Fahrradfahrer in Berlin Prenzlauer Berg (Quelle: imago)
Bild: imago stock&people

Autospuren werden umgewandelt - Auch auf der Danziger Straße mehr Platz für Radler geplant

An der Frankfurter Allee soll eine Autospur an Radfahrer gehen - wenn auch nur auf einem Teilstück, wie der Berliner Verkehrsstaatssekretär Kirchner (Grüne) nun präzisierte. Demnach soll Radfahrern aber auch auf der Danziger Straße mehr Platz eingeräumt werden.

Zwischen den U-Bahnhöfen Frankfurter Tor und Frankfurter Allee kann es schon mal gefährlich werden: Wenn man aus dem unterirdischen U-Bahnhof kommt, landet man nämlich ziemlich direkt auf dem Radweg. Der Platz ist eng hier für Fußgänger und Radfahrer, und genau auf diesem Abschnitt will der Senat jetzt mehr Platz für Radfahrer schaffen, erstmal versuchsweise.

Karte: Frankfurter Allee Abschnitt zwischen Niederbarnimstraße und Jessnerstraße (Karte: BingMaps, Grafik: rbb)
Bild: Karte: BingMaps, Grafik: rbb

Zwischen der Niederbarnim- und der Jessnerstraße soll eine Spur für Autos gesperrt und zur Radspur umgewidmet werden, allerdings nur stadtauswärts. Verkehrsmessungen hätten ergeben, dass das machbar sei, sagte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne)am Dienstag dem rbb. In der Gegenrichtung sehe es dagegen anders aus, so Kirchner, da würde es gerade wegen der Spitzen am Morgen deutlich "knirscher" werden. "Weil die Spitzenzeiten am Morgen wesentlich konzentrierter sind, als die Verkehre über den Tag verteilt stadtauswärts."

Die Planungen für den Versuch laufen seit 2016, und eigentlich soll er Ende 2017 beginnen. Möglicherweise wird er aber noch einmal in Richtung Frühling verschoben, wie Kirchner sagt: "Es macht ja wenig Sinn, eine Autospur wegzunehmen, wenn dann saisonbedingt nur wenige Radfahrer unterwegs sind."

"Der Platz wird Schritt für Schritt neu verteilt"

Anschließend werde der Versuch erstmal ausgewertet, dann weiter geplant. Grundsätzlich werde es aber in Zukunft Veränderungen geben, wenn neue Busspuren, Straßenbahnlinien oder Radwege eingerichtet würden, so Kirchner: "Der Platz ist endlich, und deswegen wird er auch sicherlich Schritt für Schritt neu verteilt."

Mehr Platz für Radfahrer an der Danziger Straße

Mehr Platz soll Radfahrern auch an der Danziger Straße eingeräumt werden. Genauer: An der Danziger Straße zwischen Prenzlauer und Landsberger Allee. Auf diesem Abschnitt gibt es derzeit überhaupt keinen Radweg, aber das soll sich ändern, erklärte Kirchner: "Ein Teil einer Fahrspur wird für Radfahrer umgewandelt." Vom Verkehrsfluss her sei das vertretbar, so der Staatssekretär: "Das wird ja immer untersucht, und in der Danziger Straße sind das zumutbare Veränderungen, da gibt es kein Chaos. Da gibt es jetzt schon drei Spuren, plus eine Parkspur. Die normale Berliner Stadtstraße besteht aus zwei Spuren pro Fahrtrichtung." Einen genauen Zeitplan nannte Kirchner nicht, die Planungen dafür laufen nach seinen Angaben aber bereits seit fünf Jahren.  

Umgewandelt werden soll auf jeden Fall eine Fahrspur und nicht die Parkspur, so Kirchner: "Das wäre unzumutbar, wenn man in innerstädtischen Gebieten so viele Parkplätze wegnimmt."

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 14.

    Berliner Morgenpost schreibt :
    Anton-Saefkow-Straße
    Pankow streicht Fahrradstraße nach Autofahrer-Protest

  2. 13.

    Aaaah, endlich hat die Stadt ein Einsehen und einen eigenen PARKstreifen für die in-zweiter/dritter-Reihe-Parker eingerichtet. Sehr löblich.

  3. 11.

    ick ooch nich - aber so´n erjebnis......
    Ich finde es schon interessant, dass dieses Thema so einseitig politisch verfolgt wird.
    Sind es doch die Politiker, die mit ihren dicken Dienstwagen und Fahrdiensten kutschiert werden, deren Fahrer die Motoren laufen lassen (müssen), auch die vielgepriesenen Carsharingnutzer, die erstmal den Share-Diesel minutenlang laufen lassen um mit Navi oder Telefon zu daddeln.
    Berlin bekommt keinen BER hin, lässt aber massig steigenden Flugverkehr bis weit in die Nachtflugverbotszeit zu (Staub durch deren Abgase - Kerosin=Schweröl)- alles total egal, hauptsache Fahradwege.
    Petitionen zur Einhaltung des Nachtflugverbots dreimal escheitert mit Begründung auf die Wirtschaft - sensationell - können sich die Sozen und die Grünen eigentlich noch mit ruhigem Gewissen im Spiegel betrachten?
    Hauptsache Fahrradwege - ein dickes Danke an selbstverliebte Politfreaks.....

  4. 10.

    Nach meiner Kenntnis gibt es dort 3 Fahrspuren und als Radfahrer teilt man sich die Rechte mit den Autofahrern (wird also ständig mit knappen Abstand überholt). In Zukunft sollen die Radfahrer eine eigene Spur bekommen. Es ist also gut möglich,dass die beiden anderen Spuren verbreitert werden. Gute Maßnahme.

    Den Test Ende 2017 zu beginnen macht nun wirklich keinen Sinn,warum man aber dann bis Frühjahr 2018 warten will und nicht einfach in Diesem damit beginnt,ist für mich nicht nachvollziehbar. Muss dafür so viel umgebaut werden?

    Es gibt übrigens auch schon Software,die sowas simulieren kann. In London wurde eine Kreuzung nach der Planung eines Computer realisiert. Das würde jedenfalls einiges an Zeit sparen.

  5. 8.

    Schon in X-berg gescheiterte grüne Idee: WENIGER AUTOVERKEHR DURCH MEHR AUTOPARKPLÄTZE ;) "so Kirchner: "Das wäre unzumutbar, wenn man in innerstädtischen Gebieten so viele Parkplätze wegnimmt.""

  6. 7.

    Mehr Radfahrer, die durch die Dieselschwaden der LKW, Mogel-Diesel. Busse usw radeln?

    Vielen Dank an die grüne Realverlustpolitik, anstatt der Autoindustrie wie in den USA mal richtig eine auf den Deckel zu langen, wird dort zugeschlagen, wo es am einfachsten ist.

    Nun, ich fahre gerne mit dem Rad zur Arbeit, aber bei der mittlerweile roten Welle fährste nur im Dieseldampf - ergo lasse ich das Radl stehen, weil ich keine Lust auf frühzeitigen Lungenkrebs habe und nehme lieber entweder das Moppet oder den Kleinwagen mit aktivierter Umluftschaltung - die Öffis mit ihrem Angebot kann man doch knicken bei den Preisen - da bin ich so viel günstiger unterwegs, weil ich auch an roten Ampeln den Motor abstelle und fertig.

    Ich werd mir einen anderen Job ausserhalb dieser immer bekloppter werdenden Stadt suchen und meine Steuern woanders zahlen.....ganz Berlin wird bald ne Fußgängerzone - toll.....

  7. 6.

    Ja, auch das Problem Rad fahrender auf Gehwegen wird so gelöst. Wenn Radfahrer die Möglichkeit haben sicher auf eigenem Streifen die Fahrbahn zu nutzen werden sie dies auch tun. Es ist also eine Win-Win-Situation für alle und dies tatsächlich mit verhältnismäßig geringen Mitteln. Übrigens: Auch der Autoverkehr profitiert von der Flächenumverteilung zu Gunsten des ÖPNV und Fahrrades. Es steigen nämlich prozentual mehr Menschen vom Auto auf den Umweltverbund um als Flächen umgewandelt werden. Seit in Paris die Flächen neu verteilt werden ist die durchschnittliche Geschwindigkeit des Autoverkehrs gestiegen... in Berlin dagegen, wo dies bislang versäumt wurde weiter gesunken... Wer hätte das gedacht...

  8. 5.

    Sehr geehrte Damen und Herren der Online- Redaktion,
    leider hat sich in ihrem Artikel ein Fehler eingeschlichen. Der Fahrradstreifen soll zwischen dem U- Bahnhof Frankfurter Tor und den S-Bahnhof Frankfurter Allee entstehen. Einen S-Bahnhof Frankfurter Tor gibt es nicht!
    Es wäre schön, wenn Sie diesen Fehler korrigieren könnten.
    Mit freundlichen Grüßen Fabian Schalling

  9. 4.

    Auf der Frankfurter wird das den Verkehr überhaupt nicht beeinflussen, wird doch die rechte Spur seit je her stets und ständig von Lieferanten, Coffee-Togo-Holern und Baustellen versperrt. Und sollte diese rechte Spur ein Fahradspur werden, wird diese genauso wie an anderen Stellen der Stadt von obengenannten zugeparkt werden. Nein, als Radfahrer wird es eher noch gefährlicher, da man dann auf die derzeitige mittlere Fahrspur ausweichen muss, auf der der genervte Pendler mit >60 versucht die nächste Ampel noch bei gelb zu erreichen. Einzig die Friedrichshainer Koffer-Trollie-Touristen müssen nicht mehr schmerzthaft die Bedeutung des roten Gehwegstreifens lernen.

  10. 3.

    Aha, wenn Menschen mit dem Auto fahren, tun sie dies oft also nur, weil es nicht schöne breite Radspuren auf dem Damm gibt. Gut, das zu wissen. Und schön, wenn sich mal ein Problem so einfach lösen läßt.

    P.S.: Kann auf diese Weise eigentlich auch die Zahl der Radfahrer reduziert werden, die auf den Bürgersteigen fahren, und zwar selbst dann, wenn die Straße asphaltiert, der Bürgersteig schmal ist, und nur hin und wieder mal ein Auto im Ziel- und Quellverkehr vorbeikommt?

  11. 2.

    Das heißt also, dass man auf der Danziger momentan die ganze rechte Spur für den Radverkehr zur Verfügung hat (weil die Autofahrer die tatsächlich zum größten Teil den Radfahrern überlassen), demnächst dann aber nur noch einen Teil dieser Spur?

    Werden dann die anderen beiden Spuren aufgeweitet oder wird es weiterhin eine - dann schmalere - dritte Spur geben?

  12. 1.

    Die Planungen für die Skalitzer Straße laufen seit 18 (achtzehn) Jahren und werden jetzt vom BEZIRK bis 2019 realisiert! Also noch etwas Geduld im Prenzlberg - bei dem Tempo ;)

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