Jugendliche schlagen eigene Thesen an Berliner Kirche an (Quelle: imago / Rolf Zoellner)
Bild: imago / Rolf Zoellner

500. Reformationstag in Berlin - Evangelische Jugend schlägt neue Thesen an 300 Kirchen

In der Nacht zum Dienstag haben Jugendliche an fast alle evangelische Kirchen in Berlin eigene Thesen angeschlagen. Insgesamt handelt es sich um rund 300 Gotteshäuser. Damit wollte die Evangelische Jugend Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EJBO) für einen Erneuerungsprozess in der Kirche werben, sagte Landesjugendpfarrerin Sarah Oltmanns in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Anlässlich des 500.

Im Rahmen der Aktion ist für Dienstagabend ein Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche geplant. Zudem wollen die Jugendlichen ihre Thesen am Mittwochmorgen dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge, persönlich überreichen. Die berlinweite Aktion war am Montagabend an der Trinitatiskirche in Berlin-Charlottenburg gestartet. Eine Holztür wurde mit 15 Thesen der Jugendlichen symbolisch beschlagen. Ihre Forderungen hat die EJBO auch im Internet veröffentlicht.

Der Thesenanschlag sei von den Jugendlichen zwei Jahre lang vorbereitet worden, sagte Oltmanns weiter. In Workshops, Diskussionen und anderen Veranstaltungen hätten sich junge Christen mit der Frage auseinandergesetzt, was heutzutage eine Gottesbeziehung fördert oder behindert. Kritik üben die jungen Menschen demnach daran, dass es in kirchlichen Debatten vor allem um strukturelle, finanzielle oder wirtschaftliche Fragen gehe. Wie man selbst zu Gott finde oder welche Zweifel es auch gebe, werde nach Ansicht der Jugendlichen dagegen zu wenig in den Kirchengemeinden thematisiert, erläuterte die Landesjugendpfarrerin.

Sendung:  Inforadio, 31.10.2017, 8 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Das sind junge Menschen, die sich mit der Kirche und dem Glauben auseinandergesetzt haben, denen es etwas bedeutet und die sich dazu Gedanken machten.
    Es ist immer wieder eine Herausforderung Glauben zu leben und nicht nur in alltäglichen Notwendigkeiten und althergebrachten Traditionen und Vorstellungen zu erstarren. Dazu gehört dann auch Dinge in Frage zustellen und über Wünsche und Zukunftsideen zu sprechen. Seid doch froh das sich diese jungen Menschen so stark angagieren.
    Der Glaube ist für mich eine reine Privatsache, doch wenn jeder so denken würde wie ich, gäbe es keine Gemeinden mehr. Solange Menschen ihre Zeit, Kraft und ihre Gedanken einer Sache widmen, ist sie am Leben.
    Für die Menschen, denen Kirche und Glaube wichtig sind, sollte es also ein positives Zeichen sein.

  2. 4.

    Da wird mit viel Tamtam Thesen und sonst was an die Türen geschlagen, die eigentlich keine Türen sind?
    Das gleicht ja der Mär, dass Luther seine 95 Thesen ( die nur 87 waren) am 31.10.1517 an die Wittenberger Kirchtür geschlagen hat.
    Wie sich aber dann heraus stellte, geschah das 20 Jahre später und nicht von besagten Luther und an vielen Türen der Stadt Wittenberge.
    Christliche Werte und - Geschichte, aufgebaut auf Lügen.
    Dann ist das klar mit den Türen.
    Heute noch versucht man die Menschheit zu verdummen.

  3. 3.

    Ich, Béla Dörr, Vorsitzender der Evangelischen Jugend kann Sie beruhigen. Wir haben eine andere Tür vor die Kirchentür gestellt und keine einzige wurde beschädigt. :-)

  4. 2.

    Was soll der Unsinn?
    Die sollte man wegen Vandalismus und Sachbeschädigung anzeigen.
    Wie kommen die dazu, an Kirchentüren irgendwelche Pamphlete anzunageln?

  5. 1.

    über diesen Beitrag im RBB hab ich mich sehr gefreut,
    dieser Mut und diese kraft die auch Neues schafft

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