Neuer Standort für "M99" in der Falckensteinstraße 46 in Berlin-Kreuzberg (Quelle: Bizim Kiez)
Bild: Bizim Kiez

Mietvertrag unterschrieben - Kreuzberger Szeneladen "M99" zieht in die Falckensteinstraße

Eigentlich sollte der linksalternative Laden "M99" in der Kreuzberger Manteuffelstraße schon seit August geräumt sein. Doch es folgten Proteste und ein richterlicher Aufschub. Nun kann hat der Ladenbetreiber einen Mietvertrag für neue Räume unterschrieben.

Der monatelange Streit um den linksalternativen "M99 - Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf" in Berlin-Kreuzberg ist offenbar endgültig beigelegt. Der Mieter Hans Georg Lindenau, der seit 1985 den Laden in der Manteuffelstraße 99 betreibt und dort auch wohnt, wird sein Geschäft weiterführen - allerdings an einem anderen Standort.  

Der Ladenbetreiber Hans Georg Lindenau hat nach Angaben seiner Anwälte vom Mittwoch einen neuen Mietvertrag mit der "Stiftung Umverteilen" abgeschlossen. Die Stiftung besitze ein Haus an der Kreuzberger Falckensteinstraße und stelle dem Rollstuhlfahrer dort bereits seit dem 1. Mai 2017 einen barrierefreien Gewerberaum zur Verfügung, hieß es. "Damit ist die berufliche Existenz von Herrn Lindenau gerettet und der einzigartige Laden als Bestandteil Kreuzberger Alternativkultur kann weiter geführt werden", heißt es in der Mitteilung. 

Drohende Zwangsräumung verschob sich immer wieder

Der "M99" und sein Inhaber Lindenau, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, sind eine Institution in der linken Szene in Kreuzberg. Der Laden bietet seit den 80er Jahren politische Literatur und Szeneartikel wie Kapuzenpullis und Pfefferspray an.

Nach der Kündigung durch den Besitzer gab es seit Ende 2015 eine Genehmigung zur Räumung des Ladens in der Manteuffelstraße, weil Mieter Lindenau sich weigerte auszuziehen. Sowohl ein Amtsgericht und das Landgericht hatten die Rechtmäßigkeit der Kündigung bestätigt.

Im September 2016 sollte die Räumung dann wirklich stattfinden - fiel aber nach Protesten von Initiativen und auch Politikern aus. Weil das Landgericht Berlin zudem ein medizinisches Gutachten für den angeblich suizidgefährdeten Ladeninhaber verlangte, bekam Lindenau weitere Monate Aufschub.  

Neue Gewerberäume in der Falckensteinstraße

Laut seinen Anwälten bestätigte ein Gutachter Ende März, dass eine Räumung tatsächlich eine mögliche Gefährdung für Hans Georg Lindenau darstelle. Durch den Umzug in die Falckensteinstraße 46 hat sich die Räumung nun jedoch erledigt.

Die neuen, behindertengerechten Räumlichkeiten an der Oberbaumbrücke gehören der "Stiftung Umverteilen". Anwohner aus der Nachbarschaft würden derzeit mithelfen, alle Räume rollstuhlgerecht umzubauen. Im Juni soll dann der Laden dort neu eröffnen.  

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