Enno Lenze in der Ausstellung "Hitler, wie konnte es geschehen" (Quelle: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker)
Video: Abendschau | 10.08.2017 | Rainer Unruh | Bild: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker

Museum Berlin Story Bunker - Betreiber von Hitler-Ausstellung wehrt sich gegen Drohungen

In einer Ausstellung dokumentiert das Museum Berlin Story Bunker derzeit Hitlers Weg an die Macht und die Folgen. Der Betreiber gibt an, daraufhin hunderte Drohungen erhalten zu haben. Nun startet er eine Aktion, um diese in Geld umzuwandeln.  

Die Ausstellung "Hitler – wie konnte es geschehen" hat heftige Reaktionen ausgelöst. Ausgestellt wird im privaten Museum Berlin Story Bunker der Weg Deutschlands in die Nazi-Diktatur und den Zweiten Weltkrieg. Der geschäftsführende Gesellschafter von Berlin Story Bunker Enno Lenze betreibt die Ausstellung seit Ende Juli. Seit Eröffnung gab es nach seinen Angaben pro Woche bis zu 400 Drohungen, Schmähungen, Todesankündigungen – darunter viele anonyme Kampfansagen von rechter Seite.

Enno Lenze will jetzt aus den Drohungen Geld machen, das gespendet werden soll. 120 Hass-Postings stehen eine Woche lang bei Facebook zur Abstimmung. Die Top-Drohungen sollen auf eine Ausstellungstafel gedruckt und zu Gunsten eines Aussteigerprogramms für Rechte versteigert werden, wie Enno Lenze auf Facebook mitteilt.

Lenze habe tausende Drohungen gesammelt und veröffentlicht

"Ich habe mich daran gewöhnt, am Wochenende Strafanzeigen für die Drohungen und Beleidigungen der Woche auszufertigen. Die Polizei geht dem sofort und häufig erfolgreich nach", so Lenze in der Mitteilung.

Er habe tausende Drohungen gesammelt und veröffentliche sie oft. "Andere Opfer dieses Psychoterrors sollen sehen, dass man sich davon nicht beeinflussen lassen oder Angst haben muss", so Lenze weiter.  

Enno Lenze in der Ausstellung "Hitler, wie konnte es geschehen" (Quelle: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker)
Enno Lenzee (Quelle: Historiale e.V./Berlin Story Bunker) | Bild: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker

Fokus der Ausstellung auf Hitlers Biographie

Einen besonderen Fokus legt die Ausstellung "Hitler, wie konnte es geschehen" auf Adolf Hitlers Biografie bis hin zu seinem Suizid im Führerbunker. Thematisiert werden auch deutsche Kriegsverbrechen, der systematische Massenmord an den Juden und der Widerstand. Die Ausstellung umfasst 330 Schautafeln, 2300 Abbildungen, Originaldokumente, Film- und Zeitungsberichte sowie Gegenstände wie einen "Volksempfänger".

Teil der Schau ist eine Nachbildung jenes Raums, in dem sich Hitler kurz vor Kriegsende am 30. April 1945 das Leben nahm. Diese ist schon seit einigen Monaten zu sehen und hatte dem Museum auch Kritik eingebracht.

Ein Sprecher des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors, das auf dem Gelände der ehemaligen Hauptquartiere von Gestapo und SS die Verbrechen der Nationalsozialisten aufarbeitet, hatte dem Museum vorgeworfen, eine Art Nazi-Disneyland zu installieren. Die Museumsmacher wiesen das zurück.

Ausstellung "Hitler, wie konnte es geschehen" - Bunker von außen. (Quelle: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker)
Der Berlin Story Bunker (Quelle: Historiale e.V./Berlin Story Bunker) | Bild: Historiale e.V. / Berlin Story Bunker

Berlin Story Bunker hat nichts mit dem einstigen Führerbunker zu tun

Der Berlin Story Bunker befindet sich in einem 1942 errichteten damaligen Reichsbahn-Bunker nahe dem Anhalter Bahnhof. Dieser hat mit dem einen Kilometer entfernten einstigen Führerbunker nichts zu tun.

Sendung: Abendschau, 10.08.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

4 Kommentare

  1. 4.

    Ja es ist schon traurig wie mit der >Geschichte unseres Landes umgegangen wird, warum wird hier gedroht & beschimpft, es wird doch nichts verherrlicht , diese Damen & Herren die das machen , benehmen sich wie die Nazis , dann müßte man ja auch N24 & Phönix auch bedrohen da läuft fast täglich Sendungen aus dem 3 Reich, diese müssen aber sein um auf zu klären, aller dingst habe ich da meine zweifel, wenn der Hitler wüßte das man immer noch über Ihn redet & Film Berichte bringt, würde er sagen Ziel erreicht ich bin immer noch wichtig & stehe im Mittelpunkt, es wird einfach zu viel über das 3 Reich berichtet, unsere Geschichte besteht aber nicht nur aus der Zeit 1933 bis 1945,in der Schule sollte man das >Thema schon ausgiebig unterrichten & auch schonungslos offen legen, aber im Fernsehen kommt mir vieles wie Propagander schon vor & erreicht leider wohl das Gegenteil

  2. 2.

    Legitim, aber woher wissen Sie, dass die Ausstellung angeblich nichts mit historischen Fakten zu tun hat, wenn Sie sie doch nicht gesehen haben?

  3. 1.

    Ich werde mir die Ausstellung nicht anschauen.

    Das ist nur ein Geschäftemacher, der Platitüden präsentiert, die mit den historischen Fakten wenig zu tun haben.

Das könnte Sie auch interessieren