Archivbild - Der Fährmann Maik Slotta (l) befördert am 13.08.2014 eine Familie mit einer Handseilzugfähre über die Spree in Leißnitz im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Umfrage zum Leben im ländlichen Raum - In Brandenburg lebt es sich ziemlich gut, bis auf ...

Viele Brandenburger schätzen das Leben auf dem Lande - das hat eine Umfrage im Auftrag des Landtags ergeben. Allerdings: Der öffentliche Nahverkehr könnte besser sein, das Internet schneller und mehr Jobs wären auch nicht schlecht.

Drei von vier Brandenburgern bescheinigen ihrer Region eine gute oder sehr gute Lebensqualität. Doch sechs von zehn sind der Ansicht, dass es bei ihnen zu wenige geeignete Jobs gibt. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage, die die Enquete-Kommission "Zukunft der ländlichen Regionen" des Landtags am Montag vorgestellt hat. Dabei wurden nur Menschen befragt, die außerhalb des
Speckgürtels um Berlin wohnten - als Grenze gilt in etwa der Berliner Autobahnring.

Wenig Vertrauen in Landes- und Kommunalpolitiker

Demnach zeigten sich 40 Prozent der Befragten überzeugt, dass sich Landes- und Kommunalpolitiker für ihren Ort interessieren, 56 Prozent glauben das nicht. Die anderen machten keine Angaben dazu. In den Dörfern äußerten sich die Menschen unzufriedener als in den Städten. Die Gemeinde- und Stadtverwaltungen kommen bei den Befragten relativ gut weg: 59 Prozent haben Vertrauen in ihre Arbeit.

Das Angebot an Läden, Wohnungen, Kitas vor Ort und Hilfen im Notfall fanden die meisten Befragten ausreichend. Die medizinische Versorgung hingegen bewerteten 36 Prozent als schlecht oder eher schlecht. 34 Prozent sagten das auch über den öffentlichen Personennahverkehr und etwa genauso viele, nämlich 33 Prozent, vermissten ein schnelleres Internet.

Kommission sieht Handlungsbedarf bei Jobs

Die Vertreter der Landtagsfraktionen in der Enquete-Kommission sehen besonderen Handlungsbedarf bei den Arbeitsplätzen, der Verkehrsinfrastruktur oder auch den kulturellen Angeboten.

Nun sei die Kommission gefordert, bis zum Ende des nächsten Jahres innovative Vorschläge zu erarbeiten, um die Situation der Menschen in den ländlichen Räumen zu verbessern, so der stellvertretende Kommissionsvorsitzende Henryk Wichmann (CDU). Der Vorsitzende Wolfgang Roick (SPD) forderte einen Ausbau der digitalen Infrastruktur. Anke Schwarzenberg von den Linken zeigte sich überrascht von der überwiegend positiven Bewertung der pflegerischen Leistung in den ländlichen Regionen. Sven Schröder (AfD) sieht die Hauptaufgabe der Politik in der Schaffung der Rahmenbedingungen für gute Arbeitsplätze. Und Benjamin Raschke (Grüne) fordert mehr Selbstbestimmung für kleine Gemeinden und Dörfer.

Die beiden Vorsitzenden der Enquete-Kommission "Zukunft der ländlichen Regionen", Henryk Wichmann (CDU/l.) und Wolfgang Roick (SPD) stellen am 11.09.2017 in Potsdam die Ergebnisse einer Umfrage vor. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)Die beiden Vorsitzenden der Enquete-Kommission, Henryk Wichmann (CDU/l.) und Wolfgang Roick (SPD), bei der Vorstellung der Umfrage

1.000 Menschen befragt

Die Enquete-Kommission mit Vertretern aus allen Fraktionen soll ein Konzept für die Entwicklung der ländlichen Regionen in Brandenburg erarbeiten und Empfehlungen abgeben. Sie will bis Ende des Jahres einen Zwischenbericht vorlegen.

An der Befragung nahmen in diesem Juli landesweit gut 1.000 Brandenburger über 16 Jahre teil. Ausgewählt wurden dabei nur Menschen, die außerhalb des Speckgürtels um Berlin wohnten - als Grenze gilt in etwa der Berliner Autobahnring. Mehr als die Hälfte aller Brandenburger lebt außerhalb der Großstadtregion um Berlin. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut "Info-GmbH" durchgeführt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.09.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Ganz neu die Erkenntnis zum mangelhaften öffentlichrn Nahverkehr!
    Schlage die Gründung eines Arbeitskreises vor!

Das könnte Sie auch interessieren