ARCHIV - Ein Geschwindigkeitsschild für Tempo 30 ist auf der Berliner Allee am 05.01.2016 in Berlin zu sehen. Quelle: dpa/Jörg Carstensen
VIdeo: Abendschau | 29.05.2017 | Agnes Taegener | Bild: dpa

BerlinTrend Mai 2017-Teil 2 - Mehrheit der Berliner gegen weitere Tempo-30-Zonen

Berlins rot-rot-grüne Regierung will auf zahlreichen Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 einführen, um den Ausstoß von Stickoxid und CO2 zu senken. Den Berlinern aber geht das gegen den Strich, wie der BerlinTrend von rbb und "Berliner Morgenpost" zeigt.

Eine klare Mehrheit der Berliner ist gegen Pläne des Senats, Tempo 30-Zonen auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen einzuführen. Das geht aus dem jüngsten BerlinTrend hervor, den die rbb-Abendschau und die "Berliner Morgenpost" in Auftrag gegeben haben.

So viele Bürger halten mehr Tempo-30-Zonen für falsch: Gelb=FDP-Anhänger, blau=AfD; schwarz=CDU, rot=SPD; lila-rot= Linke, grün= Grüne (Quelle: rbb aktuell)
Tempo 30 auf Berliner Hauptstraßen finden vor allem FDP-Anhänger falsch. (gelb=FDP; blau=AfD; schwarz=CDU, rot=SPD; lila-rot= Linke, grün= Grüne) | Bild: rbb aktuell

Vor allem FDP-Anhänger zeigen sich ablehnend

Demnach finden 57 Prozent der Befragten, dass die Pläne in die falsche Richtung gehen. Besonders viel Unmut gibt es unter den FDP-Anhängern: 75 Prozent von ihnen halten eine Reduzierung auf Tempo 30 auf bestimmten Hauptstraßen für falsch. Bei den Anhängern der Grünen sind es hingegen nur 35 Prozent.

Allerdings: Nur eine Minderheit von 41 Prozent sagt auch, dass die Senatspolitik die Autofahrer benachteiligt. Gefragt wurde: "Der Senat plant Radfahrer und Fußgänger in der künftigen Verkehrspolitik stärker zu berücksichtigen. Haben Sie den Eindruck, dass Autofahrer dadurch benachteiligt werden oder haben Sie den Eindruck nicht?"

So viele Berliner halten den Autoverkehr in Berlin für nicht benachteiligt: grün= Parteianhänger Grüne, lila-rot= Linke, rot=SPD, schwarz=CDU, blau=AfD, gelb=FDP-Anhänger (Quelle: rbb aktuell)
Autofahrer nicht benachteiligt sehen vor allem Anhänger der Grünen. (grün=Grüne, lila-rot=Linke, rot=SPD, schwarz=CDU, blau=AfD, gelb=FDP) | Bild: rbb aktuell

Gegen CO2 und Stickoxide

Auch hier gab es bei den Antworten deutliche Unterschiede unter den Anhängern verschiedener Parteien. 76 Prozent der Grünen-Anhänger sagten, dass sie keine Benachteiligung der Autofahrer sehen. Bei den FDP-Anhängern hingegen sind es nur 29 Prozent.

Rot-Rot-Grün erwägt, dass unter anderem auf Abschnitten der Leipziger Straße in Mitte und der Frankfurter Allee in Friedrichshain maximal Tempo 30 gefahren werden darf. Damit will der Senat unter anderem den CO2-Ausstoß senken.

Verkehrssenatorin kämpft gegen Stickoxide

Verkehrssenatorin Christine Günther (parteilos) erläuterte im März im rbb, in Berlin würden auch die Grenzwerte für Stickoxid an vielen Hauptstraßen deutlich überschritten. Die Gesundheit von 20.000 bis 25.000 Menschen sei gefährdet. "Da ist Tempo 30 eine Maßnahme, die wir machen können, und die werden wir jetzt beherzt angehen."

Stickstoffoxide, oder auch Stickoxide, entstehen unter anderem in Verbrennungsmotoren - in Städten sind Diesel-Autos die Hauptquelle. Die Gase tragen zur Bildung von Feinstaub und Ozon bei.

Tempo 30 auf Berliner Straßen ist nur eine Maßnahme, mit der die rot-rot-grüne Regierung einen klimafreudlicheren Verkehr erreichen will. So sollen zahlreiche neue Radwege eingerichtet werden, für die teilweilse auch Autospuren oder Parkplätze wegfallen. Einige Straßen sollen ganz autofrei werden, so zum Beispiel Unter den Linden. Insgesamt wird mehr in die Rad-Infrastruktur und den öffentlichen Nahverkehr investiert.

Bundesumweltamt für flächendeckende Tempo 30

Auch auf Bundesebene laufen Debatten über Tempo 30 - im Gespräch ist ein Tempolimit auf allen Straßen in Städten. Diese brachte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, im Frühjahr ins Gespräch. "Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle - und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs", sagte sie zur Begründung. Zwar könnten auf bestimmten Straßen auch höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden, aber 30 Stundenkilometer solle die Regel sein.

An diesem Vorschlag gab es Kritik - unter anderem vom Bundesverkehrsministerium. Eine flächendeckende Tempo-30-Regelung schränke die Entscheidungsfreiheit der Kommunen ein und bremse den Verkehrsfluss auf den Hauptverkehrsstraßen unverhältnismäßig, hieß es. Die geltende Regelung sei ausreichend und ermögliche den Behörden, in Wohngebieten Tempo-30-Zonen anzuordnen und zum Beispiel vor Schulen und Kitas auch auf Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 vorzuschreiben. Dafür war im vergangenen Dezember die Straßenverkehrsordnung geändert worden.

Der ADAC verwies auf eine Untersuchung im Auftrag des Automobilclubs vom vergangenen Herbst, der zufolge Autos bei Tempo 30 nicht weniger CO2 und Stickoxide ausstoßen als bei Tempo 50.

Kommentar

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41 Kommentare

  1. 41.

    Tempo 30 in Berlin - das neueste Beispiel dafür wie willfähige Politiker die milliardenschweren Autokonzerne verschonen und die von denen verursachten Probleme auf die Allgemeinheit abwälzen. Warum kommt kein Politiker auf die Idee die Fahrzeuge, die Schadstoffe über der EU-Norm produzieren mit Strafen zu belegen?
    Der Diesel-Skandal bei VW und den anderen Autobauern zeigt deutlich wie die Verkehrsminister in Bund und Ländern in den Fängen der Auto-Lobby gefangen sind. Oder warum müssen VW, Audi und Co. in den USA so viel zahlen und zurück nehmen während in Deutschland der Bürger mit lächerlichen und untauglichen Softwear-Updates betrogen werden? Weil der derzeitige Bundesverkehrsminister schon immerein waschechter Autolobbyist war und ist und alles tut, damit die deutschen Autobauer ihr Geld behalten. Da wird wohl der große Autobauer aus München reichlich Wahlkampfhilfe für die CSU leisten.
    Die Tempo-30-Idee ist realitätsfremd und wird unwirksam sein.

  2. 40.

    Es sollten lieber die (drecks)Diesel abschaffen.
    Würde aber Ärger mit der Automobilindustrie geben.
    Nur das nicht ! Sc.....ß auf die Umwelt, Profit geht vor!

  3. 39.

    Viele der Autobauer gehören mit ihren gesundheitsschädigenden und umweltverschmutzenden Praktiken inzwischen zur Organisierten Kriminalität. Können die von den Autokäufern nicht auch belangt werden? http://www.tagesschau.de/wirtschaft/audi-141.html

  4. 38.


    Das ist doch der Beweis, daß die Politiker machen was unsinnig ist. Wollen dennoch gewählt werden. Von mir nicht. NEIN danke.

  5. 37.

    Wir haben einen Rechtsanspruch auf saubere Atemluft. Die Deutsche Umwelthilfe und andere klagen hoffentlich weiter. Tempo 30 ist ein Schritt in die richtige Richtung, was das Umweltbundesamt auch zum Gesundheitsschutz fordert. Die Verkehrswende muss trotz des Widerstands uneinsichtiger Autofahrer kommen. Lebenswerte zukunftsfähige Städte brauchen eine moderne Infrastruktur für umweltfreundliche Verkehrsmittel. Autos haben weiterhin die schlechteste Umweltbilanz - zusammen mit schwerölbetriebenen Ausflugsdampfern.

  6. 36.

    Von einem Kollabieren des ÖPNV kann grundsätzlich keine Rede sein. Dies deshalb, wenn in den nächsten 10 Jahren die geplanten Straßenbahnstrecken neue Kapazitäten eröffnen und wenn wieder - wie zuvor - fünf statt drei S-Bahn-Linien auf der Stadtbahnstrecke zwischen Westkreuz und Ostkreuz fahren. Auch im Nord-Süd-Tunnel ist noch Luft und dank der eigentlich solgar überflüssigen S 21 zwischen Gesundbrunnen und Hbf. sowieso.

    Kollabieren täte der ÖPNV jedoch dann, wenn die bisherige Praxis der nachträglichen Defektbehebung anstelle einer vorsorglichen Instandhaltung beibehalten würde. Dann würden die Zugausfälle, die heute schon massig in die Linie S 75 hineingedrückt werden, nur noch potenziert werden.

    Kurzum: 1. Neubau von Schienenstrecken vor allem ebenerdig im Straßenraum, 2. Abschied von der beschönigend so bezeichneten "Ereignisorientierten Instandhaltung". Also statt nachträglicher Defektbehebung vorsorgende Instandhaltung, die den Namen Instandhaltung auch verdient.

  7. 35.

    Sorry, aber die Bevölkerungsdichte ist in diesem Fall keine brauchbare Vergleichsgröße. Was soll darüber nachgewiesen werden?
    Den inneren S-Bahnring also sperren. Mh und dann fahren alle außenrum, was die Infrastruktur wiederum gar nicht hergibt. Die Luft wird dadurch bestimmt besser und die Anwohner außerhalb vom S-Bahnring freuen sich. Ach ja, die Autofahrer lassen dann ja ihr Auto stehen und nutzen den ÖPNV. Dieser würde kollabieren und was dann?

  8. 34.

    Diese Rechnung ist wunderschön falsch. Da werden faktisch alle physikalischen Gesetze über den Haufen geworfen.

    Selbstverständlich verbraucht ein Motor, der bei 30 km/h in der optimalen Drehzahl und Last betrieben wird, weniger Sprit. Auch benutzt ein Vernunftsmensch eher einen 1 Liter oder bis 1,4 Liter Motor und keinen 1,8 Liter Geländewagen. In der Stadt erreichen Sie aber auch mit ihrem Motor bei 50 km/h nicht diese besseren Werte, weil sie dort ständig anfahren und bremsen.

  9. 33.

    Messwerte mit PKW 1,8 l Hubraum, Motor in Betriebstemperatur, Teststrecke 2000 m
    Angaben in der Tabelle pro 1000 m:
    30 km/h 3.Gang, 1200 U/min, Zeit 2 min, Verbrauch 0,045l,
    50 km/h 5.Gang, 1200 U/min, Zeit 1,2 min, Verbrauch 0,038 l
    Beurteilung
    Aus Drehzahl x Hubraum x Fahrzeit ist das Abgasvolumen bei 30 km 4320l, bei 50 km 2592 l. Eine Reduktion der Schadstoffemission wird durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht erreicht, weil die verbrannte Kaftstoffmenge erhöht ist.
    Die Geschwindigkeitsbegrenzung führt zu einer längeren Lärmbelastung (Motorgeräusch nicht leiser), aber geringere Rollgeräusche.
    Diese einfache Schätzung spricht gegen eine erfolgreiche Reduktion der Umweltbelastung durch Geschwindigkeitsbegrenzung (Lärmbelastung, Luftverunreinigung).
    Konsequenz: Erst messen, dann entscheiden! Gruß!

  10. 32.

    Der innere S-Bahnring sollte für den privaten PKW Durchgangs- und Pendellverkehr gesperrt werden (nur einige Prozent der Stadtfläche). Schon jetzt ist das zur Einhaltung der Luftreinhalterichtlinie notwendig. Bei weiterer baulicher Verdichtung und zunehmender Einwohnerzahl nimmt die Luftverschmutzung ohne Verkehrswende weiter zu. Eine Vergleichsgröße ist die Bevölkerungsdichte: Berlin 3.948 Einw. je km² / Amsterdam 3.828 Einwohner/km² / København 6.862 Einwohner je km² .

  11. 31.

    Ja, da stimme ich zu, Straßenbahnen sind eine sehr gute Option für den ÖPNV in Berlin. Leider kommt man diesbezüglich in Berlin immer wieder auf tolle Ideen. Als Beispiel dafür dient eine Tram auf der Leipziger Str., das wäre gut, bei gleichzeitiger Sperrung von Unter den Linden (bleibt offen für Touri-Busse und Taxen) führt dies jedoch zum Verkehrsgau. Da würde dann Tempo30 auch niemanden helfen.

  12. 30.

    Ich finde, zuallererst ein Problem der falschen inneren Einstellung eines Großteils der Verkehrsteilnehmer.

    Werden da nicht ständig Notlagen heraufbeschworen, an denen man freilich selbst beteiligt ist? Doch es sind ja immer die anderen, gegen die der eigene Verstoß ja noch harmlos ist.

    Wer sich an wohlverständige Regelungen und Gesetze zur Tempobegrenzung hält, wird als Loser bezeichnet, in den Blättern mit den großen Buchstaben schon mal als Schleicher. Die gleichen Blätter sind´s dann wiederum, die Rechtsbrüche anderer Art sehr wohl auf´s Korn nehmen.

    Kurzum: Jeder sucht sich seines aus, gegen welche Gesetze verstoßen werden darf.

    Geht es nicht um die Erzielung einer maximal möglichen Geschwindigkeit, sondern um die für die Situation passende Geschwindigkeit, sieht das Ganze schon anders aus. Dann hätten wir wirklich ein erträglicheres Verkehrsklima. So auch, wenn Menschen, die gewohnheitsmäßig Gehwege zuparken, in Rollstühle gesetzt, dort entlangfahren müssten.

  13. 29.

    so schlecht ist es um Berlin ja nun auch nicht bestellt, laut copenhagenize.eu von 2015 liegt Berlin auf Rang 12 weltweit und ist die einzige Großstadt über 2mio Einwohner unter den top 20. Kopenhagen, Amsterdam und co sind Kleinstädte. Trotzdem muss ich Helmut Krüger recht geben, man kann einzelne Projekte testen und vielleicht anpassen und übernehmen. Zuerst sollten aber die bestehenden Radwege ausgebessert und erneuert werden. Aber nein, man nimmt in Berlin lieber Farbe und malt einen neuen Radweg. Zurück zu Kopenhagen, da finden sie keinen Radweg der so aussieht wie in Berlin. Desertieren haben wir neuerdings sogar zwei große öffentliche Fahrradleihsysteme, habe auch nicht viele Städte.

  14. 28.

    Nur räumlich und zeitlich differenzierte Vorschriften werden akzeptiert.
    Warum soll ich Sonntag früh um 7 Uhr auf langen leeren Verkehrswegen (z. B. Mariendorfer Damm - Lichtenrader Damm / Potsdamer Chaussee) mit 30 km/h fahren. Dies ist unrealistisch. Entscheidend ist die Motorendrehzahl und fließender Verkehr.
    Das Fahrrad ist und bleibt ein Saisongefährt.
    Ich möchte nicht schwitzen, frieren oder nass werden.
    Ich möchte einsteigen und individuell losfahren.
    In der Innenstadt gern mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln; ohne Bettler, Raucher und Tauben.

  15. 27.

    Befragungen, Umfragen und Angaben sind eine Sache.
    Durch die tatsächlichen Handlungen zeigt sich der wahre Wunsch von Menschen.
    Es werden zahlreich Autos mit mehr Gewicht und mehr Leistung gekauft.
    In der Stadt wird häufig deutlich über 50 km/h gefahren. Es wird vielfach rücksichtslos falsch geparkt.

    Eine niedrige Geschwindigkeit wird zu häufig nicht akzeptiert.
    In Verkehrsberuhigten Zonen werde ich bei gesetzlicher Geschwindigkeit von der Mehrheit der Auto-, Motorrad- und Radfahrer überholt!
    Dies ist die Realität.

    In Deutschland werden immer neue Gesetze entwickelt während die vorhandenen nicht umgesetzt werden. Stichwort: Vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzungen, behinderndes bzw. falsches Parken, Radfahren auf Fußwegen; illegales Müllabladen, Farbschmierereien, Verstoß gegen die Hundekotverordnung.

  16. 26.

    Wieso wird nicht auch die genaue Fragestellung zur Tempo 30 Frage erwähnt? Bei der anderen Frage ging es doch auch. So kann man die Antworten wesentlich besser einordnen.
    Ich gewinne schon den Eindruck,dass die Mehrheit der Berliner an einer besseren Luft in der Stadt interessiert ist,ich bin es ja auch. Um das zu erreichen,sind nun mal Veränderungen nötig. Man sollte halt sicherstellen,dass diese dann auch zielführend sind.

  17. 25.

    Wegen der EU-Grenzwerte gibt es nur zwei Alternativen: Die Einführung der blauen Plakette, die nur noch allerneueste Dieselfahrzeuge in den S-Bahn-Ring lassen würde, oder mehr Tempo-30-Strassen. Eine seriöse Meinungsforschung hätte die Frage gestellt, was den Bürgern lieber sei.

  18. 24.

    Im Text steht u.a.:
    "Stickstoffoxide, oder auch Stickoxide, entstehen unter anderem in Verbrennungsmotoren - in Städten sind Diesel-Autos die Hauptquelle. Die Gase tragen zur Bildung von Feinstaub und Ozon bei."

    Das stimmt doch garnicht! NO2 hat mit Feinstaubbildung nichts zu tun und O3 wird doch nicht durch NO2 begünstigt, im Gegenteil, es wird durch NO2 abgebaut. Ist der Artikel "postfaktisch" oder sehe ich da etwas falsch??

  19. 23.

    Selbst wenn Tempo 30 eingeführt wird, muss dies massiv kontrolliert werden. Fahre täglich mit dem Auto und 70 ist das neue 50 auf den Straßen. Wenn man 60 oder manchmal sogar Strich 50 fährt, wird man gleich angehupt, beleidigt oder bedroht. Aber das ist ja normaler Berliner Umgang. Da muss man wohl Verständnis für haben...ich hab es nicht. An der nächsten Ampel sieht man sich sowieso wieder.

  20. 22.

    Ein Weg besteht zum Beispiel darin, die Leistungsfähigkeit einer Straße durch das Hineinlegen und Absperren des Gleisraums glattweg zu verdoppeln. Eine Straßenbahnstrecke, die im 5 Minuten-Takt befahren wird, ist so leistungsfähig wie ein vierspurige Straße, wird der Takt dichter, ersetzt sie sechs Spuren. Mithin ein unschlagbares Angebot, wer zügig fortkommen will und auch nicht lange hoch- und runterlaufen will.

    Die Bauzeit ist weitaus kürzer als bei einer U-Bahn. Auch wenn wir gegenüber der U-Bahn die geringere Kapazität berücksichtigen, ist sie weitaus billiger als eine U-Bahn und für die Strecken, die durch Schienenverkehre nicht abgedeckt sind, ist sie damit das passendste Verkehrsmittel. Anders jedenfalls als ein Bus, der unruhiger fährt und wo Fahrgäste, die anders als vorne einsteigen, mitunter per Mikro angeschnauzt werden, sie mögen doch nach vorne kommen. Bei der Tram kann an allen Türen eingestiegen werden. Und das soll es auch.

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