Werbetechniker befestigenin Berlin an einem Supermarkt ein "Rewe"-Schild (dpa/Britta Pedersen)
Audio: rbb | 26.09.2017 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Britta Pedersen

Lompscher plant "Supermarkt-Gipfel" - Berliner sollen auf Supermarkt-Dächern wohnen

Wohnungen fehlen in Berlin, doch alles zuzubauen ist auch keine Lösung: Stadtentwicklungssenatorin Lompscher will daher bereits bebaute Flächen besser nutzen. Ihr Konzept: Schöner Wohnen auf dem Dach von Aldi, Lidl & Co.

Berlin will den Wohnungsbau über eingeschossigen Supermärkten ankurbeln. So soll der Mangel an Wohnungen gelindert und gleichzeitig die knappe Fläche besser genutzt werden.

Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schätzt, ist auf den typischen Flachbauten für 50 bis 100 Wohnungen Platz - je nach Lage. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Linke), sagte am Dienstag, angesichts des Wohnraumbedarfs und steigender Bodenpreise gebe es eine Trendwende zu mehrgeschossigen Gebäuden mit Mischnutzung.

"Supermarkt-Gipfel" im Sommer geplant

Lompscher will daher künftig jährlich einen "Supermarkt-Gipfel" einberufen und mit Vertretern des Einzelhandels, der Bezirke und der Wohnungswirtschaft über Maßnahmen beraten. Auch einzelne Arbeitskreise solle es geben, hieß es. Bei einem ersten Treffen der Experten im Sommer hieß es, dass so ein "fünfstelliges Wohnungsflächenpotenzial" erschlossen werden könne.

Seit einigen Jahren steigen die Durchschnittsmieten in Berlin an. Berlin hat daher bereits eine Mietpreisbremse eingeführt, um sprunghafte Mieterhöhungen zu verhindern. Auch die Preise für Wohneigentum steigen.

Hintergrund ist der starke Zuzug nach Berlin. Die Zahl der Stadtbewohner stieg im vergangenen Jahr um 60.500 Menschen. In den zurückliegenden fünf Jahren wuchs Berlin um etwa eine Viertelmillion.

Umweltschützer warnen vor Betonwüsten

Naturschützer warnen jedoch, weitere Flächen zuzubauen. In Deutschland werden nach jüngsten Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) täglich durchschnittlich 66 Hektar
zusätzliche Fläche für Wohnen und Verkehr verbraucht.- das entspreche etwa einer Größe von 94 Fußballfeldern.

Das aber sei problematisch. Folgen der Versiegelung seien u.a. Verlust der Bodenfauna, örtliche
Überschwemmungen bei starken Regenfällen, niedrige Grundwasservorräte sowie städtische Wärmeinseln durch fehlende Verdunstungskälte. Der Nabu fordert daher Nachverdichtung wie
den Ausbau von Dachgeschossen und das Schließen von Baulücken.

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Berliner können einfach nicht aufhören zu meckern! Diejenige, die gerade in einer günstigen Wohnung bequem wohnen können, haben keine Rucksicht auf die verzweifelte Wohnungsucher. Nun ja auf Tempelhof darf nicht am Rand bebaut werden, wahrscheinlich aus Ego sogar TXL sollte offen bleiben. Es darf nichts machen. Am besten soll Berlin keine Hauptstadt mehr, zurück zu Dorf-status. So braucht keine mehr nach Berlin kommen. Die EGO-Berliner können wieder in ihrem Dorf langweiligen wie vor 20Jahren.

  2. 11.

    An sich eine gute Idee. Bleibt das Problem der übrigen Infrastruktur in dicht besiedelten Innenstadtbezirken mit über 12.000 Einw./qkm (Kitas, Schulen, ÖPNV...). Wurden in Mahrzahn die 11 Geschosser nur wegen mangelnder Parkplätze auf 6 Geschosse zurückgebaut?! Die übrige Infrastruktur hat ja funktioniert. Vielleicht lieber in den weniger dicht besiedelten gut mit S- und U-Bahn angebundenen "grünen Aussenbezirken" umsetzen, wie etwa Teile von Buch, Grunewald, Lichtenrade, Wannsee, Zehlendorf....

  3. 10.

    Tolle Schlagzeile für einen Aprilscherz... Geht noch besser: IKEA hat noch ein viel größeres Flachdach. Vorteil, man braucht die Möbel für den Einzug nur nach oben transportieren. Oder am besten gleich Wohnen in der Ausstellungsetage, an das bisschen Publikum tagsüber gewöhnt man sich.

  4. 9.

    Bitte nur Gewerbe auf Supermärkte - wer will schon die ganze Nacht vom Lieferverkehr wachgehalten werden - und tags, falls man Nachtschicht arbeitet, von hupenden und klappernde Wägelchen schiebenden Rentnern?

    Und hatte nicht neulich da die Schlagzeile bei RBB gestanden, dass Berlin zur Schwammstadt werden soll, also Dächer begrünt, um die Regenfluten aufzunehmen? Welchen Senatskollegen ist Fr. Lompscher da in den Rücken gefallen? So irre es ist, ein flacher Supermarkt ist eine kleine Kaltluftschneise, so wie TXL eine große ist. Die zu bebauen ist klimatisch nicht sinnvoll.

  5. 8.

    Wunderbar nachverdichten ließe sich übrigens die riesige Schlafstadt, die die DDR vor fünfzig Jahren zwischen Alexanderplatz und Platz der Vereinten Nationen/Ostbahnhof angerichtet hat. Aber an diese Perle sozialistischer Architektur wird sich eine Senatorin der "Linken" so wenig heranwagen wie an die Ödnis unter dem Fernsehturm, von der sich die Senatsbaudirektorin ja schon mal vorstellen konnte, sie lieber zu einem großen Mückenaufzuchtsgebiet zu machen.

  6. 7.

    Gut durchdacht von frau Lompscher. Bei Aldi ist es jedenfalls so, dass die Immobilien der Märkte, Aldi gehören. Was glaubt die SED Senatorin eigentlich, wenn nur die Aldi-Filialen aufgestockt werden? Das wird sicher günstiger Wohnraum, bei einem gewinnorientiertem Unternehmen wie Aldi. Selber bauen, Flächen sind genug vorhanden, z.B. Randbebauung Tempelhofer Feld. Oh Gott, wie blöd muss man nur sein!

  7. 6.

    Frau Lompscher hat viele Ideen, aber auch nur Ideen.
    Endlich mal machen und nicht nur labern. Geben Sie den städtischen Baugenossenschaften endlich Grundstücke damit diese loslegen können.(siehe deren öffentlichen Brief)
    Reden allein bringen keine Wohnungen!!!!!

  8. 5.

    Supermarktdächer.....heissa! Ich empfehle auch: u-bahnschächte. Einfach mal in die tiefe.

  9. 4.

    Diese Idee ist nun nicht wirklich neu. Aber vielleicht macht der Senat die Rechnung mal wieder ohne den Wirt. Die Supermärkte sind doch wohl häufig Eigentümer der Grundstücke. Selbst wenn auf den Dächern Wohnungsbau betrieben wird, müßten die Dächer der Märkte dafür tragfähig sein. Was wohl eher Neubau des ganzen bedeutet. Hinterher dürfen die künftigen Mieter aber nicht meckern, wenn der Lieferverkehr zu nachtschlafender Zeit losgeht und die Kunden bei langen Öffnungszeiten mit den Einkaufswagen rund um die Uhr über den Hof rattern....

  10. 3.

    Auf die Idee kommt man jetzt erst?!
    Erschreckend wie unkreativ die Politik blind durch die Welt zu laufen scheint. Frage mich wie man je zustimmen konnte die Stadt mit eingeschossigen Discountern zuzuflastern. Hier in Pankow gibt es etliche solcher Bauten

  11. 2.

    na ist denn sowas drin--da sind DIE auch schon drauf gekommen

    Berlin als Großstadt hat viel zu viele niedrige Bauten---
    auch die neuen Häuser sind meist vuel zu "kurz"
    meist NUR, um den Fahrstuhl zu sparen------------

  12. 1.

    Hervorragende Idee! Berlin kann es sich nicht leisten, solche flachen Gebäude zu bauen als wären wir im weiten wilden Westen. Im Stadtgebiet sind Wohnungs(!)bauten in die Höhe absolut sinnvoll! So seltsam es auf den ersten Blick geschrieben wurde ("auf Dächern wohnen" ist natürlich falsch), so normal sind Mietshäuser, die im Erdgeschoss eine Kaufhalle/Supermarkt haben!

    Es ist also nicht so, als wäre das eine revolutionäre Idee, sondern es soll ein bestehendes Konzept weiter ausgebaut werden. Bei dem Wohnungsmangel ist die bessere Förderung solcher Bauten längst überfällig!

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