Verkehr auf der Frankfurter Allee in Berlin Richtung Westen bis zum Fernsehturm am 25.09.2013 (Quelle: dpa/Manfred Krause)
Bild: dpa/Manfred Krause

Berlin startet Verkehrstest - Eine Autospur der Frankfurter Allee geht an Radler

Auf der Frankfurter Allee soll testweise eine Autospur in einen Radweg umgewandelt werden. Damit will der Berliner Senat "ergebnisoffen" untersuchen, ob Einschränkungen für Pkw mehr Radler auf die Straße bringen.

Der Berliner Senat plant einen Testlauf für die Verringerung von Autospuren zugunsten von Fahrradwegen. Auf der Frankfurter Allee in Friedrichshain werde es dazu ein Modellprojekt geben, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt, Matthias Tang, am Montag.

Demnach soll die Zahl der Fahrspuren für Autos stadtauswärts von drei auf zwei reduziert werden. Der freiwerdende Streifen soll für Fahrradfahrer zur Verfügung stehen. Der Modellversuch startet voraussichtlich Ende des Jahres. Er sei ergebnisoffen, betonte der Sprecher. "Es wird Vorher-Nachher-Untersuchungen geben."

Tang: Verengung als ein Mittel der Wahl

Erklärtes Ziel von Rot-Rot-Grün ist der ökologische Umbau des Verkehrs: Die Menschen sollen demnach mehr mit Fahrrad, Bussen und Bahnen und weniger mit Autos unterwegs sein. Die Verengung einer Hauptstraße für Autos, um mehr Platz für Fahrradverkehr oder etwa Straßenbahnlinien zu schaffen, könne ein Mittel der Wahl sein, sagte Tang. Es sei aber nicht geplant, das flächendeckend auszudehnen.

Nach Angaben der Zeitung "Neues Deutschland" äußerte sich Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) zu dem Testlauf bereits am vergangenen Freitag bei einer Podiumsdiskussion. Die Zeitung zitierte ihn mit den Worten: "Wir werden die Hauptverkehrsstraßen für Autos einspurig machen. Wir brauchen den Platz nämlich für andere."

Die CDU warf Rot-Rot-Grün einen "Kulturkampf gegen Autofahrer" vor, die AfD sprach von "Irrsinn".

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72 Kommentare

  1. 72.

    Das Ganze ist nicht durchdacht und taugt lediglich dazu, die Bevölkerung mal wieder in rivalisierende Gruppen zu spalten.
    Tatsache ist, das lediglich 2 % der Strassenflächen in Berlin für den Radverkehr zur Verfügung stehen und wenn jetzt so viel von Gerechtigkeit gesprochen wird ist es an der Zeit, wirklich was zu tun. Mobilitätskonzepte entwickeln ist Aufgabe von jedem Einzelnen. Das Rad als Pedelec umzubauen um damit Reichweiten jenseits der 60km ohne Erschöpfung zu bewältigen ist die Möglichkeit, welche mir in den Sinn gekommen ist und die ich empfehlen kann wenn das Bike was taugt und der Anschaffungspreis gering sein soll. Und wenn bis 2030 aus den 2% die versprochenen 20 % Strassenfläche für Radfahrer geworden sind macht es sicherlich auch noch mehr Spaß, ohne Lärm und Gestank dahin zu gleiten. Je mehr da mitmachen umso besser für alle.

  2. 71.

    Sollte denn der Autobahnanschluss F-Allee fertig sein ist so ein Modellversuch durchaus interessant, fließt doch der nach Osten wollende Verkehr aus einer anderen Richtung. Vorher jedoch halte ich dieses Projekt aus mehreren Gründen für kontraproduktiv:
    - die F-Allee fängt schon jetzt neben der Landsberger den Löwenanteil des Verkehrsaufkommens Richtung Osten auf und ist an der Belastungsgrenze
    - es gibt durchgängig umd beidseitig Radwege, die zugegeben nicht an die Dimensionen des zur Verfügung stehenden Raumes abgepasst sind (hier könnte man einiges tun!)
    - der vorprogrammierte Dauerstau durch Einengung führt zu einer noch höheren Belastung mit Schadstoffen (die Messungen der letzten Jahre haben auch so schon gruselige Ergebnisse gebracht)
    - die "Radspur" wird regelmäßig zugeparkt und als Ausweichweg im Stau genutzt werden und so zum Risiko für die Radfahrer

    Mein Vorschlag:
    - Verbreiterung der vorhandene Radwege
    - intelligente Ampelregelung zur Entflechtung des Verkehrs

  3. 70.

    Das Bild passt vorn und hinten nicht. Wo auf der Frankfurter Allee soll das sein?

  4. 69.

    2061
    Kind: Du Opi, stimmt es, dass Du mit Deinem Auto früher bis zum Stadtschloss fahren konntest?
    Opi: Ja das stimmt, es gab tausende Autos, die jeden Tag durch die Stadt fuhren. Manchmal nur im Schritttempo und oft saß nur ein Mensch in so einem Auto, welches ca. 1,5 t schwer war. Und es war sehr laut. Da gab es unzählige Straßen, die waren sehr breit, dass manchmal sogar 6 Auto's nebeneinander passten.
    Kind: nein!
    Opi: doch, an diesen Straßen gab s nie Ruhe und da wohnten sogar Leute direkt daneben. Viele der grünen Streifen mit Parks und Spielplätzen waren einmal diese Straßen.
    Kind: aber warum haben denn die Menschen sowas gemacht.
    Opi: ach weißt Du, das war eben früher so. Viele hielten es auch nicht aus und zogen aus der Stadt hinaus und fuhren aber jeden Tag mit ihrem Auto bis zu 2 h in die wieder hinein.
    Kind: aber es ist doch so schön hier!
    Opi: ja Du hast recht. Aber manchmal macht man eben unvernünftige Sachen.

  5. 68.

    Ja, die Stadt ist im Wandel. Aber wieso dann das Pferd von der falschen Seite aufzäumen? Vielleicht sollte man erst die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver gestalten und so die Privat-PKW aus der Stadt ziehen. Tragen diese steigenden Fahrpreise und das Ausdünnen von Linien dazu bei? Wenn dann der Verkehr beruhigt ist, kann man ja die Fahrbahnen verringern. Wird jetzt die Frankfurter auf 2 Fahrspuren reduziert, verlagert sich der Verkehr doch nur auf die Landsberger und die Stralauer. Ich habe gehört, dass dort auch Menschen leben. Es gibt aber ganz andere Schwachpunkte, die dringendst angegangen werden müssen. Dazu gehört das Dreieck Funkturm. Durch den Mega-Stau dort, werden regelmäßig die Auffahrten auf die Stadtautobahn gesperrt. Der Verkehr fließt dann durch die Wohngebiete. Dort leben auch Menschen.
    In Shanghai hat man über die alten Hauptstraßen 5-spurige Hochstraßen gebaut, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. Hier soll es das Kappen einer Spur richten? Lustig!

  6. 67.

    Es geht hier um die Interessen aller Beteiligten, die Stadt ist im Wandel. Fahrradfahrer haben auch Bedürgnisse, Fußgänger auch. Und die Menschen, die in den Häusern wohnen sehnen sich nach Ruhe.

  7. 66.

    Fahrradfahrer brauchen Platz ... stimmt. Fahrradfahrer brauchen freie Fahrt und keine roten Ampeln, da dieses ständige Warten und neu anfahren nervt ... aha??? (Dies sind kurze Auszüge aus persönlich geführten Diskussionen.)
    Auf der Frankfurter Allee ab Ende 2017 eine Spur stadtauswärts zur Fahrradspur zu machen ist leider nicht vollständig durchdacht und m. M. auch nicht für aussagekräftige Testzwecke geeignet. Wenn schon dann richtig und den Test erweitert.
    Die Frankfurter Allee wird von früh bis mittags stadteinwärts 3-spurig + Fahrradspur und stadtauswärts 2-spurig + Fahrradspur und ab nachmittags bis abends stadtauswärts 3-spurig + Fahrradspur und stadteinwärts 2-spurig + Fahrradspur. Somit wäre eine Spur individuell nach Verkehrsaufkommen nutzbar für den Autoverkehr und die Fahrradjunkies hätten auch Ihren Platz.
    Ich fahre jeden Tag mit dem Auto die Frankfurter Allee und brauche auf 17 km gerade mal die Hälfte der Zeit als wenn ich mit den Öffis oder mit Rad unterwegs wäre.

  8. 65.

    Bei soviel verkehrspolitischem Unsinn packt mich regelrecht die Wut. Warum werden hier schon wieder so viele Finanzen und Steuergelder verschleudert für ein Projekt, das dazu beitragen wird, die Umweltbelastung drastisch zu erhöhen. Ich fahre jeden Tag durch die Frankfurter Allee zur Arbeit (ca. 40 km). Diese Straße ist eine der Hauptschlagadern der Stadt, die ampelmäßig bis auf den Neubau an der Lichtenberger Brücke, sehr gut durchgeschaltet ist. Soll diese Ader nun verstopft werden? Ein Test dafür ist ja schon die Dauerbau-und Staustelle am Frankfurter Tor.
    Bei diesem Umbau auf 2 Fahrspuren sind Dauerstau und dadurch erhöhte Umweltbelastung vorprogrammiert.
    Die überall vorhandenen Fahrradwege in der Frankfurter Allee sind bereits sehr großzügig dimensioniert und vielfach auf den sehr breiten Bürgersteigen mit Grünflächen etabliert. Die zugeparkten Fahrradwege kann man durch energisches Handeln von Polizei und Amt bereinigen.
    Meine Alternativstrecke: 100 km Autobahn. Das spart!!!

  9. 64.

    So "ergebnisoffen" ist das Projekt dann wohl doch nicht. Man lässt den Modellversuch Ende des Jahres starten (wo über den Winter immer weniger Radfahrer unterwegs sind). Dass es nur in einer Richtung versucht wird, hilft ebenfalls weder den Radfahrern noch den Autofahrern, da Pendler entweder morgen oder Abends (je nach Richtung) betroffen sind.

    Im Ergebnis werden also dort (im Winter) auch nicht mehr Radfahrer gezählt werden als bisher und negative Auswirkungen auf die Autofahrer erkennt man an dieser Straße sehr schnell.

    Wie viele andere hier auch, denke ich, dass es nicht gerade die beste Straße für so einen Test ist. Ich denke sogar, das müsste etwas großflächiger getestet werden um wirklich Leute zum Radfahren zu animieren, die sich von der derzeitigen Situation noch abschrecken lassen. Man bewegt sich ja nicht nur auf einer Straße.

  10. 63.

    Ich kann gar nicht oft genug den Kopf über unseren neuen lustigen Politiker-Kindergarten im Abgeordnetenhaus schütteln.
    Ausgerechnet die B1 zu verengen. Dadurch werden noch mehr Abgase produziert. Und siehe da - es wird noch mehr Stickstoffemissionen geben, die dann zum Fahrverbot führen dürften. Sowas kommt davon, wenn Kreuzberger Politik für ganz Berlin machen. Außerdem gibt es doch schon Fahrradwege an der Frankfurter Allee.
    Diese Landesregierung macht mich wirklich fassungslos.

  11. 62.

    was soll das ?
    ich wohne seit 15 jahren an der frankfurter allee und sehe jeden tag den stau zu den hauptverkehrszeiten.
    morgens stadt einwärts und nachmittags stadt auswärts..... es gibt 3 fahrspuren wenn mal eine wegen einer baustelle fehlt, gibt es chaos pur. was soll das werden, wenn dauerhaft nur 2 fahrspuren zur verfügung stehen ?
    dann wäre noch anzumerken, dass die frankfurter allee auf der kompletten länge und in beiden fahrtrichtungen einen gut ausgebauten radweg besitzt, der noch dazu erst kürzlich für viel geld erneuert wurde. haben wir in berlin zu viel geld ?
    oder haben hier die verantworlichen den überblick verloren.

  12. 61.

    Das ist genau das Argument, das die Leute nutzen die aufs grüne Land ziehen, weil sie selbst die Stadt verdrecken "Jetzt habe ich so einen weiten Weg und ohne zwei Autos würde ich sterben"

    Nächste Ausrede: "Es war so viel Verkehr, ich musste mit dem Auto fahren"

  13. 60.

    Schäfchen, ich wohne auf dem Land - im Umland - . Mein Pendler-Arbeitsweg beträgt knappe 30 km. Mit dem Fahrrad ? Im Winter ? Mit dem Auto zur Stadtgrenze ? Ohne Park&Ride-Plätze ?
    Wie hätten Sie´s denn gerne????????

  14. 59.

    In den Niederlanden kann man sich eine Menge über sinnvolle Integration der Radler in den (Auto)-Straßenverkehr abgucken. Das Thema Steuern paßt irgendwie nicht mehr, da wir ja keine KFZ-Steuer, sondern nur noch eine Co2-Steuer haben. Warum sollen damit Straßen ausgebaut werden? Diese Gelder sind für Umweltkonzepte zu verbrauchen. Aber wir bekommen dazu bestimmt bald die PKW-Maut, um damit wieder unsere Straßen zu sanieren und auszubauen...schön angeschmiert hat man uns... Ich vermute, dass die Diskussion Radspur auf Kosten der Fahrspur für Autos nur noch mehr Zwist zwischen Auto- und Radfahrer schürt. Es gibt genügend Alternativen für Radler zur Frankfurter Allee.

  15. 58.

    Ich habe mir vor einigen Jahren ein E-Bike zugelegt, mit dem Ich von Frühjahr bis Herbst von Hellersdorf gen City, Moabit, Lichtenrade etc. fahre, je nach Baustelle. Warum macht man sich so an der Frankfurter Allee fest, da steht man eh viel zu häufig an roten Ampeln. Es gibt so viele Alternativen wie z.B. den Radweg entlang der U-Bahn südlich des Tierparks, entlang der S-Bahn Rummelsburger Bucht, im Norden durch den Landschaftspark Herzfelde und dann über Fennpfuhl entlang der S-Bahn Storkower Straße , Richtung Süden über die Zwieseler Straße, Radweg Treskower Allee, Südostallee und dann entlang des Weges am Britzer Verbindungskanals, etc. pp. Wenn unsere Städteplaner sich einmal mit Köpfchen ransetzten, und die Nadelöhre wie z.B. den Bereich um die Edison- und Siemensstr. für Radler etwas ausbauen könnten, dann würde keiner mit dem Rad freiwillig die Frankfurter Allee fahren. Warum immer entlang der Autostraßen? Ich bin mit dem E-Bike zu Berufszeitenicht langsamer als mit dem Auto.

  16. 56.

    Schaut mal nach Amsterdam wieviele da mit dem Rad fahren. Das wäre hier im Zentrum auch möglich. Ausprobieren, rumprobieren, wird man ja sehen obs klappt, ich kanns mir vorstellen.

  17. 55.

    Anarchistische Spinner aller Couleur? Hä? Es geht um einen Radweg! Wenn das schon anarchistisch (ich glaube übrigens auch nicht, dass Sie eine Ahnung davon haben, was Anarchie bedeutet) ist, sind Sie kein Normalo, sondern eher ganz schön verbohrt.

  18. 54.

    Ich kann verstehen wenn es Sie ärgert, wenn Radfahrer*innen auf dem Fußweg fahren. Ich halte es auch für gefährlich und für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Das Hauptproblem ist, dass auf Radspuren oft Autos in zweiter Reihe halten und man so dazu genötigt ist dauernd auf die Autospur zu wechseln, was extrem nervenaufreibend und gefährlich ist.

    Glauben sie mir: Radfahrer*innen fahren nicht zum Spaß auf dem Bürgersteig. Dort ist der Boden oft sehr viel schlechter als auf der asphaltierten Straße und ständig Fußgängern auszuweichen ist auch nicht das Wahre.

    Es gibt aber Straßen wo ich das auch mache (langsam und vorsichtig), weil ich sonst Angst um mein Leben habe. Ich denke die einzige Lösung ist ein deutlich von KFZ Spur und Fußweg abgetrennter Radweg auf dem dann auch z.B. Kinder gefahrlos fahren können. Ich hoffe beim Bau dieser "Teststrecke" wird sowas berücksichtigt.

  19. 53.

    Hi,

    Ich bin leidenschaftlicher Radfahrer!!!
    Doch finde ich, diese Lösung absurt! Die Frankfurter Allee hat einen ausreichenden Radweg, der zwar teilweise auf dem Gehweg verläuft, dennoch kommt man sich selten in die Quere. Der erst teilweise neu gebaute Radweg, hätte mal lieber richtig gemacht werden sollen!

    Somit gibt man Autofahrer nur noch einen Grund mehr, Radfahrer zu pauschalisieren und zu hassen.

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