Mehre tausend Abtreibungsgegner demonstrieren am 17.09.2016 in Berlin beim "Marsch für das Leben". (Quelle: imago/Christian Mang)
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Katholische Laienvertretung zieht sich zurück - "Marsch für das Leben" ohne Katholikenrat

Der umstrittene "Marsch für das Leben" verliert an Rückhalt in der Katholischen Kirche. Die diesjährige Veranstaltung in der Hauptstadt findet ohne die Unterstützung des Berliner Diözesanrats der Katholiken statt. Die höchste Laienvertretung im Erzbistum lehnte einen Antrag zur Unterstützung bei ihrer jüngsten Vollversammlung mit großer Mehrheit ab, wie der Ratsvorsitzende Bernd Streich am Mittwoch sagte.

Der 13. Marsch dieser Art in Berlin ist für den 16. September geplant. Die Kundgebung wendet sich unter anderem gegen Abtreibung. Der Katholikenrat kritisierte, dass viele Befürworter des Marsches eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema des Lebensschutzes vermissen ließen.

Im vergangenen Jahr nahmen am "Marsch für das Leben" nach Angaben der Veranstalter rund 7.500 Menschen aus ganz Deutschland teil, darunter auch fünf katholische Diözesan- und Weihbischöfe wie etwa der Berliner Erzbischof Heiner Koch.

Die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hatte sich von dem "Marsch für das Leben" distanziert. Die Landeskirche stehe für eine ergebnisoffene Schwangerenkonfliktberatung, hieß es im vergangenen Jahr. den Abtreibungsgegnern und "selbst ernannten Lebensschützern" religiösen Fundamentalismus vor.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das ist schon merkwürdig, dass gläubige Christen sich aus verantwortungsethischem Impuls heraus für die Tötung von Menschen aussprechen, die schon Jahrzehnte leben, Der verantwortungsethische Umgang mit werdendem Leben aber zur Scheidung zwischen Christen und Nichtchristen herhalten soll.

    Wahrscheinlich heißt es da: "Du sollst niciht die Falschen töten."

    Selbstverständlich kann Tötung aus verantwortungsethischen Gründen - wenn die Not so groß ist, dass sich Menschen nicht mehr anders zu helfen wissen - gerechtfertigt werden. Auch ein Mensch, der auf einem Hausdach sitzt und im Begriff ist, auf dem Marktplatz Menschen zu erschießen, kann getötet werden.

    Eine Ruhmestat ist es natürlich nicht. Ebensowenig, wie auch eine Abtreibung eine bloß mit Schulterzucken quittierte Normalität sein könnte. Hüten sollten wir uns allerdings vor besagte Schieflagen in der Argumentation, dass werdendes Leben mehr wert sei als tatsächlich geborenes Leben.

  2. 1.

    "Der Katholikenrat kritisierte, dass viele Befürworter des Marsches eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema des Lebensschutzes vermissen ließen." Aha. Ich hätte nie gedacht, dass ein kirchliches Gremium beim Recht auf Leben zu differenzieren wünscht. Nach welchen Kriterien denn? Und wer legt die fest? Und war da in der Bibel nicht irgendwas mit "Du sollst nicht töten?" Man kann durchaus für Abtreibungen sein. Aber nicht als gläubiger Christ.

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