Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender stehen am 12.10.2017 anlässlich des offiziellen Antrittsbesuchs des Bundespräsidenten auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: dpa / Bernd von Jutrczenka).
Video: Abendschau | 12.10.17 | Boris Hermel | Bild: dpa

Bundespräsident auf Antrittsbesuch - Steinmeier lernt Berlin kennen

Seit fast 20 Jahren arbeitet Frank-Walter Steinmeier als Politiker in Berlin - jetzt aber ist er Bundespräsident. Und deshalb musste auch er am Donnerstag seinen Antrittsbesuch in der Hauptstadt machen - fast unbemerkt von den meisten Berlinern.

Sein Donnerstag begann in Friedrichsfelde: Um sieben Uhr morgens stand der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf dem Betriebsgelände der BVG und besichtigte eine U-Bahn-Werkstatt, außerdem die Leitstelle. Steinmeier arbeitet zwar seit fast 20 Jahren in Berlin, aber Protokoll ist eben Protokoll: Jeder Bundespräsident muss einen Antrittsbesuch machen. "Werden Sie sagen: Muss das sein?", fragte er die anwesenden Journalisten. Neun Termine lagen vor ihm.

Begleitet wurden Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender vom Regierenden Bürgermeister, gemeinsam mit Michael Müller (SPD) stiegen sie auch in die U5. Der Bundespräsident saß in der U-Bahn vorne auf dem Fahrersitz und durfte steuern und bremsen - beaufsichtigt von einer Fahrlehrerin. Es war Rush Hour, 8.02 Uhr, aber bis auf Personenschützer und Presseleute war die Bahn leer.

Dabei bemühte sich Steinmeier den ganzen Tag über, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Der Sonderzug aber rauschte direkt bis zum Alexanderplatz durch. "War eine Lehrstunde, die ich genossen habe. Ein bisschen ruckelig für die Fahrgäste, aber es haben alle überlebt", informierte der Zugführer später. Dass er danach im Untergrund vom Alex durch einen unfertigen U-Bahn-Tunnel zur neuen Station Rotes Rathaus lief, bekam ebenfalls kaum einer mit.

"Berlin trägt vielleicht ein besonderes Maß an Verantwortung"

Im Roten Rathaus lernte er die Berliner Senatorinnen und Senatoren kennen, dann setzte er seine Unterschrift ins Goldene Buch der Stadt. Ein paar Fototermine, ein Besuch einer achten Schulklasse in Kreuzberg, dann ging es weiter zur Bernauer Straße. In der Gedenkstätte Berliner Mauer diskutierten Steinmeier, seine Frau und Müller mit Experten darüber, wie man Demokratie fördern kann. Manche sagten, die Stadt sei wie ein Brennglas, das zeige, was an anderen Orten des Landes auch passiere, sagte er. Berlin trage daher vielleicht ein besonderes Maß an Verantwortung, weil viele hierherschauten. 

Nach einem letzten Besuch der FU ist es am Abend geschafft und der Präsident offiziell mit seinem Regierungssitz vertraut gemacht. Mit der U-Bahn zurückfahren steht danach nicht zur Debatte: Steinmeier ist auf Deutschlandreise, erst die Hälfte hat er hinter sich. Ob der Antrittsbesuch in Berlin sein müsse? "Selbstverständlich", sagt das Staatsoberhaupt.

Mit Informationen von Jan Menzel

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