Abgase strömen aus einem Pkw-Auspuff (Quelle: dpa/Franziska Kraufmann9
Bild: dpa/Franziska Kraufmann

Bann für ältere Diesel-Fahrzeuge - Berlin will Fahrverbote für Diesel - Potsdam nicht

Nachdem die Stadt Stuttgart am Dienstag Fahrverbote für Diesel-Autos beschlossen hat, erwägt auch Berlin Einschränkungen. Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) bekräftigte am Dienstag, dass sie Fahrverbote für ältere Diesel für nötig halte. "Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxiden dürfen wir nicht tatenlos hinnehmen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen führt längerfristig kein Weg daran vorbei, die besonders dreckigen Diesel-Fahrzeuge aus der Innenstadt herauszuhalten."

Potsdam setzt auf bestehende Konzepte

Aus Brandenburg kam hingegen eine Absage an solche Maßnahmen: Die Stadt Potsdam denke nicht an schärfere Fahrverbote für alte Diesel-Fahrzeuge, hieß es. Zunächst sollten die bereits beschlossenen Konzepte zur Feinstaubreduzierung getestet werden, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz am Dienstag. Dazu gehören die geplante Reduzierung der Zahl der regulären Fahrspuren auf der viel befahrenen Zeppelinstraße von vier auf zwei, Tempolimits und eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs.

Stuttgart sperrt Straßen für ältere Diesel

Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg hatte am Dienstag beschlossen, dass in Stuttgart ab 2018 Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängt werden können, um die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Bei Feinstaubalarm werden ab dem kommenden Jahr besonders belastete Straßen für viele Dieselautos gesperrt, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Ausnahmen soll es nur für Lieferverkehr und Handwerker geben.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erneuerte zugleich seine Forderung zur Einführung der blauen Plakette auf Bundesebene, um Diesel-Fahrzeuge aus den mit Stickoxiden und Feinstaub belasteten Innenstädten auszusperren. Berlins Verkehrssenatorin Günther begrüßte das ebenfalls: "Die blaue Plakette ist dafür der beste und unkomplizierteste Weg", so die Senatorin am Dienstag.

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14 Kommentare

  1. 14.

    Dieselfahrer, beschwert euch bei den Autoherstellern und nicht bei der Landespolitik. Die haben euch was vorgemacht. Wäre gerecht, wenn die euch 4x pro Jahr kostenlos den Harnstoff nachfüllen, dabei eine kostenlose Inspektion als Entschädigung bieten und einmal kostenlos volltanken. Dann erst macht ein Softwareupdate Sinn. Plus 10 Strassenbäume pflanzen pro Fahrzeug. Bin ansonsten für Fahrverbot.

  2. 12.

    Super Sache, ich werde dann meinen Smart Diesel mit 86 Gramm CO2 verschrotten und mir dafür dann einen schönen SUV mit Euro 6 und 229 Gramm CO2 kaufen. Da ist dann echt was mit gewonnen.

  3. 11.

    Jetzt sollen auf einmal Diesel-ahrzeuge, welche noch 2016 neu zugelassen wurden, aus dem Verkehr gezogen werden. Euro 5 galt bis 2015 als "sauber" bzw. sogar als "besonders sauber". Und jetzt sollen es Dreckschleudern sein? Irgendetwas stimmt da nicht. . .

  4. 10.

    Ein Auto welches vor 4 Jahren noch stand der Technik war, wird für Pendler somit unbrauchbar!?
    Das hat was von Enteignung finde ich.
    "Dann fahrt doch mit den öffentlichen!", sehe ich jetzt schon empörte Kommentare.
    Gerne! Aber im gleichen Zug werden im Umland Bus und Bahnlinien stillgelegt, Taktzeiten zum negativen verädert, und Fahrpreise erhöht!
    Ein wirklicher Plan sieht anders aus.

  5. 8.

    Berlin braucht ganz schnelle kurzfristige Handlungen, die umgehend für saubere Luft sorgen. Gerne Verbote JETZT und dann eine langfristige nachhaltige Strategie für die Wiederzulassung von sauberem privaten motorisierten Individualverkehr im Jahr 202...! Wir wollen jetzt schadstoffarme Atemluft! Die giftigen Abgase will niemand mehr einatmen. Die Verursacher müssen in die Verantwortung genommen werden. Es kann nicht länger hingenommen werden, dass die Bewohner der Innenstädte einfach vergiftet werden (60.000 Tote jährlich). Besonders absurd erscheint das zeitliche Argument der autofahrenden Pendler aus den unbelasteten Aussenbezirken! Hier geht es um die Gesundheit von Millionen Menschen!

  6. 7.

    Berlin braucht eine Strategie für mehr saubere Luft. Dafür braucht es langfristige Strategien, die wirtschaftlich tragfähig sind und das Auto als wichtiges individuelles Verkehrsmittel insbesondere für Familien nicht verteufelt. Ein klares JA zu sauberem Individualverkehr und bessere Konzepte für eine Flächendeckende e-Mobility-Strategie in Berlin. Ökologische Standards brauchen Verlässlichkeit und keine ideologischen Verbote. Es geht darum die Nutzungsarten aller Verkehrsträger zu würdigen und Räume dafür vorzuhalten.

  7. 5.

    Es gibt hier weit mehr Verursacher als die so bösen Diesel PKW. Fragt mal wieviel Ofenheizungswohnungen oder diese tollen Kaminöfen es in dieser Stadt gibt, die ungefiltert ihren Dreck in die Luft abgeben.

  8. 4.

    Kleiner Schönheitsfehler bei der "blauen Plakette": Die würden nach derzeitigem Stand auch Benziner mit Direkteinspritzung erhalten. Inzwischen wird in der Öffentlichkeit jedoch immer bekannter, dass auch solche Fahrzeuge ein massives Feinstaubproblem haben. Da es bisher keine entsprechenden Filter gibt, sollen Benzin-Direkteinspritzer wohl etwa zehn Mal so viel Feinstaub emittieren wie moderne Diesel mit Filter.

    Echte Besserung wäre also nur in Sicht, wenn man vom Direkteinspritzer wieder zur Saugrohreinspritzung zurückkehrt, und die Verbrennungsmotoren mit Vollhybrid-Elektrounterstützung sehr viel verbrauchsfreundlicher macht. Sowas bietet derzeit aber kein einziger deutscher Hersteller. Genau das wäre aber die passende Brückentechnologie bis zum vollelektrischen Betrieb.

  9. 3.

    Endlich kommt Bewegung in den Dieselskandal. Die blaue Plakete ist sofort notwendig, wie lange sollen denn unsere Kinder noch die schlechte Luft atmen!!!

  10. 2.

    Ja, bitte sofort. Wir brauchen jetzt saubere Luft zum Atmen!

  11. 1.

    Man sollte diese älteren Diesel-Fahrzeuge nach Potsdam verbannen.

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