser Bilder
    http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/02/hu-raeume-verwuestet-nach--holm-bleibt--protest.html
    würde ich eher nicht von "aufgeräumt" sprechen, sonder eher von VERWÜSTET.

    Aber das ist typisch für die studentischen Besetzer:
    Das was sie zu Hause nicht machen duften, machen sie dann in den besetzten Räumen. Man sollte die Studis an den Ohren zu ihren Muttis ziehen und denen dann die Bilder zeigen.

  2. 18.

    Mal auf die Idee gekommen, dass die Unileitung vielleicht absichtlich übertreibt?
    Natürlich wollen sie, um zukünftigen Protestaktionen vorzubeugen, erst einmal abschrecken. Und das kann mensch leicht durch gigantische, frei erfundene (!) Geldsummen. Die kann sichnämlich kein Studi einfach so mal leisten.

    Und: wer selber vor Ort war hat gesehen, dass die Studis sehr wohl selbst aufgeräumt haben, jeden Tag. Aber wenn die Unileitug hineinspaziert, um für ihre Pressemitteilungen Fotos zu machen -- natürlich fotografieren sie dann nur, was in dem Moment, kurzzeitig, unordentlich aussieht.

    Wenn ihr wirklich nur Angst um "eure" Steuern habt: beschwert euch doch mal lieber über Frontex und Co. Bauen definitiv nur Mist. Kosten definitiv, und zwar zu 100%, zu viel Geld.

  3. 17.

    Ich hätte Sie achtkantig aus der Uni rausgeschmissen! Hoffe auf eine harte Strafe von der Justiz! Und diese randalierende Studenten sollen unsere spätere Elite sein?! Dann gute Nacht! Kann mir einer hier mal erklären, warum man solche Typen als Aktivisten bezeichnet?

  4. 16.

    Anzeigen, verklagen und umgehend von der Uni entfernen.....diese Vandalen!!!!

  5. 15.

    Wenn das mal kein Argument für die Wiedereinführung von Studiengebühren ist.

  6. 14.

    Dann sollte man die Vandalen einmal zur Verantwortung ziehen. Personalien prüfen und erheben, um dann über das BAFÖG Schadenswiedergutmachung zu erlangen! Und dann bitte schleunigst von der Uni entfernen!

  7. 13.

    Die Namen und Anschriften der Besetzer sind der Uni bekannt. Sie sind finanziell in Regreß zu nehmen und nicht die Steuerzahler.

  8. 12.

    Ich zahle reichlich Steuern, vielen Dank. Die Dummheit des rechten Randes wird eben nur von seiner Arroganz übertroffen...

  9. 11.

    Weil hier die Vandalen mehrfach als Vergleich bemüht werden, einfach mal nachlesen, wer oder was die Vandalen waren: https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen

  10. 9.

    Gewält?

    Dürfen Wale jetzt auch bereits an die Uni, oder ist das Photo in einem Kindergarten aufgenommen worden?

    Oder hat das etwas mit der >Demokratisierung< von Schulabschlüssen zu tunß

  11. 8.

    Jemanden wie Sie muss der imaginäre Professor gemeint haben, als der sagte:
    "Meine Herren, Sie bestreiten Alles, nur nicht Ihren Lebensunterhalt."

  12. 6.

    Wenn Linke demonstrieren, sind es Aktivisten... Wenn andere ihre Meinung äussern sind sie Rechte....


    Komische Welt

  13. 5.

    Hallo, hier, ich. Ich fand die Proteste gut und berechtigt. Infantiles Gekrakel und seinen Müll nicht mitzunehmen finde ich weniger gut. Mal unabhängig davon wer genau das verursacht hat (denn nützen tut es ja wohl vor allem rechten Nörglern) fände ich es gut, wenn sich einige StudentInnen organisieren, mit Müllsäcken und Farbeimern ausstatten und das gröbste beheben?

  14. 4.

    Ja, und? Konsequenzen? Das wird man doch hoffentlich nicht so stehenlassen?

  15. 3.

    Kosten für die Instandsetzung (sozial) gerecht auf alle "Besetzer" verteilen und Rechnung schicken. Dann kanns mit dem Studium weitergehen, ansonsten Exmatrikulation. Kosten werden in jedem Fall beigetrieben.

  16. 2.

    Ich habe ihren Artikel gelesen,und bin empört und zutiefst erschüttert.Wie kann es sein, das dieser Vandalismus über Wochen nicht bemerkt wurde?? Diese sogenannten "Studenten",die dafür verantwortlich sind,sollten für den entstandenen Schaden zr Rechenschaft gezogen werden.Außerdem würde ich alle rausschmeißen. Es kann nicht sein, dass wir Steuerzahler die Renovierungskosten zahlen.
    Man kann demonstrieren, protestieren und seine Meinung kundtun, randalieren und verwüsten.....das machen nur Vandalen.

  17. 1.

    Wer fand doch gleich in früheren Kommentaren die Proteste gut? DAS ist das wahre Gesicht der Protestierer. Oder sollte man eher der Vandalen sagen?

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