Auto-Brandanschläge in Kreuzberg und Neukölln – LKA ermittelt in Richtung Rechtsextremismus (Quelle: rbb/Torsten Mandalka)
Audio: Inforadio | 03.05.2017 | Torsten Mandalka | Bild: rbb/Torsten Mandalka

Berlin-Neukölln - Erneut Auto einer Flüchtlingshelferin in Britz angezündet

Sie engagierte sich in Berlin-Britz für Flüchtlinge und gegen Rechts - nun ist das Auto einer Neuköllnerin in Flammen aufgegangen. Es ist bereits der sechste Brandanschlag in Neukölln, bei dem ein rechtsextremes Motiv in Frage kommt.

In der Nacht zu Mittwoch wurden in Berlin zwei Brandanschläge auf Autos verübt, bei denen die Polizei ein rechtsextremes Motiv "nicht ausschließt". Die Sondereinsatzgruppe "Rechtsextremistische Straftaten in Neukölln (RESIN)" des Berliner Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen.

In Neukölln brannte ein Van vom Typ Dodge fast völlig aus, in Kreuzberg wurde ein Mercedes Vito erheblich beschädigt.

Das in Neukölln ausgebrannte Fahrzeug stand in einer Auffahrt vor einem Reihenhaus im Ortsteil Britz. Die Eigentümer wurden in der Nacht um kurz nach 2 Uhr von einem lauten Knall geweckt. Das Auto brannte dann fast vollständig aus. Auch die Fassade des Hauses wurde beschädigt. Es ist von einem Sachschaden von mehreren Tausend Euro auszugehen

Erste Hinweise auf ein rechtsextremes Motiv liefert dort ein "Hass"-Graffiti an der Fassade. Die Besitzer des Fahrzeuges waren in der Flüchtlingsarbeit aktiv und administrieren Webseiten von Flüchtlingsinitiativen und antifaschistischen Gruppen wie "Hufeisern gegen Rechts". Der Anschlag sei "beängstigend", hieß es von Seiten der Familie.

Brandserie offenbar gezielt gegen aktive Falken

Die neuerlichen Brandanschläge reihen sich ein in eine Serie mutmaßlich rechtsextremistischer Gewalttaten im Neuköllner Süden. Allein in diesem Jahr haben sechs Fahrzeuge von politisch engagierten Bürgern in dem Stadtteil gebrannt. Ende Januar brannten dort die Autos eines Buchhändlers und eines Gewerkschafters ab. Beide engagieren sich gegen Rechtspopulismus und Rassismus.

Kurz zuvor war in der Hufeisensiedlung das Auto der SPD-Abgeordneten Mirjam Blumenthal in Brand gesetzt worden. Blumenthal ist auch Gruppenleiterin der "Die Falken"; bereits im Herbst wurde ein Auto der sozialistischen Jugendorganisation angezündet. Auch in diesen Fällen übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen.

Den Autobrand aus der Nacht zu Mittwoch kommentiert der Vorsitzende der Neuköllner "Falken", Tim Haverland: "Auch diesmal ist die Handschrift (...) eindeutig rechtsextrem: Feige, nachts, gegen aktive Falken." Ziel sei die Einschüchterung. "Aber das Gegenteil ist der Fall."

Abgebrannter Mercedes in Kreuzberg mit Antifa-Aufkleber

Der Anschlag auf den Mercedes in der Kreuzberger Fichtestraße an der Grenze zu Neukölln ereignete sich in derselben Nacht gegen 1.30 Uhr. Ein Passant alarmierte die Polizei, die den Brand schnell löschen konnte. Hier deutet ein Antifa-Aufkleber auf dem Fahrzeug darauf hin, dass die Täter Rechte gewesen sein könnten.

mit Informationen von Torsten Mandalka

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Es geht nicht darum, ob es naheliegend ist, sondern ob es wirklich so gewesen ist.

    Und was ist mit den Autos, die von Linken abgefackelt wurden, mit den entglasten AfD-Büros, den Angriffen auf Wahlkampfstände der AfD, oder die direkten tätlichen Angriffe auf AfD-Abgeordnete wie Uwe Junge?

    Wo ist die Handschrift denn anders?
    Das ist dieselbe Handschrift.

  2. 9.

    Im Text wird es erwähnt, dass es im Neuköllner Süden eine Reihe mutmaßlich rechtsextremistischer Gewalttaten gegeben hat. Die Links sind repariert, danke für den Hinweis.

  3. 8.

    Die falken und ihre Unterstützer*innen war schon mehrfach Ziel von rechtsextrem motivierten Straftaten - nicht, dass genau das im Text wiederzufinden wäre...

    Daher ist es sehr wohl naheliegend, das Täterumfeld im entsprechend rechten Spektrum vermehrt zu suchen, wennauch gleichzeitig in alle Richtungen ermittelt werden muss.

    Die Verharmlosung von rechtsextremer Gewalt und Kriminalität einerseits und die Kriminalisierung linker Gruppierungen widersprechen den Angaben in der polizeilichen Kriminalstatistik sowie den Opferverbänden - gerade mit Kreuzberg als vermehrtem Schwerpunkt rechter Aktivitäten.

    Anmerkung an die Redaktion: Die drei Links im Fließtext gehen ins Leere.

  4. 7.

    Auch wenn in diesem Fall nicht so, ähnliche Fälle scheint es fast wie am Fließband zu geben. Und nach nun schon fast schon 200 Jahren von Hep-Hep Burschenschaften welche andauernd gewalttätige Tantrums schmeißen um zu bekommen was wollen ohne wirklichen Respekt für bürgerlich-staatliche Ordnung, dass damit mal Schluß sein sollte scheint schon seit längerer Zeit überfällig.

    Also hier in Berlin und Umgebung sicherlich vorranging die Wiederherstellung des Staates Preußen relevant, welcher durch Deutsche Nationalisten entmachtet wurde als ob wenn dieser Tage EU-Nationalisten z.B. Belgien entmachten würden und dann noch weiter eigenwillig z.B. Belgische Bürgerschaft abschaffen, was es in Preußen 1934 gab ohne wirklich Einwilligung dazu von Seiten derer welche es betraf. Aber ob nun Deutsche oder Preußen welche der Auffassung scheinen als ob es gilt anderen Willen einzuprügeln, sowas sicherlich nicht in Ordnung.

  5. 6.

    Der Herr Haverland gibt doch nur Offensichtliches von sich. Es trage eine rechtsextreme Handschrift. Schaut man sich die Fakten an, ist daran nichts Verwerfliches zu finden. Sogar die Polizei ermittelt in der Richtung, ganz unabhängig.

  6. 5.

    Tim Haverland: "Auch diesmal ist die Handschrift (...) eindeutig rechtsextrem: Feige, nachts, gegen aktive Falken." Ziel sei die Einschüchterung. "Aber das Gegenteil ist der Fall."

    Es kann auch eine false flag action sein, um Sie dann anderen zu unterstellen. Solange wie man nichts genaueres weeß, verbieten sich solche Äußerungen, ob es Linke oder Rechte waren.

    Wissen tun wir nur: Es war Abschaum.

  7. 4.

    Dieses Abfackeln von Autos oder auch das Entglasen von Büros, das "Verschönern" von Häusern oder direkte körperliche Gewalt sind Argumentationslinien von Leuten, die auch in Regierungsverantwortung mit solchen Methoden arbeiten.

    Das ist auf das Schärfste zu verurteilen.

    Meist stecken da aber politische Saubermänner und -Frauen dahinter. Die unmittelbaren Täter sind nur die Idioten, die die Drecksarbeit machen.

  8. 3.

    Kommentierung wegen "update". ...
    >>Hier deutet ein Antifa-Aufkleber auf dem Fahrzeug darauf hin, dass die Täter Rechte gewesen
    sein könnten. << ... Diese Textpassage empfinde ich gelinde gesagt --> sehr "sportlich".
    Denn sie impliziert:
    >> Hier deutet KEIN Aufkleber auf dem Fahrzeug darauf hin, dass die Täter NORMALOS gewesen
    sein könnten. <<
    oder auch
    >> Hier deutet KEIN Antifa-Aufkleber(z.B. Böhse Onkelz) auf dem Fahrzeug darauf hin, dass
    die Täter LINKE gewesen sein könnten. <<

  9. 2.

    Ich finde Hr. Haverland erleichtert der Polizei mächtig die Ursachen-, Verursacher- und Motivfindung,
    weil er das Ergebnis seiner hellseherischen Begabung nicht für sich behält.

  10. 1.

    Besser ist es, sich nicht zu outen

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