Eine Studentin des ersten Semesters der Goethe Universität Frankfurt am Main sitzt in Frankfurt am Main im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim in einem provisorisch eingerichteten Schlafraum auf einer Matratze (Quelle: dpa/ Marc Tirl)
Audio: Inforadio | 17.10.2017 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa

Akute Wohnungsnot - Berliner Studenten fordern Notunterkünfte

Die LandesAstenKonferenz (LAK) – der Zusammenschluss der Verfassten Studierendenschaften - hat den Berliner Senat aufgefordert, Notunterkünfte für Studierende einzurichten. Zur Begründung heißt es, die Wohnungslosigkeit unter diesen nehme zum Start des Wintersemesters neue Ausmaße an.

Die Studentenvertreter sehen es zumindest als Notlösung, Turnhallen oder ungenutzte Notunterkünfte für Studenten bereit zu stellen. Besonders Erstsemester und Studierende aus dem Ausland hätten Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden. Teils müssten sie monatelang in unzumutbaren Zuständen hausen oder viel Geld für Hotelzimmer ausgeben. Schlimmstenfalls fingen sie ihr Studium gar nicht erst an oder gäben es wieder auf.

Laut der Wissenschaftsverwaltung muss zunächst geprüft werden, ob der Vorschlag der LandesAstenKonferenz realistisch ist, und welche Kapazitäten kurzfristig zur Verfügung gestellt werden können. Vereinbart sei der Bau von 5.000 neuen Wohnheimplätzen bis 2020. Die neue Bundesregierung wiederum müsse den Bafög-Wohngeldzuschuss erhöhen: Mit 250 Euro sei er nicht mehr zeitgemäß.

Sendung: Abendschau, 17.10.2017, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    "Die neue Bundesregierung wiederum müsse den Bafög-Wohngeldzuschuss erhöhen: Mit 250 Euro sei er nicht mehr zeitgemäß."
    Nur 250 Euro ? Hm, ach deswegen machen so viele Pr0n vor der Webcam...
    Da muss man natürlich etwas tun.
    Aber mal im Erst, wer ständig im Szene-Treffs & Café konsumieren, rumlabern und mit allem Chicki-Miki ausgerüstet ist, Smartphone, Auto, teuer modisch gekleidet (auch Alternativ-Klamotten kosten Asche) kann mir nicht erzählen, dass Bafög-Wohngeldzuschuss nötig hat.
    Alle die ich so um mich rum erlebt habe, pi mal Daumen, bekamen es von Eltern, Oma, Familie gesponsert.
    "Mammi Pappi ich hab doch so wenig..."
    Einige Studenten sollte man genauestens unter die Lupe nehmen.

  2. 8.

    Beruf erlernen, arbeiten gehen und nebenbei studieren, wie wäre es damit?
    Ich höre immer nur bedürftig, wie machen es eigentlich die ganzen anderen Mitmenschen?

  3. 7.

    Studenten sollten in überall Brandenburg preiswert wohnen können, mit dem ÖPNV oder Fahrrad zur Uni nach Berlin fahren. Das ist zeitlich gar kein Problem. Das wäre am sinnvollsten. Aber das allabendliche Absitzen in den Kiez-Pubs fällt dann natürlich flach... der Lärmpegel würde sich zudem für die Anwohner senken. Somit haben alle was davon.

  4. 6.

    Das Berlin in dieser Art wächst, das konnte man nicht wirklich ahnen. Ja für Studenten war es schon immer schwierig, da wir so viele preiswerte Wohnungen nicht haben in Berlin. Und auch andere Menschen benötigen diese, was ist denn mit den Geringverdienern. Heute konkurrieren sie dann zusätzlich auch noch mit den Flüchtlingen. Also drei Gruppen die sich um preiswerte Wohnungen "schlagen"
    Aber es ist ja wichtiger das Tegel offen bleibt, als dort Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Und je mehr Flieger mit Touristen kommen, desto mehr Hotels etc werden gebaut, und weniger Wohnungen.
    Natürlich kommen viele Studenten her, weil es eine angesagte, coole Partystadt ist. Ihre erste Wahl ist Berlin. In anderen Städten ist das Leben preiswerter. Aber da wollen sie zum Teil nicht hin. War schon vor über 30 Jahren so, Berlin hatte keine Sperrstunde, keinen Wehrdienst etc. Meine Kinder werden bei ihren Uni Bewerbungen nicht München oder Hamburg angeben, weil die Wohnungen dort noch teurer sind.

  5. 5.

    Berlin ist dabei immer mehr dabei seine Zukunft zu verspielen.

    Ob nun FDPler ihr Herz für Tegel entdecken und der Bürgermeister vor dem Volkszorn einknickt oder lieber Protzbauten statt bezahlbaren Wohnraum baut.

    Studierende die nach Berlin kommen, kommen evt. hier nach B weil sie gerne hier leben wollen? Vielleicht sogar NACH dem Studium?

    Wer Studenten verprellt verspielt seine Zukunft als Wissenschafts- und Forschungsstandort.

  6. 4.

    wow einen abgehobeneren und elitäreren Kommentar als den Ihren habe ich hier bisher noch nicht gelesen!
    Schlösser und Opernhäuser statt WOHNRAUM für bedürftige Bevölkerungsschichten? Es muss für Sie ja die Tragik Ihres Lebens sein, nicht mehr in der Zeit vergangener Monarchien zu leben. Schlagen Sie doch bitte mal das Menschenrecht auf Wohnen nach...

  7. 3.

    Und noch etwas: Immer das Geheule, es gäbe Wichtigeres. Hätten sich die Günters dieser Welt immer durchgesetzt, könnten wir uns heute Schultoiletten und Studentenwohnheime statt Schlösser und Gärten, Museen und Opernhäuser ansehen. Wie gut, das man nicht auf sie gehört hat!

  8. 2.

    Ach, ist Berlin die einzige Stadt in Deutschland, in der man studieren kann? Die Herren und Damen wissen um die Situation in Berlin und sie kommen trotzdem hierher. Es gibt Städte, da findet man viel bessere Bedingungen vor, was das Studieren angeht wohlgemerkt. Darum geht es hier aber nicht. Und nebenbei bemerkt, wenn nicht so viele an Selbstüberschätzung leiden würden, wäre die Wohnungssituation auch entspannter.

  9. 1.

    Es ist beschämend wie wir mit unserer Zukunft umgehen. Dazu zählen auch Studenten, die aus dem Ausland kommen und hier studieren möchten.

    Der Berliner Senat verschläft hier auch wieder sehr viel. Warum werden nicht mehr Studentenheime gebaut ? Geld ist doch genug da, wenn ich mir so die Prachtbauten Staatsoper und div. andere Bauten anschaue.

    Politik soll vorausschauend agieren und danach handeln. Das Problem gibt es schon seit zig. Jahren in Berlin, dass zu wenige Unterkünfte für Studenten vorhanden sind.

    Wie viele unfähige Politiker kann Berlin noch verkraften ?

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