Marie Juchacz (Fotografie um 1930; Quelle: dpa/Imagno)
Audio: Inforadio | 18.08.2017 | Torben Steenbuck | Bild: dpa/Imagno

Berlin-Kreuzberg - AWO-Gründerin Marie Juchacz bekommt ein Denkmal

Die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Marie Juchacz, wird in Berlin mit einem Denkmal geehrt. Es soll am Freitagvormittag am Mehringplatz im Stadtteil Kreuzberg enthüllt werden, teilte die Wohlfahrtsorganisation am Mittwoch mit. Juchacz (1879-1956) war die erste Frau in Deutschland, die im Februar 1919 vor dem Parlament sprach. Sie gründete die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am 13. Dezember 1919 in Berlin und war bis 1933 deren Vorsitzende.

Die Arbeiterwohlfahrt gehört heute zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und wird nach eigenen Angaben bundesweit von über 335.000 Mitgliedern, 66.000 ehrenamtlichen Helfern sowie 215.000 hauptamtlichen Mitarbeitern getragen. An der Enthüllung des Denkmals wolle auch der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz teilnehmen, hieß es.

Denkmal aus Spenden finanziert

Das Denkmal wurde nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Unweit des heutigen Mehringplatzes in Berlin-Kreuzberg befand sich bis 1933 die Zentrale und die Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt.

Juchacz gehörte zu den Frauen, die in Deutschland das Frauenwahlrecht erstritten - gegen erbitterten Widerstand. Marie Juchacz war von 1917 bis 1933 Mitglied des SPD-Parteivorstandes und Leiterin des Frauenbüros der Partei. In den Jahren 1919 bis 1933 saß sie in der Weimarer Nationalversammlung und im Reichstag.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wahrscheinlich war die Nähe zur Parteizentrale wichtiger als der Umstand, dass das Denkmal wirklich wahrgenommen wird. Der späte Scharoun-Bau ist m. E. nämlich ein Paradox: Gegenüber der U-Bahn / Hochbahn ist er abgeschlossen, dass ein Mensch faktisch durch ein Mauseloch durchkriechen muss und nach Norden, wo die Friedrichstraße zu Bauzeiten des Scharoun-Ringes eine Sackgasse bildete, war der Ring offen.

    Anschaulicher lassen sich bestimmte Kapriolen kaum mehr darstellen. Eine recht gradlinige Engagierte bekommt ein Denkmal faktisch ohne Wirkungsfeld.

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