Grundschülerin schreibt etwas an die Tafel (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.10.2017 | Lisa Steger | Bild: dpa/Jens Büttner

Test von Viertklässlern - Brandenburger bei Bildungsstudie im Mittelfeld

Rechtschreibung so lala, Zuhören viel besser, Mathematik ganz gut. Die Brandenburger Viertklässler landen bei einem bundesweiten Bildungstest im Mittelfeld. Die Bildungsministerin freut sich - ganz im Gegensatz zur Lehrergewerkschaft GEW.

Brandenburgs Viertklässler haben bei einer Untersuchung ihrer Kompetenzen in Deutsch und Mathematik Werte im Mittelfeld erreicht. Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Bei der Rechtschreibung erreichten 23,2 Prozent der Brandenburger Grundschüler nicht den Mindeststandard - beim Schlusslicht Bremen sind dies mehr als 40 Prozent. Wesentlich besser ist es in Brandenburg beim Zuhören, dort erreichen nur knapp zehn Prozent nicht die Mindestanforderungen. Beim Lesen sind dies 12,5 Prozent und in Mathematik 14,7 Prozent. Den Regelstandard erreichten in diesen Bereichen 50,7 Prozent bis 67,0 Prozent der Schüler.

Ministerium will analysieren und schlussfolgern

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zeigte sich erfreut darüber, dass die Schüler im Fach Mathematik vergleichsweise gut abgeschnitten hätten. "Das Ergebnis für das Fach Deutsch, insbesondere Orthografie, ist nicht so ausgefallen, wie wir es uns wünschen", räumte Ernst ein. "Wir werden die Daten jetzt eingehend analysieren und Schlussfolgerungen für unsere Arbeit ziehen."

Kleine Klassen und motivierte Lehrkräfte gefordert

Der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Ergebnisse besorgniserregend. Notwendig seien mehr Lehrer und mehr Investitionen in die Grundschulen. "Wir brauchen kleinere Klassen, verlässliche Angebote der individuellen Förderung, Unterstützungssysteme für die Schulen und motivierte Lehrkräfte", betonte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs.

Die oppositionelle CDU im Landtag bezeichnete die Ergebnisse in einer Mitteilung "enttäuschend, aber nicht überraschend". In jedem Schuljahr würden in Brandenburg eine Million Unterrichtsstunden nicht planmäßig erteilt, klagte deren Bildungsexperte Gordon Hoffman. "Besonders traurig am Unterrichtsausfall ist, dass Schüler aus sozial schwachem Umfeld darunter besonders stark leiden."

Lesekompetenz bundesweit gleich geblieben

Deutschlandweit haben sich die Viertklässler innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in der Rechtschreibung verschlechtert. Die Lesekompetenz ist dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011. An der Studie hatten rund 30.000 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Bundesländern teilgenommen.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Alle Verschlechterungen gegenüber 2011 sind nicht signifikant. Das kann man nun auslegen, wie man will.
    - Mit dem Prädikat "durchschnittlich" kann man leben.
    - Alle Maßnahmen, die in den letzten 5 Jahren getroffen wurden, haben keinen Effekt erzielt. Das, was investiert worden ist, hat nichts gebracht. Es gab keine Verbesserungen.
    - Trotz gravierender Umstrukturierungen des Schulsystems (keine Ahnung, was das zum Beispiel sein könnte) konnte das Niveau gehalten werden.

    "Nicht planmäßig" erteilter Unterricht (zum Beispiel Vertretungsstunden) und Unterrichtsausfall sind 2 Paar Schuhe @ Gordon Hoffman

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